StartGeschäftsweltAnzeigeHUB Erle eröffnet: Ein Dorf zeigt, was gemeinsam möglich ist

HUB Erle eröffnet: Ein Dorf zeigt, was gemeinsam möglich ist

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HUB Erle, das neue Dorfgemeinschaftshaus eröffnet: Es war noch keine 11 Uhr am Samstagmorgen, da standen sie schon vor der Tür.

Nicht vor irgendeiner Tür, sondern vor dem neuen Dorfgemeinschaftshaus mitten in Erle. Vor dem HUB Erle. Neugierig, erwartungsvoll, manche sichtbar gerührt. Wer zu spät kam, musste sich hinten anstellen. Wer früh da war, hatte Zeit, das zu tun, was Erler gut können: reden, schauen, nicken, lächeln.

Wenn ein Dorf groß denkt und einfach macht

Nach gut einem Jahr Bauzeit wurde das HUB Erle offiziell eingeweiht. Ein Knotenpunkt und Treffpunkt für Bürgerinnen und Bürger aus Erle, Raesfeld, Schermbeck, Borken, Rhade, Dorsten und der Umgebung. Ein Projekt, das es so vermutlich nicht noch einmal gibt. Vielleicht deutschlandweit nicht. Entstanden allein durch die Zeichnung von Genossenschaftsanteilen. Rund 2100 Mitglieder, etwa 7000 Anteile, ein Gesamtkapital von rund 2.1 Millionen Euro. Man darf das ruhig zweimal lesen.

Gäste in der neuen Kneipe des HUB Erle bei der Eröffnung
Die ersten Besucher stehen und sitzen in der neuen Kneipe des HUB Erle und kommen bei der Eröffnung miteinander schnell ins Gespräch. Foto: Petra
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Eröffnung und Einweihung Dorfgemeinschaftshaus im Münsterland Raesfeld Erle 2026
Gut Lachen hatten an diesem Tag; Arno Brömmel, Andreas Pass (Präsident BSV) Andreas Grotendorst Vorstand Bürgergenossenschaft), Christian Lipfert, Peter Stöbel (Prokurist) Pastor Dr. Fabian Tilling, Andreas Witte (Veltins-Brauerei) und Kornbrenner Dirk Böckenhoff. (v.re.) Foto: Petra Bosse

300 Euro, eine Idee und sehr viele Mitmacher für das HUB Erle

Ein Dorf mit rund 3200 Einwohnern in einer Gemeinde mit etwa 11.000 Menschen stemmt diese Summe für seine eigene Dorfkneipe. Möglich wurde das durch viele Aktionen, durch Gespräche, Überzeugungsarbeit und vor allem durch Genossenschaftsanteile zu jeweils 300 Euro. Begeisterte Menschen aus Erle, aber auch aus den umliegenden Kommunen, schlossen sich der Idee an. Sie zeichneten Anteile, empfahlen das Projekt weiter und machten mit.

Offizielle Einweihung und Eröffnung HUB Erle im Münsterland 2026
Foto; Petra Bosse

So wuchs Schritt für Schritt eine Gemeinschaft, die nicht nur investierte, sondern an das Vorhaben glaubte. Dass am Ende mehr als 2.1 Millionen Euro zusammenkamen, ist nicht nur eine Zahl. Es ist ein starkes Zeichen dafür, was entstehen kann, wenn ein Dorf zusammensteht und Unterstützung von außen erfährt.

Offizielle Einweihung und Eröffnung HUB Erle im Münsterland 2026
Alle Hände voll zu tun hatten die Angestellten mit Freibier und kalten Getränken an diesem Samstag. Foto: Petra Bosse

Mehr als eine Kneipe – ein Treffpunkt für alle

Mit dem HUB Erle entsteht weit mehr als ein Restaurant. Geplant war von Anfang an ein moderner Treffpunkt im Herzen des Dorfes. Offen für alle, die dazugehören oder einfach gern vorbeischauen. Ein Ort, an dem man sich trifft, bleibt, wiederkommt.

Dass der Bau nach dem holprigen Start in der Coronakrise dennoch innerhalb eines Jahres fertig wurde, grenzt fast an ein kleines Wunder. Möglich gemacht haben das vor allem die beteiligten Firmen, viele aus der Gemeinde Raesfeld. Sie arbeiteten, wenn nötig, nachts und sonntags. Teilweise deutlich unter den üblichen Preisen. Nicht aus Kalkül, sondern aus Überzeugung. Damit das Budget hält. Damit das Dorf gewinnt.

An diesem Samstag war das Glück greifbar. Man sah es den Genossinnen und Genossen an. Stolz, Erleichterung, ein bisschen Rührung. Alles zugleich.

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Die Fahne vom Schützenverein Am Hagelkreuz (neV) hat auch einen neuen Platz im HUB gefunden . Foto: Petra Bosse
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Alfons Klein Ridder und Andreas Grotendorst genossen den Abend der Eröffnung in vollen zügen.
Foto: Petra Bosse
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Die Schützenfahne ist wieder zuhause

Besonders freut sich auch der Erler Allgemeine Bürgerschützenverein. Die Erler Schützenfahne hat endlich wieder ein Zuhause. Nach rund 25 Jahren in der ehemaligen Dorfkneipe Brömmel-Wilms hängt sie nun wieder dort, wo sie hingehört. In Erle. Sichtbar. Würdevoll.

Und auch der neue Betreiber hat sich für seine Dorfkneipe ordentlich ins Zeug gelegt.

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Die Erler Schützenfahne ist von Brömmel-Wilms nach 25 Jahren ins neue HUB Erle eingezogen. Foto: Petra Bosse

Neuer Wirt, neues Konzept – und doch vertraut

Christian Lipfert setzt auf ein neues Konzept. Weg vom Verstaubten, ohne die Tradition über Bord zu werfen. Das sorgte anfangs nicht bei allen für Begeisterung. Aber spätestens an diesem Samstag, bei der offiziellen Einweihung durch Pastor Fabian Tilling von der Kirchengemeinde Raesfeld, war klar: Das passt. Und es funktioniert.

Einweihungsgeschenke für Christian Lipfert von der Kornbrennerei Böckenhoff
Einweihungsgeschenke für Christian Lipfert von der Kornbrennerei Böckenhoff. Foto: Petra Bosse
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„Vielen Dank an alle, die dieses Projekt möglich gemacht haben. Ich bin stolz darauf, dass ich nicht irgendwo bin, sondern hier in Erle. Wir kennen uns hier persönlich, und ich freue mich sehr, hier zu sein und zu erleben, dass Erle ein Knotenpunkt für viele Menschen ist“, sagte Lipfert während der Einweihung im Schatten der St.-Silvesterkirche.

Und weiter: „Ich bin auch sehr stolz darauf, dass wir heute der Erler Schützenfahne hier ein neues Zuhause geben können. Ich freue mich sehr, dass der Schützenverein auch künftig ein Zuhause in Erle hat.“

Pastor Fabian Tilling und Bürgermeister Dirk Kuhmann-Einweihung HUB Erle
Foto: Petra Bosse

Bürgermeister, kurze Worte, klare Wünsche

Auch Bürgermeister Dirk Kuhmann richtete sich an die Gäste. Ohne große Reden, dafür mit klarer Botschaft.

„Liebe Grüße an die Gremien, und der Dank gilt allen, die dieses Projekt unterstützt haben. Auch von mir ein herzliches Willkommen an alle Gäste. Es ist ein schönes Bild zu sehen, wie sich jeder Raum dieses Hauses mit Menschen füllt. Genau so haben wir uns das vorgestellt.“

Sein Wunsch sei, dass die  Bürger diesen Ort mit Freude annehmen, zusammenkommen, sich austauschen und zusammenhalten. „Das erleben wir heute bereits“, sagte Kuhmann und machte deutlich, wofür dieser Tag da war: für die Menschen, nicht für lange Ansprachen.

„Lasst uns hier zukünftig zusammenkommen, um zu lachen, tanzen und fröhlich zu sein.“

Pastor Fabian Tilling und Bürgermeister Dirk Kuhmann-Einweihung HUB Erle
Pastor Dr. Fabian Tilling, nächster Nachbar und Hausherr des höchsten Gebäudes im „Stadtgebiet“ und Bürgermeister Dirk Kuhmann. Foto: Petra Bosse
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Revierförster Christop Beemelmans und Familie genossen die Eröffnung. Foto: Petra Bosse
Revierförster Christoph Beemelmans (Erler Heide RVR) und Familie. Foto: Petra Bosse

Der Pastor, der Nachbar und der beste Platz im Haus

Für gute Laune sorgte anschließend Pastor Dr. Fabian Tilling. Gut gelaunt, herzlich, mit einem Augenzwinkern. „Willkommen zuhause“, begrüßte er die Gäste. Als direkter Nachbar des HUB Erle und Hausherr des höchsten Gebäudes im „Stadtgebiet“, freue er sich sehr, diesem Haus den Segen zu geben. Und dann der Satz, der im Dorf hängen blieb: Wenn er einmal ganz entspannt aus einem großen Fenster auf die St.-Silvesterkirche schauen wolle, dann sei das hier genau der richtige Platz. Lachen im Saal inklusive.

Einweihung und Eröffnung HUB  Erle-Dorfgemeinschaftshaus der Bürgergenossenschaft Erle
Foto: Petra Bosse

Freibier, Musik und neugierige Gäste

Nach dem offiziellen Teil füllten sich Kneipe und Saal in der obersten Etage schnell. Das Blasorchester Erler Jäger begleitete die Einweihung und den Einzug der Schützenfahne musikalisch. Es gab Freibier und kleine Snacks gegen eine freiwillige Spende.

Und wer dachte, hier seien nur Erler unterwegs, irrte. Auch viele Auswärtige schauten neugierig vorbei. Manche testeten bereits ihren künftigen Stammplatz. Ganz unverbindlich, versteht sich.

Pastor Tillings Lieblingsplatz stand da längst fest. Oben im Saal. Mit Blick auf die St.-Silvesterkirche. Den höchsten Kirchturm im Stadtgebiet. Und auf ein Dorf, das sich an diesem Tag selbst ein kleines Denkmal gesetzt hat.

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Musikalisch begleitet wurde die Einweihung vom Blasorchester Erler Jäger. Foto: Petra Bosse
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