Landwirt findet nur noch die Überreste eines Kälbchens auf einer Weide im Dämmerwald vor – Dem Tier fehlen rund 17 Kilo Fleisch.

Am Wachtenbrinker Weg in Mahlberg, Kreis Wesel, findet der Landwirt Dieter Sondermann nur noch die Überreste eines frischgeborenen Kälbchens vor. Vorausgegangen war mit aller Wahrscheinlichkeit eine Zwillingsgeburt mit einer Totgeburt.  

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Die Weide war durch einen üblichen Weidezaun für Rinder mit zwei stromführenden Stacheldrähte geschützt. Foto: BürgerforumGahlen

Die Sorge unter den Weidetierhalter wird immer größer. Nicht nur unter den Schäfern und Pferdehalter, sondern nun auch bei den Landwirten mit Rinderhaltung. Sie stehen vor der großen Frage, wie sie ihre Tiere zukünftig vor Wolfsangriffen schützen können? In diesem Fall handelt es sich um hochträchtige Mutterkühe auf der Weide.

Diese Frage stellt sich auch dem Landwirt Sondermann, der heute einen erschreckenden Fund auf seiner Rinderweide am Wachtenbrinker Weg in Mahlberg (Dämmerwald). Da die Weide auf der anderen Seite von Kanal- und Lippe liegt, könnten weitere Wölfe in diesem Bereich des Dämmerwaldes unterwegs sein.

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Er fand auf der Weide am Vormittag zwei tote Kälbchen vor. Dabei handelt es sich laut Landwirt mit aller Wahrscheinlichkeit um eine Zwillingsgeburt. Während das eine Kälbchen unversehrt war, fehlten dem anderen Tier rund 18 Kilo Fleisch, was bei dieser Größe und anhand der Fraßspuren sowie den abgerissen Gliedmaßen laut Gahlener Bürgerforum auf einen Wolf hinweist.

LANUV war vor Ort

Um nun weitere Schritte abzuklären und inwieweit Wölfe daran beteiligt waren, wird nun das CVUA – Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter, untersuchen müssen. Vor Ort waren neben Polizei auch das LANUV.

Die Totgeburtenrate bei Kälbern liegt im Schnitt laut „Agrar heute“ bei rund 8 Prozent und kann unterschiedliche Ursachen haben. Das Ungewöhnliche jedoch in diesem Fall ist die Tatsache, dass der Landwirt nur noch einzelne Körperteile des frischgeborenen Kalbes vorfand. Es fehlten rund 18 kg Fleisch. Warum und wieso das Tier halb aufgefressen auf der Weide lag, muss nun geklärt werden.

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Foto: privat. Insgesamt wurden ca. 18 kg von dem Kalb gefressen (hintere Hälfte einschl. einer Keule alle
Innereien).

Wie können wir unsere Weidetiere schützen?

Die Sorge um seine weiteren 14 trächtigen Muttertiere, die auf einer 4 Hektar großen Weide stehen ist nun beim Landwirt groß und der Druck wächst. Allein deshalb schon, da eine Einstallung aller trächtigen Kühe zurzeit unmöglich sei. Nun kommt bei dem Landwirt die Frage auf, wenn es wirklich die Wölfe waren, wie sie ihre Rinder, beispielsweise wie in diesem Fall bei einer Fläche von vier Hektar, wohlfsabweisend schützen können? Diese Frage sei bis heute von der Landesregierung nicht beantwortet worden, so Stefan Steinkühler vom GahlenerBürgerforum Wolf.

Laut Jägerschaft sollen sich im Bereich Dämmerwald mittlerweile auch rund vier Wölfe aufhalten. Das sei aber von LANUV noch nicht offiziell bestätigt worden.

Der Deutsche Tierschutzverband  befürwortet die Winterweidetierhaltung von Rindern

Fakt ist, dass eine Rinderhaltung ganzjährig auf der Weide – also auch im Winter – laut dem Deutschen Tierschutzverband als ein naturnahes Haltungsverfahren angesehen wird. Diese entspreche den Ansprüchen der Tiere. Werden bestimmte Voraussetzungen eingehalten, ist sie artgerechter als die herkömmliche Stallhaltung.  

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