Erle (pd). Die Kolpingsfamilie Erle war und ist auch heute nicht nur ein Verein für Mitglieder, sondern sie hat auch versucht, nach Jahren der Entbehrung durch Kriegs- und Nachkriegszeit etwas für Familien zu tun. 1951 wurde das erste Sommerfest in kleinem Rahmen gefeiert, hauptsächlich für Kinder und Jugendliche. Eröffnet wurde es am Sonntagnachmittag mit einem Fußballspiel zwischen Feuerwehr und Kolping. 
Als Schiedsrichter fungierte der damalige Dorfpolizist Hans Diecker. Das Tor der Kolpingsfamilie wurde vom damaligen Präses Pastor Vortmann gehütet. Für die Kinder gab es Ballspiele und Sacklaufen, für größere Jungen war ein Kletterbaum aufgestellt worden. Die Festwiese war auf der Wehme, auf dem heutigen Kindergartengelände. Das restliche Gelände der alten Wehme wurde später bebaut. In den folgenden Jahren wurde das Sommerfest auch von der politischen Gemeinde unterstützt, und der Sonntagabend klang mit einem Tanzabend bei ‘Brömmel-Wilms’ aus. Ende der 50er Jahre bis in die 60er Jahre hinein hat der Landwirt Braems
freundlicherweise seine Maschinenhalle zur Verfügung gestellt, und von da an begann das Sommerfest am Samstag mit einem Tanzabend für die ganze Gemeinde. Der Sonntagnachmittag gehörte aber weiterhin den Familien mit Kindern. Es wurden Spiele gemacht, und für das leibliche Wohl wurden Würstchen, Getränke und Eis angeboten. Der Ruf nach einem Sommerfest in der Dorfmitte hörte aber nicht auf. Als der alte Friedhof an der Silvesterstraße entwidmet und als Bolzplatz genutzt wurde, war der Weg frei. Zwei Jahre lang wurde der abendliche Festball in der Scheune von Johannes Böckenhoff gefeiert, und für den sonntäglichen Teil wurde die Schule und der Schulhof genutzt. Anfang der 80er Jahre musste dann schließlich ein Zelt angemietet werden, weil das Sommerfest immer größere Ausmaße annahm. Von Jahr zu Jahr kamen immer mehr Erler Vereine und Gruppen hinzu, um sich an dem Gemeindesommerfest in irgendeiner Form zu beteiligen. Heute sind es rund 20 Vereine und Gruppen. So hat sich aus dem ursprünglichen Kolpingsommerfest ein Gemeindesommerfest entwickelt. Seit einiger Zeit wird am Freitagnachmittag ein Gottesdienst für Kranke und Senioren mit anschließendem Kaffetrinken veranstaltet. Das Fest hat einen fixen Termin im Gemeindejahr. Es findet immer am ersten Wochenende nach den Sommerferien statt. Nur in diesem Jahr wird das Sommerfest ausnahmsweise am letzten Wochenende in den Ferien begangen, um nicht mit der Gemeindewallfahrt nach Kevelaer zu konkurrieren. Der Reinerlös wurde immer sozialen Zwecken zugeführt.



























