Kein neuer Investor für Hotel- und Seniorenresidenz Landhaus Keller in Raesfeld in Sicht.

Raesfeld. Bewohner und Angestellte des Altenheim- und Pflegeheims Landhaus Keller in Raesfeld am Freiter Pättken müssen fristgerecht bis zum 31. Oktober das Haus räumen.

Bereits im Juni 2019 wurde der Hotelbetrieb im insolventen Landhaus der Familie Keller GmbH. eingestellt. Der Betrieb eines Altenheim- und Pflegeheims mit 20 Bewohnern lief jedoch trotz weiter.

Bis heute habe sich, erklärt Heinz Schlier, Mitarbeiter des Insolvenzverwalters Rolf Weidmann, kein Investor gefunden. Ein Investor müsste sich aufgrund der Konstellation, Altenheim mit Hotelbetrieb dazu bereit erklären, das Haus weiterzuführen.

„Aus diesem Grund sind wir gezwungen, den Betrieb form- und fristgerecht aufzulösen“, so Schlier, der die aktuelle Situation sehr bedauere. Dies geschehe, um die weitere Verwertung des Hauses vorantreiben zu können.

„Das ärgert uns, auch im Rahmen der Altenpflege. Wir haben das Altenheim gut weiter fortgeführt. Sogar konnten wir das Haus bis heute ohne infizierte Personen durch die Corona-Krise bringen. Unser Ruf ist bis heute gut“, betont Schlier.

Betroffen von der Schließung seien nicht nur die verbliebenen Bewohner, sondern auch die Beschäftigten. Einige Bewohner wurden laut Schlier, bereits in andere Häuser der Keller Gruppe untergebracht. Um die noch dort wohnenden Senioren werde sich der Insolvenzverwalter auch weiterhin kümmern und auf Wunsch dabei behilflich sein, eine neue Unterkunft zu finden.

Mit Blick auf das Personal sei dieses laut Schlier weitgehend, vorwiegend in Dorsten, aber auch verteilt auf die anderen Häuser, übernommen worden.

Bei der Abstimmung zur Änderung des 2. Bebauungsplanes Freiter Pättken im Februar 2019 zeigte sich Verwaltung und Rat geschlossen. Alle Fraktionen waren sich einig: Die Nutzung von Landhaus Keller in der Nähe des Schlosses soll ausschließlich nur als Hotel genutzt werden. Die Gemeinde sicherte sich Juni 2019 das Vorkaufrecht.

Landhaus Keller Raesfeld

Hintergrund: Landhaus Keller

Das Landhaus Keller wurde im Jahre 1988/89 von der Familie Krebber in exponierter Lage erbaut. Ausgangslage laut Beschlusslage seinerzeit war ausschließlich, der Standort werde nur als Hotelstandort genutzt. Damit sollten die dringend benötigten Hotelzimmerkapazitäten für den Akademiebetrieb im Schloss geschaffen werden.

Trotz rarer Bettenkapazität tat sich der Gemeinderat schon damals schwer damit, dem damaligen Hotelier Krebber an dieser exportierten Lage eine Sonderbaugenehmigung für ein Baurecht in Form eines Sondergebietes zu schaffen.

Übernahme Familie Keller 2006

Erst nach der Übernahme von Keller im Jahre 2006 änderte der Rat den Bebauungsplan nach Abschluss eines neuen städtebaulichen Vertrages mit der Familie Keller. Dieser ermöglichte die Betreuung von Senioren im beschränkten Umfang, sprich 20 Zimmer.

Das am 01.07.2019 gegen die Keller-Gruppe eröffnete Insolvenzverfahren ändert bis heute nichts an der Bedeutung des Hotelstandortes und der Beschlussvorlage. Das Landhaus Keller war vor rund 30 Jahren bis heute immer als Hotelstandort vorgesehen.

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