Internationaler Frauentag: Danke an Friseurinnen von der KAB

Bistum Münster. Mit Rosen im Arm machen sich die Frauen der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) am Samstag vor dem Internationalen Frauentag (08.03.2015) auf den Weg zum Friseur/zur Friseurin. An diesem Tag geht es den KAB-Frauen nicht um „waschen, schneiden, föhnen“, sondern sie bedanken sich mit Rosen und Postkarten bei den Friseur/innen für deren Arbeit. Und sie machen mit der Aktion darauf aufmerksam, dass der Friseurberuf noch immer zu den schlecht bezahltesten Handwerksberufen in Deutschland zählt.

Wenig Geld, viel Leistung
„Niedriges Gehalt und mitunter schlechte Arbeitsbedingungen in einem typischen Frauenberuf“, kritisiert Claudia Rotheburg-Alway, Sprecherin der KAB-Frauen im Bistum Münster. „Als Kundinnen müssen wir uns fragen, ob ich weiß, was meine Friseurin verdient, unter welchen Bedingungen sie arbeitet und ob ich das richtig finde.“ Anlässlich des Internationalen Frauentags fordert die KAB alle Frauen auf, beim nächsten Friseurbesuch mal über Einkommen und Arbeitsbedingungen zu sprechen.

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2014 verdiente eine Friseurin in NRW laut Tarifregister 1.423,00 Euro / Monat brutto. „Das sind weniger als 950 Euro netto im Monat für einen Vollzeitjob“, rechnet die KAB-Frauensprecherin vor, „und das nach 3 Jahren Ausbildung und erfolgreicher Gesellenprüfung.“

Mindestlohn
Der Mindestlohn im Friseurhandwerk betrug 2014 in NRW 7,60 Euro, in Thüringen noch ein Drittel weniger. Der allgemeinverbindliche Mindestlohn sollte eigentlich den Angestellten im Friseurhandwerk zu einem existenzsichernden Einkommen verhelfen. Rothenburg-Alway sieht stattdessen schon jetzt viele Versuche den Mindestlohn durch Verdrängung in die Selbständigkeit zu umgehen. „Selbständige Friseurinnen mieten in einem Salon einen Stuhl und arbeiten dann gegen „Stuhlgeld“ auf eigenen Rechnung“, erklärt sie.

Ruiniöser Wettbewerb mit Discounterangeboten
Das ginge auf eigene Verantwortung für Kundenaquise, Preisgestaltung, Kranken- und Alterssicherung. Die Folge sei eine große Anzahl kleiner und kleinster Selbstständiger, die sich einen oft ruinösen Wettbewerb mit sogenannten Discountangeboten liefern. Auf der Strecke blieben dann oft die Selbstständigen.
„Uns ist es wichtig, die oft übersehene Frauenarbeit sichtbar zu machen, Anerkennung und Dank auszudrücken und für bessere Entlohnung und Arbeitsbedingungen für Frauen einzutreten“, erklärt die Frauensprecherin Claudia Rothenburg-Alway. Seit drei Jahren verschenken die KAB-Frauen die Rosen und Postkarten an typischen Frauenarbeitsplätzen im Dienstleistungsbereich. 2014 besuchten sie mit ihren Rosen Mitarbeiter/innen in Alten- und Pflegeheimen.