StartGemeinde RaesfeldErleVersuch eines medienwirksamen Spektakels für das Bürgerforum Raesfeld-Erle scheitert

Versuch eines medienwirksamen Spektakels für das Bürgerforum Raesfeld-Erle scheitert

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Die WDR-Lokalzeit führte ein Interview mit Bürgermeister Martin Tesing zum anstehenden Bürgerentscheid am 9. Juni. Jugendliche Besucher des Jugendhauses betonten, dass die Notlösung in der Sporthalle zwar eng, jedoch für ein Jahr erträglich sei.

Der Plan war ambitioniert: Der WDR hatte für Montag erneut ein Interview mit den Initiatoren des Bürgerentscheids zum Jugendhaus angekündigt. Diese Gelegenheit ergriffen die Initiatoren zur Planung eines medienwirksamen Ereignisses für das Bürgerforum Raesfeld-Erle.

Sie riefen am Sonntag dazu auf sich zu beteiligen und Kinder, Enkelkinder, Nichten, Neffen und Nachbarskinder zum Interview mitzubringen, um allen, die das Jugendhaus gerne besucht haben oder es wieder in ihr Alltagsleben integrieren möchten, eine Stimme zu geben. Dieser Aufruf verbreitete sich schnell in den sozialen Medien.

Versammlung Ja – Versammlung Nein

Bereits am Mittag des folgenden Tages wurde dieser Aufruf zurückgezogen. Zur Begründung hieß es, die Polizei habe „Wind von der Sache“ bekommen und die Initiatoren aufgefordert, die Versammlung nicht stattfinden zu lassen. Andernfalls könne die Polizei gezwungen sein, Personalien aufzunehmen und Bußgelder zu verhängen. Patrick Regner betonte, dass dies das gute Recht der Polizei sei und man ihr keinen Vorwurf machen könne, da sie sich lediglich an die geltenden Gesetze halte.

Thomas Ohm von der Pressestelle der Polizei Borken erklärte auf Nachfrage, dass die Polizei bisher keine Kenntnis von einer größeren Versammlung am Jugendhaus habe. Es sei zwar richtig, dass eine solche Versammlung 48 Stunden im Voraus vom Veranstalter angemeldet werden müsse.

Allerdings sei die Aussage des Bürgerforums, dass Bürger, die dennoch am Montag zum Treffen mit dem WDR nach Erle kommen würden, mit einem Bußgeld rechnen müssten, nicht korrekt. Ohm betonte, dass es legitim sei, mit dem WDR zu sprechen, wenn jemand dies wünsche.

Interview mit Martin Tesing

Am Ende gab es noch einen kurzen Dreh mit dem WDR und ein Interview mit einem der Initiatoren außerhalb des Jugendhauses sowie einige kurze Frequenzen aus dem Jugendhaus. Auch Bürgermeister Martin Tesing kam in einem Interview im Rathaus zu Wort. Und auch die Borkener Polizei zeigte am Ende Präsenz.

Jugendliche Stimmen zur aktuellen Situation

Wir nutzten die Gelegenheit, um mit einigen Jugendlichen vor den Jugendräumen an der Sporthalle zu sprechen. Wir wollten wissen, wie sie persönlich die Situation empfinden. Trotz beschränkter Größe werden die Räumlichkeiten des aktuellen Jugendhauses offenbar gut besucht.

Es fehlt ein Raum für Jugendliche

Hanna S.,17 Jahre alt, sagt, dass es darauf ankommt, wann man ins Jugendhaus geht. Manchmal sei es sehr eng, besonders wenn die Jüngeren ab 14 Uhr kommen. Dann fehle ein Bereich, wo Jugendliche ungestört reden können.

Deutsche Luxusprobleme

„Wenn die Kinder dabei sind, müssen wir immer aufpassen, was wir sagen“, so Hanna. Sie betont jedoch auch: „Das sind für uns Deutsche Luxusprobleme (das sind deutsche Luxusprobleme?) Die Flüchtlinge haben es schwerer als wir. Wir müssen nicht auf engem Raum schlafen, wir haben alle ein Dach über dem Kopf und können nach dem Besuch im Jugendhaus nach Hause gehen“. Für sie sei es daher völlig in Ordnung noch ein Jahr lang auf die Annehmlichkeiten eines größeren Jugendhauses zu verzichten.

Auch der 21-jährige Phil unterstützt diese Meinung. Er findet, dass es erträglich sei, sich für ein weiteres Jahr „dünn zu machen“. Phil besucht auch oft das Jugendhaus in Raesfeld und bemerkt, dass in den letzten Monaten in beiden Jugendhäusern mehr los ist, besonders auffällig sei dies aber in Erle.

Situation nicht so schlimm

Die 19-jährige Melina K. aus Raesfeld, die an diesem Tag schon für die Lokalzeit des WDR als Statistin einige Runden Billard im Jugendhaus spielen musste, findet die derzeitige Situation gar nicht so schlimm. „Die Flüchtlinge hier in Erle brauchen eine Unterkunft dringender als wir. Vor allem die Kinder, für ein zukünftiges und besseres Leben.“ Deshalb sei sie auch gern bereit, für einige Monate auf die Annehmlichkeiten eines größeren Jugendhauses zu verzichten.

*Die Nachnahmen der Jugendlichen liegen der Redaktion vor!
Die Ausstrahlung des Interview heute Abend in WDR Lokalzeit Münsterland um 19.30 Uhr.

Das sind für uns Deutsche Luxusprobleme. Die Flüchtlinge haben es schwerer als wir.

Hanna S.

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