Mit dem Körper die Seele bewegen

Sport und psychische Gesundheit / Fachleute bildeten sich fort

Kreis Borken (pd). Kurzfristig hebt Schokolade die Laune, mittel- und langfristig ist ein Dauerlauf das bessere Mittel. Wie sich Sport auf die Psyche auswirkt, damit haben sich jetzt rund 70 Fachleute aus dem Kreis Borken beschäftigt. Auf Einladung des Gemeindepsychiatrischen Verbunds (GPV) referierte Dr. Mechthild Römer im Kreishaus unter dem Titel „Mit dem Körper die Seele bewegen – Sport und psychische Gesundheit“. Im GPV arbeiten Fachleute aus dem Kreis Borken zusammen, die im Arbeitsalltag mit psychisch kranken Menschen zu tun haben.

„Wir wissen selbst, dass uns längeres Liegen auf der faulen Haut nicht gut bekommt“, erklärte Dr. Mechthild Römer, die als ärztliche Psychotherapeutin in der psychiatrischen Ambulanz des St.-Vinzenz-Hospitals in Rhede arbeitet. Zu viele Kalorien, zu wenig Aktivität und viele Stunden vor Fernseher oder PC hätten auf Dauer auch Auswirkungen auf die Psyche. Bewegung dagegen helle negative Stimmungen auf, steigere die Vitalität und erhöhe die Selbstachtung. Zudem sei körperliche Aktivität für die Neubildung von Nervenzellen und Synapsen notwendig, so Dr. Römer. „Geistige Aktivität sorgt dann dafür, dass diese neu gebildeten und auch ein Großteil der bereits vorhandenen Zellen und Strukturen überleben und funktionsfähig bleiben.“

Die Referentin zeigte auf, wie Sport bei bestimmten psychischen Krankheiten helfen kann. So erführen depressive Patienten durch Sport, dass sie ihre Stimmungen beeinflussen können. Die Rückfallquote bei Suchtkranken, die regelmäßig laufen, sei geringer als bei anderen Patienten und ein Ausdauertraining helfe zudem, Angst- und Paniksymptome zu reduzieren. „Regelmäßige Bewegung gepaart mit regelmäßiger geistiger Aktivität kann auch den Verlauf einer Demenz-Erkrankung positiv beeinflussen beziehungsweise deutlich verzögern“, betonte Dr. Römer. Ihr Fazit: „Sport und eine gesundere Ernährung können vielen Patienten helfen und sind auch gute Mittel, um einer psychischen Erkrankung vorzubeugen.“

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