Die Regierungspräsidentin Dorothee Feller hat sich in Raesfeld und Erle ein Bild von aktuellen Projekten gemacht. Im Mittelpunkt standen die Dorfentwicklung, das geplante Dorfgemeinschaftshaus und die Situation an den Schulen. Der Besuch zeigte, welche Themen die Gemeinde derzeit bewegen.
Am Montag besuchte die Münsteraner Regierungspräsidentin Dorothee Feller mehrere Projekte in Raesfeld und Erle. Gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Grotendorst sowie Vertretern aus Politik und Wirtschaft informierte sie sich über laufende Entwicklungen und geplante Vorhaben.

Dorfentwicklung und Ehrenamt im Blick
Stationen des Besuchs waren unter anderem der Karpfenteich, ein geplanter Bewegungspark sowie Themen rund um die Schulentwicklung. Bürgermeister Grotendorst erklärte, dies seien derzeit zentrale Projekte der Gemeinde.
Auch das Ehrenamt spielte eine wichtige Rolle. „Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich noch herzlich für das ehrenamtliche Engagement der Ratsmitglieder bedanken. Es ist nicht selbstverständlich, dass man seine Freizeit im Rat verbringt. Das passiert immer weniger, dass Leute dazu bereit sind“, sagte Feller.
Die kommunale Ebene sei entscheidend für das Funktionieren der Demokratie. „Wir sagen deshalb auch zu Recht, dass die Kommunen der Hafen der Demokratie sind. Hier bekommen die Bürger unmittelbar zu spüren, was es heißt Verantwortungen zu tragen, aber auch wenn es um kommunale Entscheidungen geht“, so Feller.

Lehrermangel bleibt ein Thema
Bei der Gesamtschule zeigte sich laut Feller eine gute Nachfrage. Gleichzeitig bestehe weiterhin ein Mangel an Lehrpersonal. „Das ist leider deutschlandweit so und betrifft vor allem die Grundschullehrer und den Bereich Sekundarstufe I. Das ist, so finde ich, kein Ruhmesblatt für Deutschland. Wir müssen schauen, dass wir die Möglichkeit ev. mit Seiteneinsteiger füllen können.“
Es gebe bereits Maßnahmen, um gegenzusteuern. Details nannte sie vor Ort nicht.

Dorfgemeinschaftshaus in Erle geplant
Ein weiterer Schwerpunkt war das geplante Dorfgemeinschaftshaus in Erle. Dazu fand ein Austausch mit der Bürgergenossenschaft sowie weiteren Beteiligten statt.
„Es sollen nun weitere Termine abgesprochen werden und spätestens bis zum Jubiläumsschützenfest in Erle wollen wird das Geld dafür zu zusammen haben“, erklärte Grotendorst.
Feller griff die typische Zeitplanung im Dorf mit einem Augenzwinkern auf: „Vor- oder nach dem Schützenfest, das seien typische Zeitrechnung und Zeiteinheiten, womit hier gerechnet werde. Das habe ich mittlerweile gelernt.“
Für das Projekt gebe es unterschiedliche Modelle. Eine Informationsveranstaltung für die Bürger sei noch vor Ostern geplant.
Arbeitsgruppe nimmt Arbeit auf
Eine Arbeitsgruppe soll sich zeitnah mit der Umsetzung befassen. Dazu gehören unter anderem Arno Brömmel, Johannes Böckenhoff, André Wachtmeister, Dirk Böckenhoff als Betreiber der Brennerei sowie die Volksbank Erle.
Der Austausch vor Ort fand unter anderem in der Brennerei Böckenhoff statt, die für Feller auch persönliche Erinnerungen weckt. „Mein Papa hat auch immer Böckenhoff getrunken“, sagte sie.
Chancen für Tourismus und Region
Feller sieht in den Projekten auch Potenzial für die touristische Entwicklung. Ziel sei es, mehr Besucher aus dem Ruhrgebiet in die Region zu holen.
Grotendorst erklärte, man wolle Angebote schaffen, die Aufenthalte über mehrere Stunden oder einen ganzen Tag ermöglichen. Geplant seien unter anderem Kombinationen aus Brennerei-Führungen, Gastronomie sowie Besuchen am Schloss Raesfeld und im Tierpark.
Auch der Naturpark Hohe Mark und der geplante Hohe Mark Steig könnten zusätzliche Besucher anziehen. „Und am Ende landen alle Besucher am Schloss Raesfeld und heiraten dort“, sagte Feller lachend.

Eindruck vor Ort als Entscheidungsgrundlage
Zum Abschluss betonte die Regierungspräsidentin die Bedeutung solcher Termine: „Die Gemeindebesuche sind mir immer sehr wichtig, um vor Ort einen unmittelbaren Eindruck zu bekommen, was Gemeinden vor Ort umtreibt.“
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