Invasion von Eichenprozessionsspinnern in der Gemeinde Raesfeld.
Dicke Nester von Eichenprozessionsspinner hängen derzeit an vielen Bäumen in und um Raesfeld.

Raesfeld. Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen. Dieser Satz hat mittlerweile Bedeutung. Allerdings nicht bei Unwettern, sondern mit Blick auf Eichenprozessionsspinner, die mittlerweile wie dicke, fette Trauben an vielen Bäumen hängen.
Die Plage der EPS war Thema in der Bürgerfragestunde am Montag vor der Hauptausschusssitzung. Viele Bäume in Raesfeld, unter anderem am Roggenkamp und an der Straße Schulten Matt seien davon befallen, beklagte ein Raesfelder Bürger.

Er bemängelte, dass die Gemeinde hier bis heute noch nichts unternommen habe, und wollte wissen, ob und wann dies geschehe und ob die Gemeinde weitere Aufträge zur Beseitigung vergeben hätte.
Nicht alle Nester in Raesfeld, so Bernd Roters, können entfernt werden. Bei der Bekämpfung entscheidet die Gemeinde von Fall zu Fall und setze Schwerpunkte. Ebenfalls habe die Gemeinde keine weitere Aufträge an Firmen zur Beseitung der Nester vereben.
Der Grund: Wie vielerorts auch, so Bürgermeister Andreas Grotendorst, gebe es keine Kapazitäten mehr. „Wir tun, was wir können, bekommen aber diese Plage derzeit nicht mehr im Griff“, so Grotendorst.
Beseitigung an kritischen Orten
Vorrang bei der Beseitung haben kritischen Orten wie Kindergärten, Spielplätzen, Schulen oder öffentlichen Plätzen. Hier wurden schon etliche Nester von Spezialisten absaugt.
Aktuell nicht umsetzbar sei die Beseitigung von Nestern auf kleineren Nebenstraßen wie Roggenkamp und Schulten Matt oder an Wirtschaftswege.
Und: Grundsätzlich seien Grundstücksbesitzer für die Beseitigung der Nester in ihren Gärten verantwortlich. Privateigentümer müssen darüber hinaus selber für die Entfernung der Nester sorgen.

Vorbeugende Planung ist schwierig
Mit Blick auf das nächste Jahr allerdings, wisse die Verwaltung derzeit noch nicht, wie sie gegen diese Plage vorbeugend dagegen vorgehen werde und könne.
Was die Schädlingsbekämpfung mit Gift anbelange, sei die Gemeinde vorsichtig und dies sei, so Roters, nur bedingt eine Option. Deshalb habe die Gemeinde erstmalig ein neues biologisches Mittel eingesetzt. Hier müsse man, so Roters, allerdings noch Erfahrungen sammeln, wie es wirkt.
Kurzes Zeitfenster zum Spritzen
Probleme mit dem Spritzen sei auch, dass es nur ein sehr kurzes Zeitfenster gebe, wo die Raupen angreifbar seien. Bedingt durch das schmale Zeitfenster wo gegen die Raupen während ihrer Prozession vorgegangen werden kann, mag die Verwaltung mit Blick auf das kommende Jahr jetzt keine Vorhersagen machen, wie man dann vorbeugend, oder überhaupt vorgehen möchte, sagte Bernd Roters.
Für die Nester am Schulten Matt sieht es so aus, dass diese nicht mehr von der Gemeinde entfernt werden. Mit Blick auf die Nachbarn in Holland, die im Gegensatz zu Straßen NRW und zu vielen anderen Kommunen nicht auf die Giftspritze, sondern auf die im April aufgehängte Nistkästen setzt, möchte sich die Gemeindeverwaltung zu diesem Thema weiter schlaumachen, ob dies zukünftig auch in Raesfeld möglich sei.
Beliebt sind alte Eichenbäume
Seit den 90er Jahren breitet sich der Falter in Deutschland aus. Seit 2018 haben sie jetzt in besonders großer Anzahl bundesweit, besonders an alten Eichenbäumen, anzutreffen.
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners haben gefährliche Haare, die starke Hautausschläge und Allergien auslösen können.
Petra Bosse



























