Wolfsangriffe in Raesfeld sorgen für wachsende Unruhe – CDU-Fraktionschef Bernhard Bölker fordert Unterstützung vom Landesamt für Umwelt und Natur (LANUV).
Die Präsenz des Wolfs wird in der Gemeinde Raesfeld (Förderkulisse Westmünsterland) immer deutlicher spürbar. Allein an einem einzigen Tag wurden mindestens sechs Sichtungen gemeldet – teils in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern und sogar am Abend in der Nähe von Mülltonnen. Diese Vorfälle verstärken die wachsende Unsicherheit der Bürgerinnen und Bürger, die sich fragen, wie sie mit der zunehmenden Aktivität des Raubtiers.
Politik sucht Lösungen
Angesichts der zunehmenden Verunsicherung in der Bevölkerung hat der CDU-Fraktionsvorsitzende Bernhard Böker die Initiative ergriffen und eine Anfrage an das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) gestellt. In seinem Schreiben fordert er klare Handlungsempfehlungen und Unterstützung, um sowohl die Sicherheit der Bürger als auch den Schutz der regionalen Tierhaltung.

31 Schafe in weniger als einem Jahr gerissen
Seit dem 26. Januar 2024 wurden in Raesfeld und Umgebung insgesamt 31 Schafe durch Wölfe getötet oder so schwer verletzt, dass sie eingeschläfert werden mussten. Dies ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs: Weitere Vorfälle blieben, so Bölker, oft ungemeldet, da betroffene Schafhalter den bürokratischen Aufwand scheuen. Besonders beunruhigend sei, dass selbst Schutzmaßnahmen, wie 120 cm hohe Zäune, oft nicht ausreichen. In einigen Fällen seien sogar höhere Zäune von den Wölfen überwunden worden.

Angriffe in unmittelbarer Nähe von Wohngebieten
Ein wachsendes Problem ist die Nähe der Wolfsrisse zu Wohnhäusern. So wurden Schafe nur 20 Meter entfernt von einem Neubaugebiet getötet (wir berichteten). Auch im Außenbereich häufen sich die Vorfälle, bei denen Wölfe direkt an Wohnhäusern oder Gewerbebauten Tiere angreifen. Besonders auffällig ist das Verhalten zweier Wölfe mit den Kennungen HW01 GW3616m und der Wölfin Gloria mit der Kennung HW02 GW954f, die mehrfach in der Region gesichtet und nachweislich in Rissvorfällen verwickelt waren.

Gefährdung von Mensch und Natur
Die zunehmenden Wolfsbeobachtungen verstärken die Unsicherheit in der Gemeinde. Allein am 24. Oktober 2024 wurde vermutlich derselbe Wolf sechs Mal in Raesfeld und Umgebung gesichtet – unter anderem in unmittelbarer Nähe einer Kindergartengruppe, die sich regelmäßig in einem Wäldchen östlich der Gemeinde aufhält. Aus Sicherheitsgründen sei der Aufenthalt der Kinder dort inzwischen eingestellt worden.
Die Folgen der Wolfspräsenz seien, so Bölker, auch wirtschaftlich spürbar: „Erste Schafhalter denken darüber nach, ihre Tierhaltung aufzugeben. Ein Halter hat diesen Schritt bereits vollzogen“. Gleichzeitig stelle, eine umfassende Einzäunung mit hohen Schutzvorrichtungen eine Belastung für das Landschaftsbild dar und gefährde die traditionelle Weidehaltung.

CDU-Fraktion fordert Antworten
Die Ungewissheit über den Umgang mit der wachsenden Wolfspopulation stelle auch die Kommunalpolitik vor Herausforderungen. „Wir werden immer gefragt, wie man sich bei einer Begegnung mit einem Wolf verhalten soll und wie es langfristig weitergehen soll“, erklärt Bernhard Bölker. Die Politik vor Ort habe jedoch keine Entscheidungshoheit in dieser Frage, betont er. Ziel sei es, den Bürgerinnen und Bürgern klare und zufriedenstellende Antworten geben zu können.

Mit Nachdruck fordert Bölker und der Gemeindeverband der CDU Raesfeld-Erle-Homer daher Unterstützungs- und Handlungsempfehlungen vom Landesamt. „Deshalb bitten wir Sie um Ratschläge, wie wir mit dem Thema umgehen können“, so sein Appell. Die CDU-Fraktion hofft auf eine baldige Klärung, um die Situation für Mensch und Tier in der Region nachhaltig zu verbessern.



























