Der Krieg im Nahen Osten wirkt sich derzeit auch auf die Energiepreise aus. Viele Autofahrer bemerken das direkt an der Zapfsäule: Benzin und Diesel nähern sich an manchen Tankstellen über der Zwei-Euro-Marke. Die Entwicklung sorgt für Unmut und wirft die Frage auf, wie stark geopolitische Konflikte die Preise beeinflussen und welche Möglichkeiten die Politik hat, darauf zu reagieren.
Bundesregierung setzt Taskforce ein
Angesichts steigender Energiepreise haben die Koalitionsfraktionen im Bundestag eine Taskforce eingesetzt. SPD und Union wollen gemeinsam mit der Bundesregierung die Entwicklung der Energiepreise beobachten und mögliche Maßnahmen prüfen.
Ziel sei es, die Lage kontinuierlich im Blick zu behalten und bei Bedarf schnell reagieren zu können. Dazu soll die Taskforce im engen Austausch mit der Bundesregierung stehen und mögliche Handlungsspielräume analysieren.

Keine Versorgungsengpässe erwartet
Trotz der angespannten geopolitischen Lage sehen Experten derzeit keine Gefahr für die Versorgung mit Kraftstoffen. Nach Einschätzung des ADAC sind aktuell keine Engpässe zu erwarten. Auch der Wirtschaftsverband Fuels und Energie erklärt, dass weder bei Benzin und Diesel noch bei Heizöl oder Flugkraftstoff Versorgungsprobleme zu befürchten seien.
Ein Grund dafür ist die breite Herkunft des Rohöls. Deutschland bezieht Rohöl aus rund 30 Ländern. Zu den wichtigsten Lieferanten zählen Norwegen, die USA, Libyen, Kasachstan und Großbritannien. (Quelle: ADAC / Wirtschaftsverband Fuels und Energie)
Auch aus der Bundesregierung kommen ähnliche Einschätzungen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erklärte, derzeit sehe man keine Knappheiten bei Öl. Auch im Gasmarkt gebe es aktuell keine physischen Engpässe.
Tankstellen dürfen Preise selbst festlegen
Nach Angaben des Bundeskartellamts dürfen Tankstellen ihre Kraftstoffpreise grundsätzlich selbst bestimmen. Verantwortlich dafür sind die jeweiligen Betreiber oder Unternehmen, die die Preissetzungshoheit besitzen. Eine gesetzliche Begrenzung für Kraftstoffpreise gibt es nicht. Auch die Anzahl der Preisänderungen pro Tag ist nicht limitiert.
Preise ändern sich bis zu 22-mal täglich
In Deutschland ändern Tankstellen ihre Preise durchschnittlich etwa 22-mal am Tag. Häufig kommt es dabei zu mehreren kleineren Preissenkungen im Tagesverlauf sowie zu einigen größeren Preiserhöhungen. Autobahntankstellen passen ihre Preise deutlich seltener an.
Abends meist am günstigsten tanken
Wer beim Tanken sparen möchte, sollte den Zeitpunkt beachten. Nach Auswertungen liegt der günstigste Zeitpunkt häufig am Abend. Besonders oft sinken die Preise kurz vor 20 Uhr sowie noch einmal kurz vor 22 Uhr.
Teuer ist es dagegen meist am Morgen. Zwischen 7 und 8 Uhr liegen die Preise häufig auf einem Tageshoch. Experten raten deshalb, Preise zu vergleichen und möglichst nicht in den frühen Morgenstunden zu tanken.
Ein großer Teil des Spritpreises sind Steuern
Ein erheblicher Teil des Kraftstoffpreises entfällt auf Steuern und Abgaben. Nach Angaben des ADAC beträgt die Energiesteuer bei Benzin 65,4 Cent pro Liter und bei Diesel 47,0 Cent pro Liter. Zusätzlich wird auf den gesamten Kraftstoffpreis eine Mehrwertsteuer von 19 Prozent erhoben. Damit machen Steuern häufig rund die Hälfte des Literpreises aus, je nach aktuellem Marktpreis auch etwas mehr oder weniger.



























