So richtig sauer sind Ute Kramer und Heike Müller aus Erle über die zahlreichen Hundekottüten, die Hundehalter in letzter Zeit vermehrt einfach auf den Feldern und den Wiesen entsorgen.

Mit Plastikhandschuhen und einer Tüte ausgestattet machte sich Heike Müller aus Erle auf den Weg – eigentlich für eine gewöhnliche Hunderunde. Doch auf einer Strecke von gerade einmal 200 Metern sammelte sie rund 25 vollgeknotete Hundekotbeutel ein – viele davon schwer und auffällig platziert.
„Jetzt brauche ich mich darüber schon mal nicht mehr zu ärgern“, sagte sie im Gespräch. Seit Monaten beobachte sie vermehrt, dass Beutel mit Hundekot achtlos in die Natur geworfen würden – an Wegesränder, in Sträucher oder einfach mitten in die Landschaft.
Was sie besonders irritiere, sei der Widerspruch im Verhalten vieler Hundehalter: „Da wird eine Tüte benutzt – also der erste Schritt zur Verantwortung – und dann wird sie einfach irgendwo entsorgt. Das finde ich völlig unverständlich“, so ihre Einschätzung.
Neben der offensichtlichen Umweltverschmutzung durch den Kot sei vor allem das langlebige Plastik problematisch. Es könne Jahrzehnte brauchen, bis es sich zersetze. „Für mich ist das reine Augenwischerei – die Verantwortung wird nur vorgetäuscht“, erklärte die Erlerin.

Ebenfalls verärgert über die große Anzahl von Hundetüten ist Ute Kramer. Sie wohnt direkt am Feld an der Schermbecker Straße, hat selber sieben Hunde und ist bei weitem keine Hundefeindin. „Was mich sauer macht, ist die Tatsache, dass einige sogar die vollen Tüten auf unsere Wiese werfen und meine Hunde mir diese dann freudestrahlend anschleppen“.
Beide Hundehalterinnen sind keine Umweltaktivistinnen, aber die Pseudo-Sammler nerven die Frauen gehörig. Ein Grund dafür, dass Heike Müller nur dann eine Hundetüte benutzt, wenn ihr Labrador sich auf dem Feld löst. „Am Wegesrand lasse ich den Haufen liegen. Zum einen verrottet der Kot dort schnell und ich sehe darin auch eine kleinere Umweltbelastung, als in Plastiktüten“, gesteht Müller.

Der zirka 800 Meter lange Hunderundweg beginnt an der Schermbecker Straße/Mühlenweg und endet am Schützenzeltplatz an der Marienthaler Straße, oder anders herum. Er wird von den Hundehalter auch als „Rue de la` Kack“ benannt und ist hochfrequentiert. Zirka 20 Hunde morgens und 20 Hunde am Abend gehen hier täglich spazieren. Die einzige Hundestation mit Tüten und Abfalleimer steht allerdings nur an der Marienthaler Straße.
Nach Ansicht mehrerer Hundehalter aus Erle mangele es auf beliebten Spazierwegen an ausreichend Entsorgungsmöglichkeiten für Hundekotbeutel. „Es fehle definitiv in der Mitte der Strecke ein Mülleimer, denn die meisten Hunde lösten sich bereits nach 100 bis 200 Metern“, erklärte Ute Müller. Kaum jemand habe dann noch Lust, die Tüte über längere Zeit mit sich zu tragen.
Auch Ulli Rohlof, der dieselbe Strecke regelmäßig mit seinem Hund gehe, äußerte Unverständnis über das Verhalten mancher Halter. Viele würden zwar zunächst die Haufen ihrer Tiere in Beutel verpacken, diese dann aber einfach in die Landschaft werfen. „Dann könnten sie es auch gleich liegen lassen“, meinte er verärgert. Als Hundehalter habe man ohnehin mit Vorurteilen zu kämpfen – durch achtlos weggeworfene Beutel werde das Bild nicht besser.
Alle drei befragten Hundehalter waren sich einig: Das derzeitige Verhalten einiger Tierhalter habe mit nachhaltigem Handeln nichts mehr zu tun. Vielmehr schade es der Umwelt – und letztlich auch dem Steuerzahler, der für die aufwendige Reinigung öffentlicher Flächen aufkomme. Würden die Hinterlassenschaften stattdessen am Wegesrand oder auf Wiesen verbleiben, sei der Schaden unter Umständen geringer, hieß es.




























