Zeelink? Nein Danke!

Hochmoor. Anlieger der geplanten Zeelink-Leitung in Hochmoor fordern eine vollständige Rücknahme des Planfeststellungsantrages sowie eine Neuplanung des Vorhabens

Andreas Heumer blickt mit großer Sorge in die Zukunft, besonders wegen der vielen Vorfälle, die es bereits weltweit mit Gas gegeben habe.

Direkt vor seiner Haustür entlang, soll im nächsten Jahr mit dem Bau der geplanten Zeelink – Gasleitung begonnen werden.
Das Versprechen des Betreibers, um die Gasleitung einen zehn Meter Schutzstreifen zu bauen, reichen Andreas Heumer aus Hochmoor, als Sicherheit nicht aus.
Seiner Meinung nach, gibt es keinen Schutzstreifen. Seine Bedenken: Wenn die Leitung einmal unter der Erde liegt, dann ist diese nachher auch nicht mehr sichtbar. „Hier könnte leicht ein Bagger einen Unfall verursachen. Damit wäre dann auf rund 350 Meter alles Leben erlöscht“, lauten seine Bedenken.

Bundestagsabgeordnete Ursula Schulte diskutierte mit den Anliegern der Zeelink-Gasleitung in Hochmoor über ihre sorgen und Ängste.

In dieser Woche wendete sich Andreas Heumer deshalb auch an die SPD Bundestagsabgeordnete  Ursula Schulte. Gemeinsam mit der Bürgerinitiative aus  Hünxe wurde der Politikerin eine Resolution gegen das Erdgasleitungsprojekt „Zeelink“.
Petra Bosse/Fotos: Privat

Resolution gegen das Erdgasleitungsprojekt Zeelink
Wir als betroffene Anlieger der geplanten Hochdruck-Erdgasfernleitung fordern eine vollständige Rücknahme des Planfeststellungsantrages der Zeelink GmbH und die Neuplanung des Vorhabens unter besonderer Berücksichtigung der Transportalternative NL.

Die bei der Planung der Zeelink Pipeline bewerteten Entscheidungsvorgaben und der Zeitplan der Niederländischen Regierung hinsichtlich der Reduzierung der Fördermengen haben sich mit dem Erdbeben im Januar 2018 in den Niederlanden als Folge der Gasförderung grundlegend geändert.


Es gibt eine Diskussion bei den Nachbarn darüber, wie man der vertraglichen Verpflichtung gegenüber Deutschland nachkommen will. Daraus ergeben sich Optionen mit Gas aus Norwegen oder eben aus Belgien durch das niederländische Gasnetz ohne die Zeelink.
Grundsätzlich fordern wir angemessene Sicherheitsabstände zu Wohnsiedlungen und Einzelwohnlagen, wie dies bereits durch das Oberverwaltungsgericht in Niedersachsen bewertet wurde bei einer vergleichbaren Leitung.

Ein Meter Erdabdeckung

Wir protestieren gegen die Bezeichnung „10 Meter Schutzstreifen“ des Vorhabenträgers. Dieser Streifen ist lediglich ein formeller Eintrag in einer Karte, die keine Schutzwirkung hat. Die Leitungstrasse ist nicht eingezäunt und es gibt keinen Schutz vor Beschädigungen bei gut einem Meter Erdbedeckung.

Dass solche Leitungen nicht geschützt sind, zeigen viele Unfälle in Deutschland, Belgien und vielen anderen Ländern, wo bei Havarien meistens auch Menschen zu Tode gekommen sind. Wie wenig dem Vorhabenträger Opern Grid Europe unsere Sicherheit wert ist, zeigt die Tatsache, dass bei dem Planfeststellungsantrag dem „Schutzgut Mensch“ nur zwei Seiten gewidmet wurden. Ein Brandschutzkonzept wurde im Antrag nicht mal für notwendig erachtet.

Mangelnde Transparenz

Wir beanstanden insbesondere die mangelnde Transparenz im Entscheidungsprozess der Bundesnetzagentur, als man sich im Jahre 2014 für dieses höchst umstrittene Projekt entschieden hat, ohne Alternativen geprüft zu haben.
Wir Beschwerdeführer beklagen nicht etwa Belästigungen wie Lärm oder Emissionen, nein, hier geht es um Leben oder Tod bei einer Havarie, die ein Kettenbagger versehentlich in wenigen Minuten verursachen kann. Das heißt nicht, dass es keine Gaspipelines geben darf… Es bedeutet aber, dass es im Gefahrenradius von 300 Metern keine Wohnbebauung geben darf.
Wir möchten, dass die Politik das Thema wieder aufgreift, bevor die Gerichte nach langwierigen Rechtsauseinandersetzungen ein Grundsatzurteil zu den nicht vorhandenen Sicherheitsabständen fällen müssen. Dies kann der Gesetzgeber vorher regeln.

Vorheriger ArtikelZehnte Fahrradbörse in Raesfeld
Nächster ArtikelFastenzeit ist „Solibrotzeit“
avatar
Netiquette - Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzten Sie dabei keine anonymen Namen. Mailadressen und andere persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Mit dem Abgeben eines Kommentars erklären Sie Ihr Einverständnis, dass Ihr Benutzername und der Kommentartext in Gänze oder in Auszügen auf Heimatreport zitiert werden kann. Achten Sie auf einen sachlichen Umgangston! Beleidigende, diskriminierende oder anstößige Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen, löscht die Redaktion.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here