Schätze in Schuhkartons – Münzfreunde Raesfeld

Die Münzfreunde Raesfeld Günter Kirol, Peter Lindemann und Norbert Schwardtmann luden am Donnerstag wieder in die Villa Becker ein.

Münzfreunde Raesfeld 2019

RAESFELD. Sie sichteten, sortierten und bewerteten die kleinen Schätze, die von den Sammlern mitgebracht wurden.

Echt Blech oder Gold? Das war auch diesmal wieder die große und spannendende Frage vieler Sammler, die den ganzen Tag über den Rat der Münzfreunde suchten.

Bereits am Vormittag war der Andrang mit 35 Interessierten aus insgesamt zehn verschiedenen Orten, unter anderem aus Wulfen, Reken und Dorsten, recht groß. „Wir hatten Münzen von der Antike bis heute aus Deutschland, Italien und Frankreich dabei. Die teuerste von uns geschätzte Goldmünze kam aus dem deutschen Kaiserreich und hatte einen Wert von rund 6500 Euro“, erzählt Günter Kirol.

Münzfreunde Raesfeld 2019
Günter Kirol, Peter Lindemann und Norbert Schwardtmann kennen sich aus (v. l.).

Norbert Schwartmann (65 J.) und Günter Kirol (79 J.), der seit bereits seit 65 Jahren leidenschaftlicher Sammler ist, haben sich besonders auf alte Münzen aus der Kaiserzeit und der Weimarer Republik spezialisiert. Peter Lindemann (72 J.) hingegen hat sein Hauptaugenmerk, neben alten Geldscheinen, auf Militaria gelegt, angefangen von Orden, Ehrenzeichen-, und Urkunden sowie Pässe. „Das ist ein kostenintensives Hobby, da es hier neben den originalen Abzeichen aus dem ersten und Zweiten Weltkrieg, die einen Wert bis zu 6000 Euro haben, viele Fälschungen gibt“, erzählt er.

Viele Sammler die zu den Münzfreunden kommen, möchten gerne gleich vor Ort ihre Schätze verkaufen. „Das machen wir nicht, denn wir halten nicht so viel Bargeld bereit, sondern vermitteln die Münzen weiter“, so Kirol.

Münzfreunde Raesfeld 2019

DDR und Sonderprägungen

Für Schwardtmann sind Münzen aus der Zeit vor 1871, Taler und Zwischenwerte interessant sowie Münzen aus dem Mittelalter, aber auch Prägungen der ehemaligen DDR und Sonderprägungen von zehn und zwanzig Mark. „Viele Besitzer wissen gar nicht, dass sie echte kleine Schätze in ihren Schuhkartons haben“.

Häufig kommen auch viele Erben, die in den Nachlässen eingefasste Goldmünzen, welche besonders in den 70er Jahren gerne als Kette um den Hals getragen wurden, zur Beratung.

Wertanlage Gold

Dabei handele es sich in der Regel um Gold- und Silbermünzen aus aller Welt und der Wilhelm Münze aus 900ter Gold. „Die dürfen sich freuen, denn aufgrund des immer noch sehr hohen Goldpreises von circa 40 Euro pro Gramm lohnt es sich, Gold in jeglicher Form zu verkaufen“, ergänzt Kirol.

So freute sich Kirol, dass er Ware in Kommission von einer Besucherin bekam, vier Dukaten aus einem österreichischen Adelsbesitzt von 1915 als Nachprägung und in 750 Gold vererbt bekam.

Petra Bosse

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