Seit 30 Jahren gibt es Sonntagsbrötchen. Am 3. November 1996 durften Bäckereien in Deutschland erstmals sonntags Brötchen backen und drei Stunden lang verkaufen. Die Bäckerei Spangemacher in Raesfeld stieg ein paar Jahre später ein. Heute kaufen ihre Kunden sonntags mehr Spezialbrötchen als unter der Woche.
Wie der Sonntagsverkauf begann
Ob Bäckereien am Sonntag öffnen dürfen, war jahrelang umstritten. 1996 lockerte die damalige Bundesregierung das Ladenschlussgesetz. Damit konnten Bäckereien auch am Sonntagmorgen frische Brötchen verkaufen. Dafür hatten sie drei Stunden Zeit.
Als Spangemacher ein paar Jahre später zum ersten Mal sonntags öffnete, hätten sich die Kunden darüber gefreut, berichtet der Familienbetrieb. Von Anfang an öffneten die Fachgeschäfte von 8 bis 11 Uhr und konzentrierten sich auf Brötchen. Zugleich entschied die Familie, an gesetzlichen Feiertagen, die auf einen Werktag fallen, ganz geschlossen zu bleiben. So hält sie es bis heute.
Sonntags müssen die Teiglinge vor allem noch in den Ofen
Wenn das Team am Sonntag in die Backstube kommt, haben die Teiglinge schon lange in den Reiferäumen geruht. So bereitet Spangemacher alle Brötchensorten vor. Sonntags geht es deshalb vor allem ums Backen. Dafür reicht nach Angaben der Bäckerei eine kurze Schicht mit wenigen Leuten.
Manche Aushilfen kommen nur sonntags
Wer bei Spangemacher am Sonntag arbeitet, bekommt 50 Prozent Zuschlag. Das gilt für die Bäcker in der Backstube, die Fahrer und die Schüleraushilfen im Verkauf. Für die Familie sei es keine Selbstverständlichkeit, dass die Beschäftigten sonntags zur Arbeit kommen.
Manche übernehmen die Schicht gern, andere weniger gern. Einige Aushilfen arbeiten sogar ausschließlich sonntags. Für die Sonntagsschichten gebe es mehr Interessierte als freie Stellen, berichtet die Bäckerei.
Was nach elf Uhr übrig bleibt
Übrig gebliebene Brötchen packt die Bäckerei in Tüten für Too Good To Go oder gibt sie an die Tafel. Einen Teil verarbeitet das Team in der eigenen Backstube weiter. Weitere Reste gehen als Futtermittel an Höfe in der Region.

























