Damals sorgte im April 2012 das Projekt für viele Diskussionen in Raesfeld. Der Neubau der 380-kV-Höchstspannungsleitung Niederrhein und der Rückbau der alten Strommasten entlang der K50 beschäftigten Politik, Anwohner und Landwirtschaft gleichermaßen. Fragen zum Landschaftsbild, zu Erdkabelabschnitten und zur technischen Umsetzung standen im Mittelpunkt vieler Gespräche.
Heute, nach rund zwölf Jahren, lohnt sich ein Blick zurück. Der folgende Artikel entstand 2014, als die Demontage der alten Strommasten begann und die Bauarbeiten für die neue Leitung vorbereitet wurden. Er dokumentiert die Situation vor Ort und zeigt, welche Veränderungen damals entlang der K50 in Richtung Wesel geplant waren.

An der K50 in Raesfeld Richtung Wesel verschwinden nach und nach die alten Strommasten. Die Demontage ist Teil des Neubaus der 380-kV-Leitung Niederrhein Wesel. Arbeiter haben nun mit dem Rückbau der bestehenden Masten begonnen.
Die Landschaft entlang der K50 in Raesfeld Richtung Wesel ist bislang noch von hohen Strommasten geprägt. Doch das wird sich bald ändern. In wenigen Wochen sollen die bisherigen Masten vollständig verschwunden sein.
Der Rückbau steht im Zusammenhang mit dem Neubau der 380-kV-Leitung Niederrhein Wesel. Im betroffenen Planfeststellungsabschnitt entsteht eine neue Trasse über eine Länge von insgesamt rund elf Kilometern.

Rückbau der Strommasten an der K50 in Raesfeld
Am Dienstagmorgen begannen zwölf Arbeiter der Firma Bilfinger aus Dinslaken mit der Demontage der Strommasten. In luftiger Höhe zerlegen sie die Masten 65 bis 88 des Stromkreises Ibbenbüren – Nord.
Innerhalb von drei Wochen sollen die Stahlkonstruktionen vollständig entfernt werden. Anschließend sollen ab dem 2. Juni die Bagger anrücken, um die Kabeltrasse für den Neubau freizulegen.

Neubau der 380-kV-Leitung Niederrhein Wesel
Der betroffene Abschnitt der neuen Leitung ist rund elf Kilometer lang. Davon werden etwa 7,5 Kilometer als 380-kV-Freileitung gebaut. Weitere etwa 3,5 Kilometer sollen als Erdkabel zwischen den Bereichen „Löchte“ und „Diestegge“ verlegt werden.
Wo die Leitung oberirdisch verläuft, entstehen neue Masten mit einer Höhe zwischen 62 und 68,5 Metern. Die bisherigen 220.000-Volt-Leitungsmasten sind deutlich niedriger und erreichen Höhen von etwa 34 bis 40 Metern.

Zwei Kabelübergänge im Gebiet Raesfeld
Im Bereich der Gemeinde Raesfeld sind zwei Kabelübergangsanlagen vorgesehen. Dort wechseln die Leitungen zwischen Erdverkabelung und Freileitung.
Das Projekt gilt als Pilotvorhaben, bei dem erstmals Erdkabelabschnitte nach den Vorgaben des Energieleitungsausbaugesetzes berücksichtigt werden. Für alle Beteiligten und Planungsträger stelle dies eine besondere Herausforderung dar.

Rund 600 Tonnen Stahl werden entsorgt
Mit dem Rückbau der alten Masten fällt eine große Menge Material an. Rund 600 Tonnen Schrott müssen fachgerecht entsorgt werden.
Ein Mitarbeiter der Firma Bilfinger erklärte, dass jede Tonne dokumentiert werden müsse. Vom Schrotthändler müsse das Unternehmen für das Material entsprechende Nachweise erhalten.

Genehmigungsverfahren läuft weiter
Für den Abschnitt auf Raesfelder Gebiet sowie für die Strecke bis Borken sind die Planungen bereits geklärt. Die Arbeiten können dort bis zur Bundesstraße 70 zügig fortgesetzt werden.
„Auch für den gesamten Genehmigungsabschnitt erwarten den Planfeststellungsbeschluss, der ebenfalls schon bei der Bezirksregierung Düsseldorf vorliegt“, so Jörg Weber, Unternehmenssprecher von Amprion.




























