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Kontroverse Diskussion – Entwürfe für Umgestaltung Femeichengelände vorgestellt

Veröffentlicht am

Bürger informieren sich über geplante Veränderungen rund um die Femeiche in Erle

Am Dienstagabend versammelten sich rund 90 Bürger im St. Silvester-Haus, um sich über die geplanten Veränderungen im Bereich der Femeiche in Erle zu informieren. Die Gemeinde Raesfeld hat einen Entwurf erarbeitet, während der Heimatverein Erle bereits vor neun Jahren ein eigenes Konzept entwickelte.

Bürgermeister Martin Tesing zeigte sich erfreut über die zahlreiche Teilnahme und betonte die hohe Relevanz der neuen Planung für die Umgestaltung des Femeichen-Geländes in Erle. „Die Anwesenheit der Bürger signalisiert ein großes Interesse an diesem Projekt und unterstreicht die Bedeutung der geplanten Veränderungen“, so Tesing.

Pläne Femeichengelände wurden vorgestellt
Foto: Petra Bosse

Bedeutender Schritt in Richtung Realisierung

Vor etwa einem Monat erhielt die Gemeindeverwaltung den ersehnten Förderbescheid für die Umbaumaßnahme „Femeiche“. Dieser bedeutende Schritt in Richtung Realisierung des Projekts unterstreicht die Dringlichkeit der bevorstehenden Planungen. Bürgermeister Martin Tesing betonte, dass es nun an der Zeit ist, konkrete Schritte zu unternehmen, um das Fördergeld zu sichern.

Plan: Gemeinde Raesfeld

Zeitdruck bei den Vorgaben

Tesing wies auf den Zeitdruck hin, der durch die Vorgaben entsteht, da das Projekt bis Ende 2024 abgeschlossen sein muss. Dieser Zeitrahmen erfordert eine zügige Umsetzung der Planungen. Darüber müsse die Gemeinde bis Ende Februar Bäume und Gehölze zu entfernen, was die Eile in den Maßnahmen weiter unterstreicht.

Vorstellung der Pläne

Bernd Roters, Leiter des Bauamts, präsentierte den Vorentwurf des Plans, der bereits beim Land NRW eingereicht wurde. Im Anschluss wurde eine weitere Planung vorgestellt, die vor neun Jahren vom Heimatverein Erle entwickelt wurde. Obwohl es gewisse Unterschiede zwischen den beiden Planungen gibt, ist man sich einig, dass die Femeiche auch in Zukunft eine zentrale Rolle in der Umgestaltung des Geländes spielen muss.

Offene Parkanlage

Die Planung der Gemeinde umfasst zwei Hauptbereiche: die Grünanlagen rund um die Femeiche und die Wiese unter den Kastanien mit dem Kindergarten und Spielplatz. Diese sollen zu einem großflächigen Park verschmelzen, bei dem die einzelnen Elemente harmonisch ineinander übergehen. Die Gemeinde beabsichtigt, beide Bereiche in eine offene Parkanlage umzugestalten, die durch Fußwege miteinander verbunden ist.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Gelände um die Femeiche, welches als zentraler Anziehungspunkt erhalten bleiben muss und nicht beschädigt werden soll.

Vorentwurf Gestaltung Femeichengelände
Zentraler Punkt soll die Femeiche sein. Luftaufnahme: Daniel Bosse

Spielplatz und Kindergarten

Der aktuelle Spielplatz neben dem Kindergarten sowie der Kindergarten selbst sollen geöffnet und der Spielplatz mit einigen neuen Spielgeräten ausgestattet werden. Zusätzlich werden an der Kita und entlang der Kastanienbäume weitere Bänke aufgestellt. Ein kleiner Pavillon am Silvesterkindergarten ist in der Planung, um Fahrräder abzustellen, und es wird ein Trinkbrunnen installiert, um die Besucher, insbesondere an heißen Sommertagen, mit frischem Wasser zu versorgen.

Tisch- und Bankkombinationen

Ein Hauptweg führt direkt zur Femeiche und wird für Besucher und Touristen mit Sitzmöglichkeiten ausgestattet sein. Hierzu gehören Bänke mit Betoneinfassungen und Holzbelag sowie Tisch- und Bankkombinationen, die zum Picknick einladen sollen. Bernd Roters betonte, dass dabei darauf geachtet wird, keinen Druck auf die Wurzeln des Baumes auszuüben.

Wege und Beleuchtung

Die Wege werden durch ein gelbliches Pflaster vom Grün der Anlage abgesetzt. Des Weiteren ist eine neue Beleuchtung geplant, die schmale Leuchtröhren entlang der Wege beinhalten wird, ähnlich wie am Karpfenteich in Raesfeld. In Richtung des alten Pastorats ist eine Pergola vorgesehen.

Hinsichtlich der teilweise hohen Hecken zur Flüchtlingsunterkunft ist geplant, einige davon, wie beispielsweise eine große und verwilderte Weißdornhecke, teilweise zu entfernen und durch neue Sträucher zu ersetzen.

Zusammenarbeit mit dem Kreis Borken

Die Bäume im unteren Bereich sollen erhalten bleiben, um den Winddruck von der Femeiche fernzuhalten. Bernd Roters wies jedoch darauf hin, dass dies noch mit dem Kreis Borken besprochen werden muss. Bürgermeister Martin Tesing betonte die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit dem Kreis Borken, da die Femeiche als Naturdenkmal besonderen Schutz genießt und somit der Kreis eine wichtige Rolle bei der Gestaltung rund um die Femeiche spielt.

Pfarrer Dr. Fabian Tilling
Pfarrer Dr. Fabian Tilling findet den Plan der Gemeindeverwaltung für durchdacht und schön. Foto: Petra Bosse

Kirchenvorstand hat einstimmig für die Pläne gestimmt

Pfarrer Dr. Fabian Tilling äußerte seine Zustimmung zum Plan der Gemeinde und sagte: „Ich finde den Entwurf schön und gut durchdacht und bin überzeugt, dass er viele Menschen anziehen wird, ähnlich wie der Bürgerpark in Raesfeld“. In Bezug auf die Kastanienallee wies Tilling darauf hin, dass sie nicht mehr die frühere Verbindungsfunktion zum Pfarrhaus hat.

Der Kirchengemeinde, die die Grundstücke rund um die Femeiche und die Streuobstwiese besitzt, stehen dem Entwurf der Gemeinde positiv gegenüber, wie Kirchenvorstandsvorsitzender Georg Badurczyk betonte. „Das Gremium hat einstimmig für die Pläne gestimmt“, so Badurzczk. Allerdings betonte auch er die Wichtigkeit, dass die Femeiche weiterhin sichtbar bleiben müsse.

Diskussion

Bei der anschließenden Diskussion wurden einige Änderungswünsche zu den Vorplänen geäußert. Ein Beispiel wäre die Idee, Bänke rund um die Femeiche als Einfassung des Baumes zu platzieren, jedoch nicht unbedingt aus Betonelemente. Allerdings sorgten einige eingezeichnete Baufelder südlich der Femeiche für Irritation und Nachfragen seitens der Bürger. Bürgermeister Tesing wies darauf hin, dass diese Fläche zur Kirche gehört und theoretisch auch für Bauprojekte genutzt werden könnte.

Elke Mohr begrüßte die Öffnung des Geländes grundsätzlich, äußerte jedoch auch Bedenken hinsichtlich möglicher zukünftiger Bebauung auf der Streuobstwiese. Dazu erklärte Bürgermeister Tesing: „Wir sprechen hier von einem Baudenkmal. Jeder, der in Zukunft hier etwas bauen möchte, muss sich an die Richtlinien nach §34 halten. Eine Bebauung in diesem Bereich wird daher nur sehr eingeschränkt möglich sein.“

Attraktiver Grünbereich im Herzen von Erle

Der Heimatverein Erle hat klare Grundziele und Maßnahmen für die Umgestaltung des Areals um die Femeiche festgelegt. Wie der vor neun Jahren erstellte Plan zeigt, ist das Hauptziel des Vereins, einen attraktiven Grünbereich im Herzen von Erle zu schaffen und dabei die historischen Strukturen, die seit rund 230 Jahren bestehen, zu bewahren.

Treffpunkt für verschiedene Besuchergruppen

Dabei soll die Anziehungskraft für verschiedene Besuchergruppen wie Senioren, Familien mit Kindern und Touristen erhöht werden, ohne jedoch das gesamte Ensemble aus Femeiche, dem ehemaligen Pfarrhaus und dessen Garten, seiner Kastanienallee und der anliegenden Streuobstwiese zu beeinträchtigen.

Norbert Sabellek, der Vorsitzende des Heimatvereins Erle, betonte, dass der Vereinsentwurf negativ bewertet wurde und appellierte an die Berücksichtigung der Argumente des Heimatvereins und die Wahrung der Historie des Ortes. Bürgermeister Tesing wies darauf hin, dass ein Plan erforderlich war, um überhaupt einen Förderantrag stellen zu können.

Obstwiese soll erhalten bleiben

Carlo Behler vom Heimatverein unterstrich die Bedeutung der Erhaltung der Steinsitze und des Tisches für Gerichtsverhandlungen. Er führte an, dass die Aussicht auf die ehrwürdige alte Dame bei seinen Führungen besonders geschätzt wird. Er und andere Teilnehmer plädierten dafür, die Obstwiese zu erhalten und nicht für Bebauung freizugeben. Allerdings erklärte Tesing, dass dieser Bereich nicht in die Planung der Gemeindeverwaltung fällt, da die Grundstücke der Kirche gehören.

Hermann-Josef Buning betonte die Bedeutung der Bewahrung der alten Strukturen und des Dorfcharakters und lehnte den Plan als „Modegeschichte“ ab, die nicht zu Erle passe.

Bau- und Umweltausschuss am Montag,

Alle Vorschläge aus der Versammlung wurden für den Bau- und Umweltausschuss am Montag, 11. Dezember, protokolliert. Für die Umgestaltung des Geländes sind im Haushaltsplanentwurf 2024 insgesamt 670.000 Euro vorgesehen.

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