Immer wieder sorgen sich die Verantwortlichen des Tiergartens am Schloss Raesfeld über das Verhalten einzelner Besucher. Absperrungen würden trotz bestehender Gefahren missachtet, Pylonen entfernt und Müll im Wald hinterlassen. Christoph Beemelmans, Geschäftsführer der Stiftung Ferdinand von Raesfeld, appellierte deshalb beim Pressetermin an die Vernunft der Besucher.
Umgestürzte Eiche blockierte den Weg
Erst kürzlich war eine große Eiche am Teich umgestürzt und ist quer über einen Weg gefallen. Die Gemeinde Raesfeld sperrte den Bereich aus Sicherheitsgründen sofort ab. Dennoch ignorierten einige Besucher die Sperrung.

Christoph Beemelmans schilderte die Situation: „Die Gemeinde hat den Weg nach dem Umstürzen des Baumes sofort gesperrt. Diese Sperrung wurde von einigen Besuchern jedoch nicht beachtet. Das halte ich für problematisch, denn es bestand eine konkrete Gefahr. Der Baum lag so über dem Weg, dass man darüberklettern oder darunter hindurchkriechen musste.“
Videos für soziale Medien und Glasscherben im Wald
Besonders geärgert habe ihn das Verhalten einiger Besucher nach dem Sturm. „Besonders ärgerlich ist es, wenn sich Menschen dort für soziale Medien filmen, Alkoholflaschen mitbringen und anschließend Glasscherben liegen bleiben. Auch Zigarettenstummel haben im Wald nichts zu suchen.“
Nach Angaben der Stiftung wurden zudem Absperrpylonen in den Graben geworfen. Trotz der Sperrung versuchten auch Radfahrer immer wieder, den Weg weiter zu nutzen.
Absperrungen dienen der Sicherheit
Beemelmans betonte, dass es der Stiftung nicht darum gehe, Besucher ständig mit Verboten zu konfrontieren. Bei zeitlich begrenzten Sperrungen gehe es jedoch ausschließlich um die Sicherheit.
„Es geht uns nicht darum, ständig auf Verbote hinzuweisen. Für die Missachtung einer zeitlich begrenzten Sperrung habe ich jedoch wenig Verständnis. Die Absperrung dient der Sicherheit der Besucher. Trotzdem werden Pylonen in den Graben geworfen und Radfahrer versuchen weiterhin, den gesperrten Weg zu benutzen.“

Arbeiten auch am Wochenende notwendig
Da Schäden nach Unwettern oder durch umgestürzte Bäume nicht planbar seien, müssten Mitarbeiter der Stiftung auch an Wochenenden im Tiergarten arbeiten.
„Ich bitte deshalb um Verständnis, wenn wir gelegentlich auch an Samstagen oder Sonntagen im Wald arbeiten müssen. Wir können jedoch nicht an jedem Wochenende sofort vor Ort sein. Auch Forstleute brauchen gelegentlich einen Samstag oder Sonntag, an dem sie nicht im Wald im Einsatz sind.“
Beemelmans appelliert an alle Besucher, Sperrungen konsequent zu beachten und den Tiergarten respektvoll zu behandeln. Nur so könnten Gefahren vermieden und die Natur langfristig geschützt werden.
Totholz gehört zu einem gesunden Wald
Ein weiteres Thema, das immer wieder Fragen von Besuchern auslöst, ist Totholz. Nach Angaben von Christoph Beemelmans werde die Stiftung regelmäßig auf abgestorbene Bäume angesprochen. Viele Menschen gingen davon aus, dass diese grundsätzlich entfernt werden müssten.

„Im Wald haben wir Produktionszeiträume, die bis zu 200 Jahre oder länger gehen. Hier gibt es noch eine Spezifikät, auf die kommen wir bei dem Stichwort Totholz zu sprechen. Auch das wird eines der Themen sein, die Wanderer immer wieder bewegt. Ich bekomme immer wieder Anrufe oder werde angehalten, wenn ich mit meinen Leuten unterwegs bin. Hören Sie mal, da ist ein toter Baum. Ganz fürchterlich, tote Bäume will ich im Wald.“

Tatsächlich erfüllt Totholz im Wald wichtige ökologische Aufgaben. Abgestorbene Bäume bieten Lebensraum für zahlreiche Käfer, Pilze, Moose und Flechten sowie für Spechte, Fledermäuse und viele weitere Tierarten. Während der langsamen Zersetzung werden Nährstoffe an den Waldboden zurückgegeben. Gleichzeitig speichert Totholz über viele Jahre Kohlenstoff, hält Feuchtigkeit im Wald und trägt damit zur Stabilität des Ökosystems sowie zur Anpassung an den Klimawandel bei. Deshalb gehört eine angemessene Menge an Alt- und Totholz heute zu einem naturnah bewirtschafteten Wald.




























