[singlepic id=7877 w=320 h=240 float=left] Zwischen Schermbeck und Raesfeld liegt das der kleine idyllische Ort Marienthal an der Issel. Das Dorf ist weit über seine Grenzen heute bekannt und dessen Geschichte reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Die Besucher schätzen  besonders die Atmosphäre des alten Dorfes, welches eingebettet im Grünen und direkt an dem kleinen Flüsschen Issel liegt. Zu einem Bummel laden der Dorfplatz, die alte Molkerei und die übrigen Gebäude ein. Kleine Geschäfte zum Einkaufen und romantisch gelegene Restaurants, eingebettet in Kunst und Geschichte sind Plätze, wo die Seele frei baumeln kann.
Der bis heute erhaltene historische Bezug zu den landwirtschaftlichen Gebäuden und die Vielfältigkeit der einzelnen Unternehmen macht die besondere Atmosphäre von Marienthal aus.

Die Kirche und das Kloster, welches heute eine Niederlassung des Karmeliter Ordens beherbergt, ist das kulturelle und geistige Zentrum des Ortes. Bedingt durch seine zahlreichen Werken ist hier ein Zentrum von moderner sakraler Kunst entstanden. Seit der Errichtung im 14. Jahrhundert bildet die Kirche zusammen mit den angrenzenden Klostergebäuden den Mittelpunkt von Marienthal.  Die Architektur und die zahlreichen Kunstwerke im Inneren der Kirche ziehen jährlich tausende von Besuchern an. So auch der Friedhof neben der Kirche, welcher  in das künstlerische Konzept integriert wurde, zeigt die große gestalterische Bandbreite moderner Sakralkunst. Und wer auch noch die Landschaft und Umgebung um den Ortskern kennen lernen möchte, der hat hier die Möglichkeit sich im Romantik Hotel Elmer  ein Fahrrad zu leihen. Die Strecken sind gut befahrbar. Das Schloss Raesfeld ist knapp 15 km und die Femeiche in Erle ist zirka 10 km entfernt.
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Kloster: Am 7. Juni 1256 weiht Otto II. von Lippe, Bischof von Münster, das neue Augustinereremiten-Kloster in Brünen-Beylar. Es ist eines der ersten Klöster dieses Ordens in Deutschland.
Im 14. Jahrhundert wurde  das Kloster an seinen heutigen Standort, verlegt. Die damalige Nähe zur  Issel und die damit verbundene Gefahr von Überschwemmungen waren wohl der Grund dafür.
Neben der Kirche entstanden im Laufe der Jahre umfangreiche Klostergebäude mit Wohn- und Wirtschaftsräumen. Bis 1806 waren die Augustinereremiten seelsorgerisch in der näheren und weiteren Umgebung tätig.

Als  Napoleon große Teile des Rheinlands besetzte, wurden nach 1806 im Zuge der Säkularisation fast alle Klöster aufgelöst. So verließen auch die Augustiner in Marienthal das Kloster. Große Teile des Klosters wurden abgebrochen und die Steine für andere Bauwerke in der Umgebung wieder verwendet. Erst 36 Jahre nach dem Auszug der Augustiner wird Marienthal eine selbstständige Kirchengemeinde. Die Klosterkirche, die jetzt Pfarrkirche ist, wird nach ihrer Patronin „St. Mariä Himmelfahrt“ benannt.

Augustinus Winkelmann übernimmt 1924 die Pfarrei in Marienthal. Er war der Motor für die prägende Kraft des Gesamtkunstwerkes, was Kirche, Kloster und der beide umgebende Friedhof bilden.
Augustinus Winkelmann setzte sich schon während seines Studiums  mit der geistigen Erneuerungsbewegung und moderner sakraler Kunst auseinander. Besonders in den 20er und 30er Jahren gab Winkelmann vielen Malern, Bildhauern und Glaskünstlern die Möglichkeit, Kirche und Kloster mit moderner Kunst zu gestalten, so dass sich Marienthal zu einem der bedeutendsten Zentren moderner sakraler Kunst entwickelte.
Während der Zeit des Nationalsozialismus wird  Marienthal ein Ort der Begegnung und entwickelt sich zu einem geistigen Zentrum.

Das Kloster, Kirche und Friedhof wurde unter Denkmalschutz gestellt und befinden sich heute im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen.
Erst im Jahre 1986 zieht wieder klösterliches Leben in Marienthal ein. Die Karmeliter übernehmen die Pfarrseelsorge. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde diese von Diözesanpriestern ausgeübt.  Die Karmeliter stellen das Kloster unter den Schutz des Sel. Titus Brandsma (*1881 – †1942), einem holländischen Karmeliter. Der Karmeliter wurde verhaftet und 1942 im KZ Dachau ermordet, als er sich gegen das nationalsozialistische Regime stellte und Widerstand leistete.

Friedhof: Die Marienthaler Kirche ist nach Westen, Norden und Osten von einem Friedhof umgeben. Ein schmeideeisernes Tor öffnet den Weg auf den Friedhof. MORS PORTA VITAE – der Tod ist das Tor zum Leben – steht in großen Buchstaben auf dem Tor zum Friedhof geschrieben. Jeder einzelne Grabsteine auf dem Marienthaler Friedhof sind Zeugnisse dessen, was die Menschen über den Tod hinaus hoffen, und der Weise, wie sie ihrer Hoffnung Ausdruck verleihen. Hier findet man sehr unterschiedliche Darstellungen  welche  oft auf den Namenspatron oder Beruf des Verstorbenen hinweisen. Die Grabsteine auf dem Marienthaler Friedhof sind Zeugnisse dessen, was die Menschen über den Tod hinaus hoffen und wie sie ihrer Hoffnung Ausdruck verleihen. Auch weisen die Darstellung auf den Grabmälern oft auf den Namenspatron oder Beruf des Verstorbenen hin. [/spoiler]
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