Skandal im Jahre 1950 beschäftigte sogar den Pastor
Die Seniorengemeinschaft Raesfeld lud Maria Schupp zu einem historischen Rückblick ins Pfarrheim und zu einer Zeitreise durch die Welt der Nachrichten ein.

Raesfeld. Es war ein Skandal: Im Taufbecken der St.-Martin-Kirche schwammen zwei kleine Fische. Das meldete die BZ im Sommer 1950. Vor Ort soll der frühere Dorfpolizist Elsner gewesen sein. Von Kirchenschändung und Verlotterung der Gesellschaft war die Rede.
Zeitreise durch die Welt der Nachrichten
Die Puppenspielerin und gebürtige Raesfelderin Maria Schupp machte im Pfarrheim beim Seniorennachmittag mit den Besuchern eine Zeitreise durch die Welt der Nachrichten.

Der im Juni geplante Termin wurde wegen der Hitze abgesagt und am Dienstag nachgeholt. Die Organisatoren hätten gehofft, so Reinhard Kipp, dass es nicht mehr so heiß sei. Falsch gedacht, es war nur wenig kühler. Trotz der Wärme im Saal amüsierten sich die Besucher köstlich.
Oma Grete war mittendrin im Dorfgeschehen
Gut eineinhalb Jahre hat die 54-Jährige an dem Stück „Oma un Opa, un wie datt fröher so was“ geschrieben und die Puppen und Kulisse hergestellt. Zur Einführung in die Geschichte zeigte sich die Puppenspielerin in traditioneller Kleidung mit bunter Schürze und Klumpen. Dann verschwand sie hinter der Bühne und ließ die Klappmaulpuppen sprechen.

Oma Grete war mittendrin im Dorfgeschehen von 1950 und voller „Pläsier“. Sie saß am Fenster, so wie es früher üblich war, und schaute ihren Enkeln beim Spielen zu. Dabei erzählte sie, streckenweise auf Plattdeutsch, was sie in der Zeitung gelesen hatte und berichtete über die Streiche der Kinder. Etwa, wie Hänschen auf Omas Schaukelstuhl in den Wilden Westen reiten wollte, und der Stuhl dabei kaputt ging.

Bürgermeister Telöken war kreidebleich
Viele Senioren erinnerten sich bei den Nachrichten, die seinerzeit die Raesfelder bewegten, an die alten Namen.
So an Pastor Austermann, der laut BZ bei der Taufe des Bürgermeisters Telöken kreidebleich und hilfesuchend zum Himmel geschaut haben soll mit den Worten: „Lieber Jesus. Irgendetwas stimmt nicht mit deinem Evangelium. Hier im Taufbecken schwimmen zwei Goldfische und fünf tote Fliegen.“
Noch bevor die Taufe zu Ende war, habe ganz Raesfeld bescheid gewusst. Auch bei Aelkes am Tresen und beim Kaffeekränzchen gab man es zum Besten.





























