Kreis Borken und „Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände“ in konstruktivem Dialog
Meinungsaustausch im Borkener Kreishaus auf Einladung von Landrat Dr. Kai Zwicker
Kreis Borken (pd). Ihren konstruktiven Dialog haben jetzt die „Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände“ und der Kreis Borken fortgesetzt. Auf Einladung von Landrat Dr. Kai Zwicker fand dazu ein Meinungsaustausch im Borkener Kreishaus statt. [spoiler] Teilnehmer des Gesprächs waren von Verbandsseite Matthias Brinkmann (Caritasverband für das Dekanat Borken), Joachim Erdmann (Diakonisches Werk im Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken), Martin Huesmann (Paritätischer Wohlfahrtsverband), Bernhard Herdering (Caritasverband für die Dekanate Ahaus und Vreden), Angelika Nordmann-Engin (Sozialdienst katholischer Frauen Bocholt) und Bernhard Pacho (Sozialdienst Katholischer Männer Bocholt). Für die Kreisverwaltung nahmen Landrat Dr. Kai Zwicker, Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster in seiner Funktion als Sozialdezernent, Kreiskämmerer Wilfried Kersting und Stabsstellenleiterin Mechtild Schulze Hessing teil.
Landrat Dr. Zwicker stellte zu Beginn die außerordentlich schwierige Situation der öffentlichen Haushalte dar. Zwei kreisangehörige Kommunen seien sogar bereits in der Haushaltssicherung. Im aktuellen Kreisetat gebe es ein Defizit in Höhe von rund 5 Mio. Euro. Auch auf weitere Sicht sei beim Kreis kein ausgeglichener Haushalt zu erwarten, da mit einem weiteren Rückgang der Steuereinnahmen gerechnet werde. Folglich müsse weiter gespart werden. Einen Ansatzpunkt dafür bilden laut Dr. Zwicker auch die freiwilligen Leistungen im sozialen Bereich. „Wir wollen allerdings nicht mit dem Rasenmäher kürzen und haben in diesem Jahr ausdrücklich die Förderung der Behindertenarbeit und der Jugendhilfe davon ausgenommen“, unterstrich der Landrat. Sein Ziel sei es vielmehr, zu Lösungen zu kommen, bei denen bewährte Strukturen nicht zerschlagen werden. An die Verbände gerichtet betonte Dr. Zwicker: „Das wollen wir gemeinsam mit Ihnen tun, denn wir schätzen Ihre Arbeit sehr.“
Die Vertreter der Wohlfahrtsverbände wiesen ihrerseits auf die schwierige Situation der freien Träger hin, die auch durch anderweitige Kürzungen massiv unter Druck geraten. Um die eigenen Angebote weiter aufrecht erhalten zu können, seien sie bereits dabei, ihre Dienstleistungen und Verfahrensabläufe weiter zu optimieren. Aus Gründen der Planungssicherheit sei es überdies außerordentlich wichtig, Klarheit über das künftige Vorgehen des Kreises zu erhalten. Eine frühzeitige Information und eine Diskussion über die Ziele – auch vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung – seien daher erforderlich.
Landrat Dr. Zwicker sicherte das zu und machte deutlich, dass es in der weiteren Beratung allerdings keine Denkverbote geben dürfe. Grundlage für die weitere Beratung sei die von der Kreisverwaltung bereits eingeleitete Bestandsaufnahme der Förderungen im Sozialbereich. Zunächst seien entsprechende Daten beim Kreis selbst und zwischenzeitlich auch bei den kreisangehörigen Kommunen erhoben und abgeglichen worden. Inhaltlich gehe es vor allem um die Zielgruppen, die Wirkung und die Finanzierung der einzelnen Angebote entlang verschiedener Lebensbereiche. Nun würden die erstellten Angebotsprofile den jeweiligen Trägern zugeleitet mit der Bitte, die Profile zu überprüfen und gegebenenfalls zu ergänzen. Noch vor der Sommerpause werde nach Aussage von Dr. Zwicker die Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände – wie die Kreispolitik – über den aktuellen Stand informiert. Die Vertreter des Kreises baten die Verbände erneut, eigene Vorschläge zur künftigen Angebots- und Förderstruktur auch mit Blick auf absehbare gesellschaftliche Entwicklungen zu erarbeiten. Darüber wolle man dann im Herbst diskutieren, waren sich schließlich die Gesprächsteilnehmer einig. [/spoiler]



























