StartGemeinde RaesfeldTiergarten Raesfeld: Beemelmans stellt Konzept für neuen Mischwald vor

Tiergarten Raesfeld: Beemelmans stellt Konzept für neuen Mischwald vor

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Christoph Beemelmans: Mit dem Tiergarten in Raesfeld setzen wir unsere Ziele in den Bereichen Tierschutz, Naturschutz und Landschaftspflege erstmals auf einer eigenen Fläche und in einem eigenen Projekt um. Foto: Petra Bosse

Beim Pressetermin im Tiergarten am Schloss Raesfeld stellte Projektleiter und Geschäftsführer der Stiftung Ferdinant von Raesfeld“ Christoph Beemelmans an einer weiteren Station zum Gesamtkonzept Tiergarten die Entwicklung einer rund vier Hektar großen Waldfläche vor. Während des Rundgangs erläuterte er, welche Baumarten künftig wachsen sollen und warum die Stiftung keinen neuen Reinbestand anlegen will.

Frühere Fichtenfläche entwickelt sich neu

Der frühere Fichtenbestand sei infolge von Dürre, Schädlingsbefall und weiteren Schäden bereits vor einigen Jahren verloren gegangen. Seitdem habe sich die Fläche nach und nach auf natürliche Weise neu entwickelt.

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„Die Fläche ist kalamitätsbedingt vor acht oder zehn Jahren abgenommen worden. Ich kann das zeitlich nicht ganz exakt einordnen. Offensichtlich handelte es sich überwiegend um einen Fichtenreinbestand, leicht gemischt mit einzelnen Eichen und etwas Lärche“, erklärte Beemelmans.

Wald-Bestand Tiergarten Schloss Raesfeld
Foto: Petra Bosse

Inzwischen wachsen auf der Fläche wieder junge Bäume. Lärchen, Birken, einzelne Eichen und vereinzelt auch Fichten hätten sich durch natürliche Verjüngung angesiedelt.

„Hier hat sich bereits eine natürliche Verjüngung eingestellt. Man kann sagen, dass eine Sukzession begonnen hat. Die Fläche würde sich langsam wieder zu Wald entwickeln“, sagte Beemelmans.

Die vorhandenen jungen Bäume sollen jedoch nicht vollständig sich selbst überlassen bleiben. Die Stiftung will die Entwicklung gezielt begleiten und einzelne Bereiche neu gestalten.

Eiche wird wichtigste Zielbaumart

Die Eiche soll auf der Fläche künftig eine zentrale Rolle übernehmen. Sie komme nach Einschätzung der Fachleute mit den Standortbedingungen besonders gut zurecht.

„Die wichtigste Zielbaumart wird hier im Großen und Ganzen die Eiche sein. Die Eiche kommt mit diesem Standort sehr gut zurecht“, erklärte Beemelmans.

Die Stiftung wolle jedoch keinen neuen Reinbestand anlegen. Anders als beim früheren Fichtenwald sollen künftig mehrere Baumarten nebeneinander wachsen.

„Unser Ziel ist ausdrücklich nicht, hier Tabula rasa zu machen“, betonte Beemelmans.

Die bereits vorhandene Vegetation soll deshalb teilweise erhalten bleiben. Lärchen, Birken und andere junge Bäume könnten an geeigneten Stellen weiterwachsen. An anderen Stellen müsse die Stiftung eingreifen, um Platz für die geplanten Laubbäume zu schaffen.

Keine neue Monokultur

Beemelmans machte deutlich, dass die Stiftung weder ausschließlich Lärchen noch ausschließlich Buchen oder Eichen pflanzen wolle.

„Wir wollen hier nicht nur Lärchen oder nur Buchen pflanzen. Genau das ist nicht unser Ziel. Die verschiedenen Baumarten sollen vielmehr schrittweise ineinander übergehen, abhängig von den jeweiligen Standortbedingungen.“

Die Stiftung wolle die Fläche mosaikartig entwickeln. Unterschiedliche Baumarten sollen in kleineren Gruppen wachsen. Dazwischen könnten freie Bereiche oder Flächen mit natürlicher Vegetation bestehen bleiben.

„Wenn ich von Gruppen oder Horsten spreche, meine ich kleine Gruppen mit zehn, 20 oder 30 Pflanzen. Dazwischen bleiben auch einmal Flächen frei. An anderer Stelle wird punktuell wieder eine Baumart eingebracht. So entsteht ein wechselndes Bild aus verschiedenen Baumarten“, erklärte Beemelmans.

Lichte Waldränder und Heckenstrukturen

Entlang der Wege und an den Waldrändern plant die Stiftung lichte Bereiche mit verschiedenen Bäumen und Sträuchern. Diese Übergangszonen sollen Lebensräume für Tiere schaffen und zugleich die Struktur des Waldes verbessern.

Tiergarten -Lichte Waldränder und Heckenstrukturen
Lichte Waldränder und Heckenstrukturen. Foto: Petra Bosse

„Hier kann gerne die Birke aufkommen. Auch ein Ahorn wäre eine gute Ergänzung. Holunder kann mitwachsen. Wir wollen mehrere Bäume zweiter Ordnung einbringen und zugleich Heckensträucher ergänzen“, sagte Beemelmans.

Zu den vorgesehenen Sträuchern gehören Weißdorn, Schwarzdorn, Holunder und Hasel. Wo sich die Hasel nicht von selbst ansiedele, könne sie gezielt in die Waldränder gepflanzt werden.

„Dazu gehören Weißdorn, Schwarzdorn, Holunder und Hasel. Wo die Hasel nicht von selbst wächst, kann sie punktuell in die Waldränder eingebracht werden“, erklärte Beemelmans.

Neben der ökologischen Funktion sollen die Waldränder einen fließenden Übergang zwischen Wegen, offenen Bereichen und dichterem Wald schaffen.

Mehrere Baumarten für einen stabilen Wald

Im Inneren der Fläche soll die Eiche den Schwerpunkt bilden. Weitere Baumarten sollen den Bestand ergänzen und für mehr Vielfalt sorgen.

„Der Schwerpunkt der Fläche soll später mosaikartig aufgebaut sein. Wir wollen mit Eiche und Vogelkirsche arbeiten. Dazwischen kann auch einmal eine Linde stehen. Die Hainbuche ist ebenfalls eine sehr gute ergänzende Baumart“, erklärte Beemelmans.

Auch die Flatterulme komme mit den Bedingungen auf der Fläche zurecht. Auf diese Weise könne ein Bestand aus mehreren unterschiedlichen Baumarten entstehen. „So kommen wir schnell auf ein Potpourri von vier, fünf, sechs oder sieben verschiedenen Baumarten“, sagte Beemelmans.

Die Stiftung will die Arten nicht flächendeckend voneinander getrennt pflanzen. Stattdessen sollen sie sich kleinräumig abwechseln und gemeinsam einen vielfältigen Waldbestand bilden.

Gelenkte natürliche Entwicklung

Die Verantwortlichen sprechen bei dem Konzept von einer gelenkten Sukzession. Die natürliche Entwicklung soll grundsätzlich weiterlaufen, die Stiftung greift jedoch dort ein, wo bestimmte Baumarten zu stark aufkommen oder gewünschte Arten keinen Platz finden.

Beemelmans verwies auf junge Lärchen, die bereits auf der Fläche wachsen. „Wir sehen hier vielleicht zehn, 15 oder 20 junge Lärchen. Wenn wir nichts daran verändern würden, könnten wir sie einfach weiterwachsen lassen. In einem Privatwald würde ich einem Eigentümer vermutlich genau dazu raten und sagen: Das ist uns von selbst zugewachsen, das nehmen wir mit.“

Im Tiergarten verfolge die Stiftung jedoch einen anderen Ansatz.

„Wir werden an einigen Stellen Lärchen stehen lassen. Ein Teil wird jedoch entfernt, damit wir dort gezielt die gewünschten Laubbäume einbringen können“, erklärte Beemelmans.

Auch stark wachsende Brombeeren müsse die Stiftung punktuell zurücknehmen. Teilweise erreichten die Bestände bereits Mannshöhe und könnten die Entwicklung junger Bäume behindern.

Widerstandsfähiger gegen Trockenheit und Schädlinge

Mit dem geplanten Aufbau will die Stiftung langfristig einen stabilen, klimaangepassten und artenreichen Wald schaffen. Die Mischung verschiedener Baumarten soll verhindern, dass Krankheiten, Trockenheit oder Schädlinge erneut große Teile des Bestandes gleichzeitig treffen. Der frühere Fichtenreinbestand habe gezeigt, wie anfällig eine Monokultur unter veränderten klimatischen Bedingungen sein könne. Der neue Wald soll deshalb aus mehreren Arten und unterschiedlich aufgebauten Bereichen bestehen.

Die Entwicklung werde sich über viele Jahre erstrecken. Die Stiftung wolle vorhandene natürliche Prozesse nutzen, neue Baumarten gezielt ergänzen und die Fläche schrittweise in einen vielfältigen Mischwald überführen.

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