Landrat Dr. Zwicker dankt den hiesigen Landtagsabgeordneten, den Kommunen und dem Kreistag für ihren Einsatz, der allerdings auch weiterhin dringend erforderlich sei
Kreis Borken (pd). Als „Ausdruck des starken politischen Willens der Region“ wertet Landrat Dr. Kai Zwicker das gemeinsame Eintreten der hiesigen Landtagsmitglieder, der kreisangehörigen Kommunen und des Borkener Kreistages für den Erhalt der Frühchenstationen in Coesfeld und Bocholt. In einem Schreiben an die Abgeordneten, die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen und die Bürgermeister dankt Dr. Zwicker jetzt ausdrücklich für diesen Schulterschluss im Interesse der Frühchen und ihrer Familien. Erfreulicherweise zeige der Widerstand inzwischen erste Erfolge, so Dr. Zwicker. Nach einer vorläufigen Entscheidung des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg ist die Beschlussfassung über den Fortbestand zunächst bis zum Sommer ausgesetzt. Außerdem habe das Land NRW ausdrücklich auf seine Planungshoheit im Bereich der Krankenhausbedarfsplanung hingewiesen. Dr. Zwicker: „Für 2011 ist der Bestand der Stationen folglich gesichert.“ Eine letzte Gewissheit gebe es aber nicht, so dass die Region weiter geschlossen am Ball bleiben müsse.
Waren zunächst nur die Schließungsbestrebungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) hinsichtlich Coesfeld bekannt, hat der Klinikverbund Westmünsterland in der Folgezeit erklärt, dass die Frühchenstation in Bocholt ebenfalls gefährdet sei. Wie der Leiter des Kreisgesundheitsamtes Borken, Dr. Gerhard Ettlinger, mitteilt, würden die Überlegungen des GBA neben den Behandlungseinheiten für Frühgeborene auch die Schwangerenbetreuung und die Geburtshilfe der beiden Häuser tangieren. Schließlich werden in den Perinatalzentren Frauen mit einer Risikoschwangerschaft „engmaschig“ untersucht und betreut.
Laut Dr. Ettlinger wurde der schriftliche Appell der Region zum Erhalt der Frühchenstationen in Coesfeld und Bocholt zwischenzeitlich an den GBA, die Gesundheitsministerien von Land und Bund, die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe, die Ärztekammer Westfalen-Lippe, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und die Bundesärztekammer geschickt. Bereits von verschiedenen Stellen gab es inzwischen positive Rückmeldungen. Ganz aktuell hat jetzt die Kassenärztliche Bundesvereinigung die Resolution begrüßt und die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen flächendeckenden Versorgung als ihr zentrales Anliegen bezeichnet. Insofern unterstütze sie das Anliegen des Kreises.
Zum Hintergrund:
Etwa zwei Drittel der im Perinatalzentrum des Coesfelder St. Vincenz-Hospitals behandelten Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht von weniger als 1.250 Gramm (die jährlichen Fallzahlen schwanken um 30) kommen aus den Kommunen des Kreises Borken. Der Kreis hat deshalb großes Interesse am Erhalt dieser Behandlungseinheit – genauso wie der in Bocholt. Bei einer Schließung wäre die zeit- und ortsnahe Versorgung von Frauen mit einer Risikoschwangerschaft und von Frühgeborenen aus dem Kreis Borken nicht mehr sichergestellt. Schwangere und Mütter sowie ihre Angehörigen müssten lange Wege, zum Beispiel nach Datteln und Münster, in Kauf nehmen. Daraus ergeben sich zusätzliche Gefährdungen für Frauen mit einer Risikoschwangerschaft und ihre (ungeborenen) Kinder.



























