Als wir in den 80er Jahren das Geschäft eröffneten schenkten uns die Raesfelder schnell ihr Vertrauen

RAESFELD. Nach 32 Jahren schließt Ende des Jahres das Uhren- und Schmuckgeschäft van Stegen für immer seine Türen.

1984 eröffnete Uhrmachermeister Johannes van Stegen mit Schmuck und Uhren das Geschäft an der Marbecker Straße. Nach seinem Tod führte Ehefrau Annette van Stegen das Geschäft 16 Jahre alleine weiter. Jetzt geht sie mit einem lachenden und weinenden Auge in den Ruhestand.

Nach 32 Jahren schließt Ingrid van Stegen das Uhren- und Schmuckgeschäft.
Nach 32 Jahren schließt Annette van Stegen das Uhren- und Schmuckgeschäft.

Warum schließen Sie den Laden?

„Ich denke, dass es nun, mit meinen 60 Jahren, ein guter Zeitpunkt ist, einen Schnitt zu machen. Ich habe all die Jahre immer mit viel Freude im Geschäft gestanden. Nun freue ich mich, auch endlich mehr Zeit für meine vier Kinder und drei Enkelkinder zu haben. Mal schauen, was die Zukunft noch für mich bereit hält“.

Was waren die besten Jahre in ihrem Geschäftsleben?

„Als wir in den 80er Jahren das Geschäft eröffneten schenkten uns die Raesfelder schnell ihr Vertrauen. An diese Zeit erinnere ich mich gerne zurück. In den letzten Jahren mussten wir leider einen Rückgang der Umsätze feststellen. Wir hatten zwar immer noch gut zu tun, ob mit Schmuckänderungen oder Uhrenreparaturen, aber der eigentliche Verkauf war rückläufig.

Was glauben Sie, woran das liegt?

Früher wurden die Uhren noch als Zeitmesser getragen, heute mehr als Accessoires, die Uhr muss zum Outfit passen. Dann kamen die Handys auf dem Markt und wurden auch als Zeitmesser benutzt. Dieser Trend kehrt sich gerade wieder etwas um. Die Leute lernen Uhren wieder mehr zu schätzen.

Und auch der Verkauf von Schmuck ist schwieriger geworden. Früher haben die Leute zu besonderen Anlässen immer gute und schöne Sachen bei uns gekauft. Heute kaufen viele – und nicht nur junge Leute – im Internet. Wir dürfen dann häufig nur noch die Ringgröße anpassen oder die Uhrenarmbänder kürzen.“

Was macht ihr Uhren- und Schmuckgeschäft so einzigartig für die Raesfelder?

„Es sind besonders die persönlichen Gespräche. Wenn zum Beispiel die Männer vor Weihnachten in mein Geschäft kommen, dann fragen sie mich häufig, was ihren Frauen wohl gefallen könnte. Und nicht nur die Männer kommen, sondern auch die Frauen. Sie schauen sich um und geben mir vorher einen Tipp, was ihnen gefällt. Ich kenne meine Kundinnen und Kunden und so war es nicht ungewöhnlich, dass ich auf Messen an sie dachte und gezielt für sie einkaufte“.

Die Kinder möchten den Laden nicht übernehmen?

Nein, denn mein Sohn wohnt in Hamburg und arbeitet dort als Uhrmacher. Meine Tochter ist Goldschmiedin in Köln und sie hätten hier beruflich keine Zukunft gehabt. Das ist auch gut so, denn Kinder müssen ihre eigene Wege gehen. Petra Bosse

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