Zickig und richtig frech, dazu eine gehörige Portion Selbstironie, so präsentierte sich am Samstagabend auf der Erler Kleinkunstbühne „Thekentratsch“.
Bereits zum zweiten mal reisten die Kabarettistinnen Heike Becker und Kerstin Sierps aus Dinslaken an, um im Saal von Brömmel-Wilms den immer hektischer und schneller werdenden Alttagswahn auf die Schippe zu nehmen. Ein Duo, was bereits bei ihrer ersten Vorstellung in Erle seine Fans fand, und so war es nicht verwunderlich, dass die 150 Eintrittskarten bereits Wochen vorher ausverkauft waren.
„Das Erler Publikum ist nicht nur klasse, sondern es ist spontan, und es reagierte von der ersten, bis zur letzten Minuten auf unsere Show, und machte super mit“, sagt Kerstin Sierps, die gemeinsam mit ihrer Bühnenkollegin das komplette Programm und die Texte selber schreibt. „Wir haben immer viele Ideen im Kopf und deshalb brauchen wir auch nichts abzuschreiben. Unsere Gags stammen alle von uns“, sagt Heike Becker.
Das Publikum im Saal kringelte sich vor Lachen, denn die Alltagsthemen kamen jedem irgendwie bekannt vor. Angefangen vom Mutter-Tochter-Computer-Konflikt, „natürlich ein Stück völlig frei erfunden, denn keine Mutter ruft ihre Tochter samstags morgens um sieben in der Früh an. Nee, das macht sie um sieben“, bis hin zu den „laktose-glutenfreien Tussis“ im Kampf gegen „Ballastreiche Ernährungs-Apostel“ und ihre Folgen. Der Austausch der Spitzfindigkeiten zwischen zwei Frauen, die allein optisch schon unterschiedlicher nicht sein können, gepaart mit einem leichten Ruhrpott-Dialekt, lässt die Besucher ständig nach ihren Tempotaschentücher greifen, um damit ihre Lachtränen wegzuwischen: klein, blond, grell, gegen konservatives Braun im Kostüm.
Seit gut fünf Jahren touren die zwei Damen aus Dinslaken durch Deutschland. Ihr größter Auftritt war in diesem Jahr beim Festival in ihrer Heimatstadt Dinslaken vor fast 1500 Besucher. Ihr Wunschkandidat, mit dem sie einmal gerne gemeinsam auf der Bühne stehen möchten, ist Hape Kerkeling. Bei ihren 60 bis 80 Auftritten im Jahr nimmt sich „Thekentratsch“ Zeit dafür, alltägliche Dinge aus einer Welt, wo alles nur noch auf den letzten Drücker erledigt wird, auf der Bühne aus ihrem Blickwinkel zu beurteilen. Und der kann immer wieder ein anderer sein.


































