Nach Zwangsenteignung nun im Besitz der Gemeinde Raesfeld

Nach zähem Ringen und vielen Verhandlungen hat die Gemeinde Raesfeld nun endlich den Vertrag unter Dach und Fach und das ehemalige, verwahrloste Kasernengelände gekauft.

In  der Zeit von 1992 bis 2007 wohnten Asylbewerber  und Migranten unterschiedlichester Nationen in den Häusern auf dem vier Hektar großen Areal. Davor wurde das Grundstück  bis 1989 militärisch genutzt. Bevor im Jahre 1962  das Grundstück (NIKE-Stellung) von belgischen Streitkräften für militärische Zwecke in Anspruch genommen wurde, gehörte das Gebiet Johannes Böckenhoff sen. und wurde eigens zu diesem Zwecke zwangsenteignet. Das Amtsgericht Dorsten teilte dies am 15. Juli 1964 mit folgenden Worte im Enteignunsbeschluss  mit:

In der Landbeschaffungssache der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch den Herrn Bundesminister der Verteidigung, dieser vertreten durch den Oberfinanzpräsidenten der Oberfinanzdirektion Münster  gegen Brennereibesitzter und Landwirt Johannes Böckenhoff in Erle wird gemäß § 47 des Gesetzes über die Landbeschaffung für Aufgaben der Verteidigung folgendes beschlossen: Die im Eigentum des Antragssteller, Brennereibesitzter und Landwirt Johannes Böckenhoff in Erle……..und so weiter, werden die Grundstücke zugunsten der Antragstellerin zwangsenteignet.

Bereits im Jahre 1995 versuchte der ehemalige Besitzer seine  Grundstücke vom Bundesvermögenamtes zurück zukaufen. Einen erneuten Versucht startete der Sohn Johannes Böckenhoff jun. im Jahre 2001. Leider ohne Erfolg mit der Begründung, dass mit einem Schreiben und nach der Aufgabe der militärischen Nutzung von 1989 auf Anfrage der Oberfinanzdirektion kein Rückerwerbsinteresse bestand. Eine Veräußerung an Herrn Böckenhoff käme nur dann in Betracht, wenn keine vorrangig zu berücksichtigenden weiteren Kaufbewerber vorhanden sind.

Kurz und gut: Pech gehabt, Termin verpasst!

1 Kommentar

  1. Das ist doch eine bodenlose Frechheit, oder? Anstatt dem Geschädigten sein Eigentum zumindest zurückzugeben „darf“ es die Gemeinde nun kaufen.

    Was sagt denn die Gemeinde Raesfeld als Nutznießer dieses Possenspiels dazu? Wenn ich Bürgermeister wäre könnte ich keine Minute mehr ruhig schlafen, wenn ich dem früheren Eigentümer nicht zumindest einen Anteil am Verkauf der Grundstücke zukommen lassen würde…

    Der Staat bescheißt einen wo er kann…

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