„Das muss man einfach erlebt haben“ – Weltstar Rolando Villazón begeistert vor Schloss Raesfeld
„So etwas kann man kaum in Worte fassen“, sagte Bürgermeister Martin Tesing am Sonntagabend, als die letzten Töne verklungen waren. „Rolando Villazón bringt eine Musikalität und Stimmgewalt mit, die einmalig ist.“

Schon am Nachmittag sicherte sich eine Besucherin einen Platz in den ersten Reihen. „Ich freue mich so auf das Konzert. Kenne Rolando Villazón nur aus dem Fernsehen und jetzt darf ich ihn hier endlich einmal live erleben“, sagte sie strahlend.
Bereits vor Konzertbeginn richtete Festivalintendant Dirk Klapsing persönliche Worte an den Bürgermeister: „Nach fünf Jahren bist du heute zum letzten Mal als Bürgermeister bei unserem Festival. Lieber Martin, ich möchte mich bei dir und der Gemeinde Raesfeld für die großartige Zusammenarbeit bedanken. Du bist ein Freund des Festivals, immer erreichbar – selbst am Abend, wenn es ein Problem gab. Du hast dich stets gekümmert. Auch wenn du künftig kein Bürgermeister mehr bist, bist du bei der Musiklandschaft Westfalen in Raesfeld immer als Ehrengast willkommen. Die Gemeinde Raesfeld ist Möglichmacher zu Klängen. Vielen Dank.“

Zwei Abende lang verwandelte sich der Innenhof des Wasserschlosses Raesfeld in eine große Opernbühne. Mehr als 2000 Besucher erlebten beim Sommerfestival Musiklandschaft Westfalen den mexikanischen Startenor in Bestform.

Opernzauber vor Schlosskulisse
Vor der historischen Kulisse des Wasserschlosses Raesfeld entfaltete sich ein musikalisches Erlebnis, das vielen Besuchern lange in Erinnerung bleiben dürfte. Rolando Villazón trat gemeinsam mit der Festivalphilharmonie Westfalen auf, deren Musikerinnen und Musiker überwiegend aus Russland und der Ukraine stammen. Unterstützt wurde er vom Festivalchor unter Leitung des Wiener Chefdirigenten Michael Zlabinger. Das Repertoire reichte von berühmten Opernarien von Verdi, Bizet, Puccini und Rossini über Werke von Lehár und Johann Strauß Sohn bis hin zu gefühlvollen italienischen Canzoni.

Gänsehautmomente mit Stimmgewalt
Als drittes Stück des Abends erklang der berühmte Gefangenenchor „Va, pensiero“ aus Verdis „Nabucco“. Der rund 70-köpfige Festivalchor entfaltete dabei eine beeindruckende Stimmgewalt, die den Innenhof des Schlosses füllte. Ein erster Gänsehautmoment des Konzerts.

Ein weiterer Höhepunkt folgten mit „Dein ist mein ganzes Herz“ aus der Operette „Das Land des Lächelns“. Mit seiner warmen, kraftvollen Stimme und viel Ausdruck verlieh Villazón dem bekannten Lied eine berührende Intensität, die das Publikum in den Bann zog.

Spontane Duettpremiere aus den eigenen Reihen
Ein spontaner Höhepunkt des Abends war die Interpretation des „Libiamo ne‘ lieti calici“ aus Verdis „La Traviata“. Villazón kündigte das Duett an und wandte sich dann direkt ins Publikum: „Annika, Annika!“ Gemeint war die Sopranistin Annika Stegger aus Borken, Mitglied des Festivalchors, die kurzfristig für eine erkrankte Kollegin eingesprungen war. Die ausgebildete Sängerin, die in Köln klassischen Gesang studierte, harmonierte mit Villazón so mühelos, als hätten sie schon oft gemeinsam auf der Bühne gestanden. Ihre Darbietung verband Leichtigkeit und Lebensfreude mit spürbarer emotionaler Tiefe.

Das Publikum dankte den Künstlern mit herzlichem Applaus und war spürbar beeindruckt von der Spielfreude und dem harmonischen Zusammenspiel auf der Bühne.
Standing Ovations zum Abschluss
Beide Konzertabende endeten in langem Applaus, das Publikum erhob sich von den Plätzen. Villazón verabschiedete sich mit einem Versprechen: „Nächstes Jahr bin ich wieder hier.“




























