Achtung: Fotos nur für unempfindliche Mägen!
Von den Geckos mal ganz abgesehen, gab es auch sonst noch etliche Appetithemmer in Chinatown zu bewundern. „Helga, was kochen wir denn heute“, fragte ich leicht hämisch meine Schwester, als wir durch mehrere Chinesische „Feinkostgeschäfte“ zogen.
Bereits nach dem Besuch in der „Apotheke“ waren unsere Mägen schon leicht überstrapaziert. Und da ich ja einen Gecko und ein getrocknetes Seepferdchen gekauft habe, schenkte uns der Apotheker großzügig etwas Süßes zum Knabbern. Naja, die Chinesen werden auch alt dachte ich, und biss herzhaft in das „schwarze Etwas“ hinein. Wohlwollender Blick des Verkäufers war der Lohn für mein Edelmut.
Meine Schwester hat ihre Leckereien sofort heimlich in meinem Rucksack verschwinden lassen und tat gleich so, als wenn sie ebenfalls genussvoll auf etwas herum kaute. Das nenne ich wahre Schwesternliebe….
Wir entschieden uns für Fisch. Vielleicht Lachs? Während ich über den
blutverschmierten Boden im Fischgeschäft rutschte und mich in der Auslage umsah, stand meine Schwester mittig im Laden. Ihre Hosenbeine leicht hochgezogen, lächelnder und professioneller Kennerblick Richtung Verkäufer. Sie vermied es aber vehement, weitere Schritte Richtung Verkaufstheke zu machen. Eine gute Entscheidung.
Zu spät für mich, denn ich war plötzlich von nach Luft schnappenden und halbtoten Fischen, ekelerregendes und undefinierbares Muschelfleisch, abgehackte Fischköpfe und tote Meeresschildkröten konfrontiert. In diesem Moment fällte ich eine weise Entscheidung. Kein Fisch zum Lunch!
Aber Essen muss der Mensch, und als überzeugter Multikulti sollte es doch etwas aus Chinatown sein. Ab zum Metzger. Das ganze Schwein, dem der Metzger just in diesem dem Moment die Füße abhackte, war erträglich. Aber dann glotzten mich einige tote Hühneraugen an. Wohl zu lange in der Sonne gelegen, fiel mir spontan ein. Der Kamm leicht angeröstet, die Kehle aufgeschnitten, so dass ich fast vor Schreck schon beinahe selber anfing zu krähen. Fluchtartig verließ ich den Laden. Wir entschlossen uns beide, unsere kullinarische Excursion einzustellen. Unser knurrender Magen führte uns an sämtliche Cafe`s vorbei, bis wir uns dann abseits von Chinatown in einer „Irakischen Dönerbude“ wieder fanden. Alles ist besser als Chinesisch dachten wir uns, und machten uns heißhungrig über den Döner her.
Uns beiden ist jetzt übel. Der sehr unangenehme Gestank von toten Seeleichen hängt jetzt noch in unseren Haaren. Was wir jetzt brauchen ist ein Melissengeist, oder etwas Hochprozentiges aus der kleinen Brennerei im Münsterland.
Wer kennt diese Muscheln? Wer was weiß, bitte melden!
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