Erles ungekrönter „Schützen“-König ist seit Jahren Festzeltwirt Wenzel Schwering.

Aufbauen, abbauen, aufbauen, und das in der Regel im Jahr insgesamt 45 mal, und genauso oft zieht der Festzeltwirt mit seinen Zelten von Ort zu Ort.

In manchen Monaten stehen seine Zelte an drei Orten gleichzeitig in einem Umkreis von 35 Kilometern.
Jetzt ist Schützenfest in Erle. Ein letzter Check am Mittwoch im Erler Zelt. 1260 qm Tanzfläche erwarten die Gäste am Wochenende. In zwei Tagen haben acht Männer dieses XL-Zelt aufgebaut, was aber nicht das Größte in der Region ist. „In Marl bauen wir ein Zelt von 1800 qm auf“, so Wenzel Schwering, der mittlerweile seinen Sohn Benedikt als gleichberichtigen Partner an seiner Seite hat. Mit 13 Jahren sammelte Wenzel Schwering die Gläser auf den Festen ein. „Das hat immer viel Spaß gemacht und ich konnte so mein Taschengeld aufbessern“, erinnert sich der gelernte Industriekaufmann an die Anfänge seiner beruflichen Laufbahn als Festwirt.

Wie der Vater so der Sohn. Ein eingespielte Team sind Festwirt Wenzel (li.) und Sohn Benedikt Schwering
Wie der Vater so der Sohn. Ein eingespielte Team sind Festwirt Wenzel (li.) und Sohn Benedikt Schwering

Wie der Vater so der Sohn, half auch der heutige 27-jährige Benedikt früh im Familienbetrieb mit. „Bevor er auf andere Gedanken kommt, sollte er lieber arbeiten. Das habe ich auch gemacht“.

Als Vater Alfons 1987 verstarb, arbeitete Wenzel Schwering nur noch als Festwirt, und führte die Geschäfte seines Vaters weiter. Fand die Bewirtung damals noch in gemieteten Zelten statt, übernahm Schwering 1996 die 2200 qm großen Zelte des Ramsdorfers Engelbert Storck.

Im Laufe der Jahre wurde aufgestockt und die Festwirte können heute insgesamt 4500 qm Zelte ihr eigen nennen. Damit können sie gleichzeitig an vier verschiedenen Orten bewirten.
Mittlerweile hat der Familienbetrieb vier Fest- sowie 120 Aushilfen beschäftigt. „Die große Zahl ist notwendig, denn alleine im Juni haben wir vier Fest wo rund 85 Leute im Einsatz sind“, sagt Wenzel Schwering.

Sorgen in den letzten Jahren machen den Festwirten das Verhalten der jungen Festzeltbesucher. „Leider ist es heute so, dass viele erst ab 23 oder sogar erst um 24 Uhr ins Zelt kommen. Es wäre doch schön, wenn sich das Verhalten ändert und alle wirklich zwischen 20 und 21 Uhr da wären. Dass das geht, beweist ja das Oktoberfest“. Eine andere Sache sei auch das sogenannte „Vorglühen“. „Das bereitet uns ebenfalls Probleme. Der ganze Dreck und die leeren Flaschen vor dem Zelt stammen nicht von uns. Wer zu stark betrunken ist, kommt auch nicht ins Zelt“, so Junior-Chef Benedikt. Das Jugendschutzgesetzt, Bier ab 16 Jahre und Hochprozentiges ab 18 Jahre wird strikt eingehalten. „Aber was sich die jungen Besucher schon vorher alles rein kippen, können wir schlecht kontrollieren“, so Wenzel Schwering.

Was das Trinkverhalten anbelangt, gibt es ein deutliches Gefälle zwischen Stadt und Land. In Erle wird mehr Korn getrunken, in der Stadt läuft Bier besser. „Aber auch Mixgetränke und Cocktails sind auf dem Vormarsch, unter anderem Radler und Biwa, sprich Bier mit Wasser“.

Jetzt freuen sich die Festwirte auf das Erler Schützenfest. Für die Festwirtfamilie, dazu gehört auch Ehefrau Gaby, sind alle Fest schön. „Klar, ist es in Erle für uns am schönsten, denn hier ist unsere Heimat“, sagt Wenzel Schwering, der selber im Jahre 1992 Schützenkönig war.

Fünf Tage in der Woche auf- und abbauen, und am Wochenende bedienen bestimmen den Rhythmus der Familie. „Das ist nicht schlimm, denn die Arbeit macht mir Spaß, ich bin viel an der frischen Luft und ich sehe viel“, meint Benedikt, der eigentlich gelernter Schreiner von Beruf ist.

Erst wenn alle Feste in der Region gelaufen sind, steht für die Familie Urlaub an. Und das ist dann in der Regel im November, aber bis dahin müssen noch viele Zelt auf und abgebaut werden.

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