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Mittwoch, Mai 18, 2022
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Infoabend zum Fundamentalismus in der Kirche

„Christlicher Fundamentalismus in der Kirche – Wer gestaltet unsere Zukunft in der Kirchengemeinde St. Martin?“

RAESFELD. Gut besucht war die Infoveranstaltung „Christlicher Fundamentalismus in der Kirche – Wer gestaltet unsere Zukunft in der Kirchengemeinde St. Martin?“ am Donnerstagabend in der Festhalle Droste. Eingeladen hatten drei Familien, die sich im Vorfeld vehement gegen die Reihe „Samstags bei Silvester“ im St. Silvester Haus ausgesprochen hatten.

Familie Sümpelmann und Wehling aus Raesfeld luden den Referenten Harald Bear (3. v. l.) zu der Infoveranstaltung "Christlicher Fundamentalismus in der Kirche" ein.
Familie Sümpelmann und Wehling aus Raesfeld luden den Referenten Harald Baer (3. v. l.) zu der Infoveranstaltung „Christlicher Fundamentalismus in der Kirche“ ein.

„Wir möchten nicht, dass Gruppen wie Legionäre Christi, Karl-Leistner-Jugend und Regnum Christi in unserer Gemeinde missionieren und wollen ihnen dafür bei uns in der Gemeinde auch keine Plattform bieten“, sagte Matthias Sümpelmann, Vertreter einer der drei Familien. Der Abend solle eine humane und lockere, aber „keine Hetzveranstaltung“ werden. „Eine Aufklärung hat bis heute nicht stattgefunden und ich hoffe, dass wir heute Abend die Kehrseite dieser Gruppen aufklären können“, so Sümpelmann.

„Religiöser Verbraucherschutz“

Harald Baer, ehemaliger Referent für Religion- und Weltanschauung der katholischen sozialethischen Arbeitsstelle Hamm, referierte fast drei Stunden lang. „Religiösen Verbraucherschutz“ nannte er dies. „Ich denke, dass wir uns ein Bild machen, was Fundamentalismus im Allgemeinen, insbesondere in der katholischen Kirche, bedeuten kann.“ Er schlug den Bogen vom Zweiten Vatikanischen Konzil zur Pius-Bruderschaft und sexuellen Ausschweifungen des Legionäre-Christi-Gründers, Marcial Maciel. „Diese Veranstaltung heute betrachte ich als religiösen Verbraucherschutz und ich denke, dass wir uns gemeinsam ein Bild machen, was Fundamentalismus im Allgemeinen, insbesondere in der katholischen Kirche, bedeuten kann“, so Baer.

Zahlreiche Bürger aus Raesfeld und Erle kamen zur Info-Veranstaltung in den Festsaal von Droste am Donnerstagabend.
Zahlreiche Bürger aus Raesfeld und Erle kamen zur Info-Veranstaltung in den Festsaal von Droste am Donnerstagabend.

Eindeutig als ultrakonservativ bis hin zum fundamentalistische

Offensichtlich ermüdete der ausschweifende Vortrag – es erhob sich Widerspruch über Ablauf und Inhalt der Veranstaltung unter den Zuhörern. „Lassen Sie uns doch zu den zwei angekündigten Punkten kommen und die Sauereien des Marcial Maciel beenden“, so Walter Großewilde.

„Wem es nicht passt, der kann ja gehen“, rief jemand. Rita Schierenberg: „Sie haben sich viel Mühe gemacht, aber eigentlich ist das nicht unser Thema, sondern Fundamentalismus in unserer Gemeinde.“

Carlo Behler fragte, wo Baer die Legionäre einordne.„Eindeutig als ultrakonservativ bis hin zum fundamentalistischen Lager.“ So meldete sich eine Zuhörerin zwischendurch zu Wort, die der Meinung war, dass viele Dinge, die eingefahren sind, nicht einfach mehr aus den Köpfen gestrichen werden können. Wie kann aber die Gemeinde damit umgehen?
„Sexueller Missbrauch ist nicht nur ein Fehlverhalten, wie über eine rote Ampel fahren“, so Matthias Sühling.

Harald Baer, ehemaliger Referent für Religion- und Weltanschauung der katholischen sozialistischen Arbeitsstelle Hamm, referierte über "Fundamentalismus in der Kirche".
Harald Baer, ehemaliger Referent für Religion- und Weltanschauung der katholischen sozialistischen Arbeitsstelle Hamm, referierte über „Fundamentalismus in der Kirche“.

„Keine Privilegien“
„Wir müssen uns als Christen stark machen, und wenn hier Religionsfreiheit und interreligiöser Dialog stehen, dann möchte ich mit diesen Menschen, die rechts vom Hauptstrom liegen, auch reden und diese verstehen lernen“, warf Klaus Kriebel ein. „Ich sehe die Gefahr einer Spaltung in unserer Kirchengemeinde. Wir müssen uns zusammenraufen. Aber es darf keine Privilegien für sektenhafte Vereine geben“, so Heinz Heier.
Eine Gruppe aus Erle zog am Ende Bilanz: „Es war eine einseitige Sache und letztendlich kam nichts Neues raus, wo die Gemeinde vor Ort eigentlich steht.“ Petra Bosse

Zu einer Unterschriftenaktion rufen die Organisatoren auf. Diese richtet sich gegen den Pfarreibeschluss vom 26. September in Bezug auf die Nutzung von Räumlichkeiten und Medienangeboten (Webseite, Pfarrbrief, Pfarrnachrichten) für Veranstaltungshinweise der Legionäre Christi und Regnum Christi.

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Petra Bosse (alias celawie) Freie Journalistin - Kontakt: redaktion[at]heimatreport.de - Beiträge aus der Region, für die Region! Hinweise Kommentare: Bitte beachtet die Netiquette - Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzten Sie dabei keine anonymen Namen. Mailadressen und andere persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Mit dem Abgeben eines Kommentars erklären Sie Ihr Einverständnis, dass Ihr Benutzername und der Kommentartext in Gänze oder in Auszügen auf Heimatreport zitiert werden kann. Achten Sie auf einen sachlichen Umgangston! Beleidigende, diskriminierende oder anstößige Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen, löscht die Redaktion.

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