Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) fordert einen Stopp des Preisverfalls bei Schlachtschweinen. Sollte der Preis unter 1,32 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht sinken, kündigt WLV-Präsident Hubertus Beringmeier umfangreiche Protestaktionen an. Nach Verbandsangaben lägen die Produktionskosten bei mehr als zwei Euro je Kilogramm.
Proteste vor Handel und Schlachtunternehmen angekündigt
Der Verband richtet seinen Appell an die gesamte Vermarktungskette. Großhandel, Lebensmitteleinzelhandel, Gastronomie sowie Schlacht- und Verarbeitungsunternehmen müssten ihrer Verantwortung für angemessene Erzeugerpreise gerecht werden. „Es geht um das Überleben unserer Familienbetriebe. Sollte der Preis unter 1,32 Euro fallen, starten wir umfangreiche Protestaktionen!“, erklärt Beringmeier.
Sollten die Marktpartner nicht gegensteuern, müssten sie mit Treckerprotesten vor ihren Betriebsstätten rechnen. Als mögliche Adressaten nennt der WLV unter anderem Großhandelsunternehmen wie Metro, den Lebensmitteleinzelhandel, den Hotel- und Gaststättenverband sowie Schlacht- und Verarbeitungsunternehmen. Die Aktionen sollten friedlich verlaufen.
Erlöse liegen laut Verband unter den Produktionskosten
Nach Angaben des WLV sei der Schlachtschweinepreis innerhalb einer Woche von 1,40 Euro auf 1,32 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht gefallen. Bei Produktionskosten von mehr als zwei Euro je Kilogramm arbeiteten die schweinehaltenden Betriebe bereits seit Monaten mit Verlust.
Zugleich müssten die Höfe hohe Betriebs- und Investitionskosten tragen und steigende Anforderungen an Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz erfüllen.
Beringmeier fordert angemessene Preise
Der WLV kritisiert die Preispolitik entlang der Vermarktungskette. Während die Verbraucherpreise in vielen Bereichen auf hohem Niveau verharrten, erhielten die Landwirte für ihre Tiere immer weniger Geld. Einige Familienbetriebe hätten wegen des Preiskampfs bereits aufgegeben, so Beringmeier. „Wer heimische Tierhaltung und regionale Wertschöpfung erhalten will, muss bereit sein, angemessene Preise zu zahlen.“

























