StartBorkenSchwere Vorwürfe gegen ehemaligen Priester in der Borkener Propsteigemeinde

Schwere Vorwürfe gegen ehemaligen Priester in der Borkener Propsteigemeinde

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Eine ehemals minderjährige Person beschuldigt den Priester H. K. der sexuellen Übergriffe Anfang der 1990er Jahre in der Propsteigemeinde St. Remigius in Borken. Die Anschuldigungen wurden dem Bistum im April 2023 gemeldet. Der beschuldigte Priester war von 1977 bis zu seiner Emeritierung 1989 in der Pfarrei Borken tätig und verstarb 2008.

Der Interventionsbeauftragte des Bistums Münster, Peter Frings, hat am Samstag (14.10.) die Mitglieder des Seelsorgeteams und der Gremien über diesen Vorfall informiert. Bisher seien keine weiteren Vorwürfe gegen den Priester bekannt, obwohl ein benannter Zeuge verstorben ist, heißt es. Die Glaubwürdigkeit der Vorwürfe wird von Frings als plausibel eingeschätzt.

Sofort nach Bekanntwerden der Anschuldigungen informierte Frings auch Propst Christoph Rensing. Die aktuellen Verantwortlichen in Kamp-Lintfort und Lüdinghausen, wo der Priester in den 1960er Jahren als Kaplan tätig war, wurden ebenfalls benachrichtigt. Die Öffentlichmachung erfolgte in Absprache mit der rechtlichen Vertretung der betroffenen Person.

Anträge auf Leistungen zur Anerkennung

Die betroffene Person habe Anträge auf Leistungen zur Anerkennung des erlittenen Leids gestellt und eine Schmerzensgeldforderung in Höhe eines mittleren fünfstelligen Betrags gegenüber dem Bistum erhoben. Über den Antrag wurde bisher nicht entschieden, und das Bistum wird die Schmerzengeldforderung außerhalb des Anerkennungsverfahrens nicht erfüllen.

Verwechslung durch gleichen Nachnamen

Frings weist darauf hin, dass seit Juli 2023 ein weiterer Missbrauchsvorwurf gegen einen Priester mit dem gleichen Nachnamen beim Bistum bekannt ist. Allerdings wurde dieser Vorwurf von einer nicht betroffenen Person gemeldet und enthält Angaben zu einem Einsatzort, an dem der beschuldigte Priester laut Bistumsrecherchen nie tätig war. Die meldende Person hat bisher keine weiteren Hinweise oder Unterlagen bereitgestellt.

Frings betont, dass solche Hinweise dringend benötigt werden, um den Vorwürfen ernsthaft nachgehen zu können. Ohne weitere Hinweise ist die Richtigkeit dieser Informationen nicht belegt, insbesondere da sie nicht von einer persönlich betroffenen Person stammt.

Gesprächsangebote

Die Propsteigemeinde St. Remigius bietet Gesprächsangebote für Menschen an, die über dieses Thema sprechen möchten. Am Montag und Dienstag, 16. und 17. Oktober, stehen von 19 bis 21 Uhr Mitglieder des Seelsorgeteams im Kapitelshaus, Remigiusstraße 18, in Borken als Gesprächspartner zur Verfügung.

Betroffene werden gebeten, sich bei einer der Ansprechpersonen des Bistums oder externen Beratungsstellen zu melden. Die Kontaktdaten sind unter https://www.bistum-muenster.de/sexueller_missbrauch verfügbar.

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