Zu hohe Geschwindigkeiten auf Schulwegen

Kreis kontrollierte Verhalten der Verkehrsteilnehmer in Ahaus, Borken, Raesfeld, Stadtlohn und Vreden

Kreis Borken (pd). Mit zahlreichen Aktionen macht sich der Kreis Borken für mehr Sicherheit auf dem Schulweg stark. Neben Kampagnen wie „Kreis Borken sieht gelb“, die von Radio WMW initiiert wurde und unter anderem von der Sparkasse Westmünsterland unterstützt wird, und Besuchen in den Schulen gehören auch Kontrollen dazu. Zurzeit überprüft der Fachbereich Verkehr verstärkt in der Nähe von Schulen, ob sich Fahrzeuglenker an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten. Jetzt liegen weitere Messergebnisse vor:

Messung am 28. September in Borken, An der Nathe, Schulweg zur Remigiusschule: Zwischen 6.30 und 9.02 Uhr wurden insgesamt 38 Kraftfahrzeuge erfasst, die mehr als die erlaubten 30 km/h auf dem Tacho hatten. Die Übertretungen lagen überwiegend im Verwarnungsgeldbereich: 26 x 15 €, 9 x 25 €, 3 x 35 €. Die maximale Überschreitung lag bei 17 Stundenkilometern. Der Bremsweg auf trockener Fahrbahn beträgt bei Tempo 30 bereits 13 Meter. Eine Überschreitung um 17 km/h verlängert den Anhalteweg um etwa 12 Meter. Die Aufprallgeschwindigkeit wäre in diesem Fall unvermindert 51 km/h – ein Opfer würde schwerste Verletzungen erleiden oder nicht überleben. Insgesamt 13 Prozent der Fahrzeuge waren in dem überprüften Bereich zu schnell unterwegs. „Das ist für einen Schulweg kein beruhigendes Ergebnis“, erklärt Bernhard Sieverding aus dem Fachbereich Verkehr des Kreises. „Die Messungen werden deshalb wiederholt werden.“
Messung am 30. September in Raesfeld-Erle, Silvesterstr., Silvesterschule: Zwischen 7.37 und 9.30 Uhr überschritten insgesamt 16 Kfz die dort zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Die Übertretungen lagen im Verwarnungsgeldbereich: 11 x 15 € und 5 x 25 €. Die maximale Überschreitung lag bei 14 km/h.  Der Bremsweg auf trockener Fahrbahn beträgt bei Tempo 30 etwa 13 Meter. Eine Überschreitung um 14 km/h verlängert den Anhalteweg um 9 Meter. Die Aufprallgeschwindigkeit wäre in diesem Fall nahezu unvermindert 43 km/h – ein Opfer würde schwerste Verletzungen erleiden oder nicht überleben.
Messung am 1. Oktober in Ahaus, Hof zum Ahaus, Gemeinschaftshauptschule/Realschule: Im Zeitraum von 7.09 bis 9.39 Uhr wurden insgesamt 68 Kfz erfasst, die die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h nicht beachtet hatten. Die Übertretungen lagen überwiegend im Verwarnungsgeldbereich: 37 x 15 €, 14 x 25 €, 13 x 35 €. Gegen vier Autofahrer werden Bußgeldverfahren eingeleitet (3 x 80 € + 1 Punkt, 1 x 100 € + 3 Punkte). Die höchste Überschreitung lag bei 27 km/h. Der Bremsweg auf nasser Fahrbahn beträgt bei Tempo 30 etwa 15 Meter. Eine Überschreitung um 27 km/h verlängert den Anhalteweg um weitere 25 Meter. Die Aufprallgeschwindigkeit wäre in diesem Fall unvermindert 57 km/h – ein Opfer würde schwerste Verletzungen erleiden oder nicht überleben.
Messung am 4. Oktober in Borken-Burlo, Klosterdiek, Astrid-Lindgren-Grundschule: Zwischen 7.48 und 9.57 Uhr wurden insgesamt 51 Kfz erfasst, die mehr als die erlaubten 30 km/h auf dem Tacho hatten. Die Übertretungen lagen überwiegend im Verwarnungsgeldbereich: 20 x 10 €, 17 x 20 €, 11 x 30 €. Gegen drei Autofahrer werden Bußgeldverfahren eingeleitet (3 x 70 € + 1 Punkt, max. 25 km/h zu schnell). Der Bremsweg auf trockener Fahrbahn beträgt bei Tempo 30 ca. 13 Meter. Eine Überschreitung um 25 km/h verlängert den Anhalteweg um etwa 17 Meter. Die Aufprallgeschwindigkeit wäre in diesem Fall unvermindert 51 km/h – ein Opfer würde schwerste Verletzungen erleiden oder nicht überleben.
Messung am 5. Oktober in Stadtlohn, Burgstraße, Herta-Lebenstein-Realschule: Im Zeitraum von 6.35 bis 8.59 Uhr wurden insgesamt 34 Kfz erfasst, die mit mehr als den erlaubten 50 km/h unterwegs waren. Die Übertretungen lagen im Verwarnungsgeldbereich: 29 x 15 €, 4 x 25 € und 1 x 35 €.  Der Bremsweg auf trockener Fahrbahn beträgt bei Tempo 50 etwa 27 Meter. Eine Überschreitung um 18 km/h verlängert den Anhalteweg um 16  Meter. Die Aufprallgeschwindigkeit wäre in diesem Fall  56 km/h – ein Opfer würde schwerste Verletzungen erleiden oder nicht überleben. Positiv zu erwähnen: Lediglich 3,9 Prozent der Autofahrer waren im Messungszeitraum zu schnell. Außerdem handelte es sich überwiegend um geringe Übertretungen.
Messung am 7. Oktober in Ahaus-Graes, Eper Str., Schulweg zur Marienschule: Zwischen 7.37 und 9.57 Uhr wurden insgesamt 47 Kfz erfasst, die die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h nicht beachtet hatten. Die Übertretungen lagen überwiegend im Verwarnungsgeldbereich: 32 x 15 €, 8 x 25 €, 5 x 35 €. Gegen zwei Autofahrer werden Bußgeldverfahren eingeleitet (80 € + 1 Punkt, max. 25 km/h zu schnell). Der Bremsweg auf trockener Fahrbahn beträgt bei Tempo 50 bereits 27 Meter. Eine Überschreitung um 25 km/h verlängert den Anhalteweg um etwa 23 Meter. Die Aufprallgeschwindigkeit wäre in diesem Fall 67 km/h – ein Opfer würde schwerste Verletzungen erleiden oder nicht überleben.
Messung am 8. Oktober in Vreden, Zwillbrocker Str., Nähe Schulzentrum: Zwischen 7.00 und 10.04 Uhr wurden insgesamt 17 Kfz erfasst, die mit mehr als den erlaubten 30 km/h unterwegs waren. Die Übertretungen lagen im Verwarnungsgeldbereich: 14 x 15 €, 3 x 25 € (max. 15 km/h zu schnell). Der Bremsweg auf trockener Fahrbahn beträgt bei Tempo 30 etwa 13 Meter. Eine Überschreitung um 15 km/h verlängert den Anhalteweg um etwa 10 Meter. Die Aufprallgeschwindigkeit wäre in diesem Fall nahezu unvermindert 44 km/h – ein Opfer würde schwerste Verletzungen erleiden oder nicht überleben.

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