Letzte Woche gab Bürgermeister Andreas Grotendorst offiziell bekannt, dass er nicht mehr bei der Kommunalwahl 2020 kandidieren werde. Somit wird er auf keinen Fall die lange Amtszeit von Udo Rößing toppen. Was hält Udo Rößing von seinem Entschluss?

Nachgefragt!

Udo Rößing war 34 Jahre Gemeindeoberhaupt in Raesfeld. Davon war er 20 Jahre als Verwaltungschef und 14 Jahre als hauptamtlicher Bürgermeister in der Gemeinde tätig und somit 2009 dienstältestes Gemeindeoberhaupt im Lande.

Kommunalwahl Raesfeld 2009
Foto: Udo Rößing gratuliert seinem Nachfolger Andreas Grotendorst. Foto: Archiv 2009

Am 20. Oktober 2009 übergab er offiziell die Amtsgeschäfte an seinem Nachfolger Andreas Grotendorst, der zu dieser Zeit schon erster Beigeordneter war. Beide haben den gleichen Bildungsgang und beide waren zu Beginn ihrer Amtszeit keine Polit-Profis, sondern solche, die das Kommunal-Management von der Pike auf gelernt haben.

Können sie nachvollziehen, dass Andreas Grotendorst zur Kommunalwahl 2020 nicht mehr kandidieren wird und neue Wege gehen möchte?

Ich bin gänzlich überrascht gewesen und habe nicht damit gerechnet. Ich dachte immer, dass er sich in Raesfeld so wohlfühlt, und deshalb auch sehr lange Bürgermeister bleiben wird. Nachvollziehen, das ist nicht meine Aufgabe. Das muss er selber entscheiden. Ich kann dies aber nur bedauern.

Wie sehen Sie im Nachgang die elf Jahre Amtszeit und die Arbeit von Andreas Grotendorst als ihren Nachfolger heute?

Ich finde, dass er ein guter Nachfolger ist. Er hatte anfänglich mit mir gemeinsam einiges für den Ort erarbeitet, unter anderem das gute Vertrauensverhältnis im Rathaus und Rat aufgebaut, was er anschließend auch als Bürgermeister in seiner Amtszeit weitergeführt hat. Darüber hinaus hat er ein gutes Verhältnis zu den Bürgern. Er zeigt sich mit ihnen auch sehr häufig auf Veranstaltungen, sodass Raesfeld auch weiterhin eine Bürgergemeinde geblieben ist.

Glauben Sie, dass es in der heutigen Zeit schwieriger geworden ist, hauptamtlicher BM in einer Kommune, oder Stadt zu sein?

Dafür sehe ich keine Gründe.

Kann es sein, dass sich zukünftig die Kommunalpolitik schwieriger gestaltet wird? Wenn beispielsweise neue Gruppierungen in der Gemeinde einen neuen Ortsverband gründen möchten?

Ich kann mir schon vorstellen, dass, wenn es eine größere Anzahl an Gruppierungen als früher in der Politik gibt, es schwieriger werden kann. Alleine schon dadurch, wenn sich keine eindeutigen Mehrheitsverhältnisse mehr herausstellen, kann es im Einzelfall schwierig werden, zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen.

Was sollte ihrer Meinung nach der neue Bürgermeister von Raesfeld auf alle Fälle mitbringen?

Also zunächst meine ich, dass ein Bürgermeister einen ordentlichen Ausbildungshintergrund haben sollte. Er muss in der Lage sein, mit den Bürgern in einem guten Dialog zukommen und auf alle Fälle ein gemeinsames Arbeitszeugnis finden, egal wie viele neue Gruppierungen zukünftig im Rat sind, damit er auch weiterhin lösungsorientiert arbeiten kann.

Petra Bosse

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