Bald bezugsfertig: In Erle entsteht eine neue Unterkunft für Flüchtlinge. Der Rat hatte im Mai 2023 den Bau auf der früheren Hofstelle Braems beschlossen. Ab Mitte bis Ende Oktober ziehen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner ein, die Belegung erfolgt schrittweise.

Vor der letzten Ratssitzung dieser Wahlperiode traf sich der Gemeinderat gemeinsam mit Bürgermeister Martin Tesing, Bauamtsleiter Bernd Roters, Pascal Becker, Ordnungsamtsleiter Norbert Altgrogge, Kämmerer Thomas Greving, dem Ersten Beigeordneten Markus Büsken sowie Integrationsbeauftragte Nicole Höbing und Verwaltungsmitarbeiter zu einer Besichtigung der neuen Flüchtlingsunterkunft und einem Pressegespräch.

Acht Wohnungen mit besonderem Konzept
Das Gebäude umfasst acht Wohneinheiten mit einer Größe von jeweils 85 bis 87 Quadratmetern. Jede Wohnung verfügt über drei Schlafzimmer, einen Wohnbereich mit integrierter Küche und einen Hauswirtschaftsraum. Dieser steht dann jeweils zwei Wohnungen gemeinsam zur Verfügung. Auf ein innenliegendes Treppenhaus sei bewusst verzichtet worden. Die Wohnungen sind einzeln von außen erreichbar.

„Wir haben so gebaut, dass wir wirklich in einem Einzelhaushalt auch eine Familie wohnen lassen können. Aus den insgesamt acht Wohnungen könnten dann Vier-Personen-Haushalte entstehen. Aber man diese aber auch darüber hinaus ganz individuell zusammenstellen. Sprich, dass zwei, drei Einzelpersonen in einem Raum wohnen können“, sagte Bürgermeister Martin Tesing.

Nutzung über die Flüchtlingssituation hinaus
Eine langfristige Planungsänderung sei nach Angaben von Bürgermeister Martin Tesing die kleinste Sorge, da das Haus bewusst so konzipiert worden sei, dass es auch nach Ende der Flüchtlingssituation weiter genutzt werden könne. „Die Wohnungen können wir auch weitervermieten und für den sozialen Wohnungsbau einsetzen. Das ist überhaupt kein Problem“, erklärte Tesing. Die Unterkunft eigne sich unabhängig von der aktuellen Lage ebenso für sozial schwache Menschen oder für Obdachlose, die die Gemeinde unterbringen müsse. „Es gibt immer Menschen, die kurz vor der Wohnungslosigkeit stehen“, betonte der Bürgermeister.

Harmonische Belegung
Bei der Zuteilung der Wohnungen spiele ein gutes Miteinander eine wichtige Rolle. Integrationsbeauftragte Nicole Höbing verwies darauf, dass „bei der Belegung darauf geachtet wird, dass es eine harmonische Unterbringung ist und die beiden, die gemeinsam in einem Zimmer wohnen, sich auch ganz gut verstehen“. Falls nicht, könnte im Zweifel dann auch nochmal wieder gewechselt werden. Darüber hinaus werde bei der Auswahl berücksichtigt, dass die Flüchtlinge, die in das neue Haus ziehen, bereits seit längerer Zeit in der Gemeinde leben.

Ausstattung und Außenbereich
Die Wohnungen werden derzeit mit Mobiliar ausgestattet. Jede Einheit ist momentan einfach eingerichtet mit zwei Betten, Spinden sowie einem Tisch mit zwei Stühlen. Im Außenbereich sind neue Hecken und Bäume vorgesehen. Hausmeister und Integrationskraft unterstützen die Bewohner nicht nur beim Einzug, sondern bleiben auch dauerhaft als Ansprechpartner vor Ort.

Nachhaltige Bauweise
Nach Angaben von Bauamtsleiter Bernd Roters wurden ökologische Aspekte beim Bau bewusst berücksichtigt. „Das Gründach sorgt dafür, dass Regenwasser zurückgehalten wird und nicht sofort in die Kanalisation läuft. Zusätzlich haben wir eine unterirdische Versickerungsanlage eingebaut, die das Wasser von Dach und Straße aufnimmt. Beheizt wird das Gebäude über eine Luftwärmepumpe, die eine Fußbodenheizung im gesamten Haus versorgt“, erklärte Roters.

Bauzeit und Kosten
Die Arbeiten begannen im September 2023 und liefen bis September 2025. Für Neubau, Abbruch der alten Hofstelle und die Gestaltung der Außenanlagen veranschlagt die Gemeinde rund zwei Millionen Euro. Beteiligt sind 16 Handwerksbetriebe, zehn Raesfeld sowie weitere aus Lembeck, Borken, Bocholt und Stadtlohn.




























