Sterben begreifen in Gemeinschaft

Ehrenamtliche Hospizhelfer begleiten Bewohner in ihrer letzten Lebensphase /

Caritas-Aktionswoche

Raesfeld (cpg-press). In den vier Betreuten Wohngemeinschaften der Caritas Pflege & Gesundheit in Borken, Velen, Reken und Weseke können die Bewohner bis zu ihrem Lebensende verbleiben. Die Wohngemeinschaft und die mit ihr verbundenen Dienste bieten die Sicherheit in der Versorgung, die auch ein stationäres Altenheim oder ein Hospiz bietet. Hinzu kommt das Leben in Gemeinschaft.

„Eigentlich war sie schon im letzten Stadium ihres Lebens, als sie kam“, erinnert sich Beate Hörbelt, Leiterin der Betreuten Wohngemeinschaft im Caritas-Seniorenhaus Sankt Martin, Im Mensing 15 in Raesfeld, an die Bewohnerin Anna Fischer. Dennoch habe sie noch drei Jahre in der Wohngemeinschaft verbracht und sei durch das gemeinschaftliche Leben nochmals aufgeblüht. Zudem sei sie von einer ehrenamtlichen Hospizhelferin im letzen halben Jahr intensiv begleitet worden. Auch aus dem Krankenhaus sei sie nochmal zurück in die Wohngemeinschaft gekommen, um „zu Hause“ zu sterben.

„Die Wohngemeinschaft hat es ermöglicht, dass Anna Fischer ein soziales Umfeld hatte, in der sie sich geborgen fühlte“, erklärt Hospizkoordinator Andreas Gerdes. Die Caritas Pflege & Gesundheit organisiere mit der Betreuten Wohngemeinschaft einen Rahmen, damit das Leben und Sterben in einem familienartigen Umfeld gelingen könne. „Die soziale Anregung, die früher im familiären Umfeld erfolgte, übernehmen Mitarbeitende und Bewohner der WG.“

In der Zeit des Sterbens seien die Bewohner zu Anna Fischer ans Bett gegangen, um sich zu verabschieden. Der Pfarrer der Gemeinde habe die Krankensalbung gespendet und dabei die ganze Wohngemeinschaft mit einbezogen, berichtet Beate Hörbelt. Nach dem Tod von Anna Fischer haben alle zusammengesessen, von der Verstorbenen erzählt und gemeinsam gebetet. Aber mit jedem Sterben in der Wohngemeinschaft gehe das Leben in der Wohngemeinschaft auch weiter. „Nach dem Tod ist vor dem Tod“, so Hörbelt. „Gerade dadurch, dass der Tod nicht ausgeklammert wird und im Alltag vorkommt, wird er besprechbar und begreifbar und kann den Menschen die Angst nehmen“, sagt Andreas Gerdes.

Das Verbleiben der Sterbenden bis zu ihrem Lebensende habe auch Auswirkungen auf die Personalentwicklung bei der Caritas Pflege & Gesundheit, so Andreas Gerdes. Die eigene Auseinandersetzung mit Sterben und Tod sei wesentliche Voraussetzung, um eine hospizliche Haltung zu entwickeln, von der die Pflege getragen werde. Helfende Nähe und heilende Distanz seien unbedingt notwendig, um nachhaltig in der hospizlichen Arbeit wirken zu können. Zudem sei dieser Grundsatz als Korrektiv zu Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu sehen. „Die Caritas kann dadurch zeigen, wo ihr Ursprung liegt.“

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Petra Bosse (alias celawie) Freie Journalistin - Kontakt: redaktion[at]heimatreport.de - Beiträge aus der Region, für die Region! Hinweise Kommentare: Bitte beachtet die Netiquette - Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzten Sie dabei keine anonymen Namen. Mailadressen und andere persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Mit dem Abgeben eines Kommentars erklären Sie Ihr Einverständnis, dass Ihr Benutzername und der Kommentartext in Gänze oder in Auszügen auf Heimatreport zitiert werden kann. Achten Sie auf einen sachlichen Umgangston! Beleidigende, diskriminierende oder anstößige Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen, löscht die Redaktion.

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