Sonnenschein, eine leichte Brise und rund 120 Gäste: Am 5. September 2026 haben sich Michael Pieper und Katharina Keil aus Dorsten-Rhade im Femeichenpark in Erle das Ja-Wort gegeben. Es war die erste freie Trauung direkt vor der historischen Femeiche.
Heiraten vor einem der ältesten Bäume Deutschlands
Die Femeiche gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen von Erle. Ihr Alter wird auf etwa 800 bis 1.100 Jahre geschätzt. Damit zählt sie zu den ältesten Eichen Deutschlands.

Für eine Trauung bringt der Ort auch eine passende Symbolik mit. Die Eiche steht für Stärke, Beständigkeit und Verwurzelung. Eigenschaften, die sich ebenso mit einer Ehe verbinden lassen.
So begann das Paar seinen gemeinsamen Lebensweg vor einem Baum, der seit Jahrhunderten fest mit Erle verbunden ist.
Schützenkapelle Rhade begleitet die Trauung
Musikalisch begleitet wurde die freie Trauung von der Schützenkapelle Rhade. Gemeinsam mit der Kapelle kamen rund 170 Menschen im Femeichenpark zusammen.

Das Wetter spielte mit. Bei Sonnenschein und einer leichten Brise konnte die Zeremonie unter freiem Himmel stattfinden.
Auch außerhalb der Hochzeitsgesellschaft blieb die Trauung nicht unbemerkt. Anwohner, Spaziergänger und vorbeifahrende Radfahrer hielten an und verfolgten das Geschehen aus einiger Entfernung. Einige blieben länger stehen und lauschten nahezu andächtig den Worten der Trauung.
Die Idee entstand schon bei der Planung
Ausrichter der anschließenden Feier war das HUB Erle. Christian Lipfert hatte die Idee, den Femeichenpark auch für Trauungen zu nutzen, schon länger im Kopf.

Für das Paar aus Dorsten-Rhade lag Erle auch wegen der familiären Verbindungen nahe. Der Vater komme aus Erle, die Mutter arbeite im Ort, sagt Lipfert. Im Gespräch sei dann die Idee entstanden, die freie Trauung direkt vor der Femeiche zu feiern. „Ich habe den beiden vorgeschlagen, dass sie die Ersten sein könnten. Da kam sofort: Wir wollen das so“, sagt Lipfert.
Der Femeichenpark funktioniert auch als Trauort
Für Lipfert war wichtig zu erfahren, wie sich eine größere Zeremonie im Park organisatorisch umsetzen lässt „Wir wollten sehen, wie gut das läuft und wie wir das organisatorisch hinbekommen.“

Mit rund 170 Gästen einschließlich der musikalischen Begleitung zeigte sich nun, dass auch eine größere freie Trauung an diesem Ort möglich ist. Natürlich spielt dabei das Wetter eine entscheidende Rolle.
„Da gehört ganz viel Glück dazu“, sagt Lipfert. „Aber das ist ja immer so, dass wir eigentlich gutes Wetter haben, wenn etwas los ist.“

Raesfeld hat das Schloss, Erle die Femeiche
Die Gemeinde Raesfeld bietet mit dem Wasserschloss bereits eine bekannte Kulisse für Hochzeiten. Erle hat mit der Femeiche einen ganz eigenen historischen Ort. Beide Plätze könnten unterschiedlicher kaum sein: dort das Schloss mit seiner historischen Anlage, hier der Femeichenpark mit einem jahrhundertealten Baum mitten im Grünen.

Gerade darin liegt der Reiz des Standorts Erle. Die Femeiche steht für die Geschichte des Dorfes und prägt den Park bis heute. Mitten im Münsterland verbindet der Ort Natur, Geschichte und das dörfliche Umfeld. „Wir haben hier in Erle mit dem Femeichenpark einen wunderschönen Platz“, sagt Lipfert.
Vielleicht künftig auch standesamtlich
Nach der ersten freien Trauung soll nun geprüft werden, ob künftig auch standesamtliche Trauungen an der Femeiche möglich sein könnten. Lipfert wolle dazu gemeinsam mit der Gemeinde Raesfeld und dem Standesamt schauen, wie sich das umsetzen lasse.

„Das soll jetzt der Startschuss sein, um gemeinsam mit der Gemeinde Raesfeld und dem Standesamt zu planen, wie wir das umsetzen können.“
Damit könnte Erle künftig neben dem Schloss Raesfeld einen eigenen Trauort anbieten: das Schloss in Raesfeld und die historische Femeiche in Erle.



























