Bernd Robben berichtet über das Heuerlingswesen

Heuerleute, Heuerlinge, Kötter, Häuslinge, Häusler, Inwürner, Inwönner, Würner, Lieftüchter oder Arröder – so vielfältig wie die Bezeichnungen für diese ländliche Unterschicht war auch die regionale Ausgestaltung des Heuerlingswesens. Nahezu 400 Jahre war es in Nordwestdeutschland ein wesentlicher Bestandteil des Lebens auf dem Land. Je nach Region besitzen bis zu 80 Prozent der alteingesessenen heutigen Bevölkerung Heuerleute als Vorfahren.
Am Donnerstag, den 23. März, um 19.00 Uhr wird der pensionierte Schulleiter Bernd Robben im Museum am Schloss mit zahlreichen Illustrationen über das Leben der Heuerlinge berichten. Bei dem Vortrag erfahren Sie, wie das Heuerlingswesen entstand, wie die Heuerleute lebten und wohnten, wie sie nach Unabhängigkeit vom Bauern und nach einer eigenen Scholle strebten. Dazu besiedelten sie unter primitivsten Bedingungen Moore und Heiden, gingen zur Saisonarbeit in die Niederlande, wanderten in großer Zahl in die „Neue Welt“ aus und suchten ständig nach weiteren Einnahmequellen, um ihre schwierige wirtschaftliche Situation zu verbessern. Diese den deutschen Nordwesten prägende Lebens- und Wirtschaftsform verschwand während der Wirtschaftswunderjahre innerhalb kurzer Zeit. Bernd Robben lässt das Heuerlingswesen von seinen Anfängen bis zu seinem Verschwinden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder lebendig werden.
Zu dem Vortrag mit anschließender Diskussion lädt der Heimatverein alle Interessierten ein. Der Eintritt ist frei.

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