Der Name „Goldener Herbst“ machte an diesem Tag alle Ehre: Farbenprächtig, duftend nach Bauernhof und frisch gemähter Wiese präsentierte sich am Sonntag der 32. Bauernmarkt auf dem Hof Stegerhoff in Erle.

Besucherandrang schon am Vormittag
Schon früh am Vormittag strömten Besucher über die Wiesen, viele aus den Nachbarorten, auffällig auch zahlreiche Kennzeichen aus dem Ruhrgebiet. Noch bevor der Markt offiziell um 11 Uhr eröffnete, zogen sich lange Autoschlangen Richtung Hof. Dass es diesmal besonders früh losging, bestätigte auch Aussteller Udo Ostwald aus dem Sauerland: „Wir waren das letzte Mal mit unserem Stand vor Corona hier. Da war der Markt schon sehr gut besucht, aber gefühlsmäßig denke ich, dass es diesmal doppelt so viele Besucher sind.“

Markt als Erlebnis
Wer das Gelände betrat, konnte sofort sehen, dass es nicht nur ums Einkaufen, sondern ums Erleben ging. Für die Kleinen warteten ein Sandhügel mitten auf der Wiese, eine Schatzsuche im Heu oder eine Runde mit dem elektrischen Pony. Erwachsene schlenderten währenddessen zwischen den Ständen, probierten sich durch regionale Spezialitäten, entdeckten neue Pflanzen oder hielten an den Handwerksständen inne. Überall roch es nach frisch gebackenem Brot, nach Kräutern, nach Gemüse direkt vom Feld.

Frisches Obst, Gemüse und Blumen
Besonders umlagert war der Obst- und Gemüsestand vom Bauernhof Breil. „Gibt es hier etwas umsonst?“, fragte eine Frau angesichts der langen Schlange. „Nein, aber frische Äpfel vom Hof“, lachte Markus Breil, während er Wirsingköpfe verkaufte. Ein junger Mann erklärte, er liebe das frische Gemüse so sehr, dass er gleich drei Wirsing mitnahm. Auch Blumen fanden viele Abnehmer. Isa Bergmeier aus Dorsten erzählte, dass sie wie jedes Jahr Pflanzen mitnehme, weil diese lange hielten und sehr pflegeleicht seien.

Stimmen vom Markt
Unter den Gästen waren auch etliche Schermbecker. Ursula Hörning verriet, dass sie sich mit frischem Gemüse eingedeckt habe: „Einen Wirsing nehme ich für Kohlerouladen mit, und ein paar Panna habe ich auch in der Tasche.“ Besonders schätze sie die Vielfalt des Marktes, der für jeden etwas bereithalte und die Möglichkeit biete, einfach länger zu bleiben und mittags eine Kleinigkeit zu essen.

Deftiges, Süßes und Neues im Hofladen
Neben Reibekuchen, Würstchen und süßen Versuchungen war es vor allem der deftige Eintopf des ASB Kreisverbands Borken, der viele anlockte. Und auch im Hofladen von Stegerhoff, der in diesem Jahr zum ersten Mal geöffnet hatte, drängten sich die Besucher. Hier warteten zusätzliche Produkte direkt vom Hof und sorgten für neugierige Blicke und volle Einkaufstaschen.


Landwirtschaft zum Mitmachen
Der landwirtschaftliche Ortsverband war mit einem Infostand vertreten. Dort konnten Kinder am Glücksrad kleine Preise gewinnen, und ganz nebenbei noch ihr Wissen über die Landwirtschaft testen. Eine der Fragen lautete etwa: „Wie viele Eier legt ein Huhn pro Jahr?“ Wer die Antwort nicht wusste, bekam sie schmunzelnd erklärt und lernte, dass Landwirtschaft nicht nur Arbeit, sondern manchmal auch Rätselraten sein kann.

Kappeshoheiten zu Gast
Mitten im Trubel zeigten sich auch die Kappeshoheiten: Kappes-Königin Birgitt Grotendorst und Prinzessin Katharina Meyering bummelten über den Markt, kamen mit vielen Besuchern ins Gespräch und verteilten hier und da ein Schnäpschen. Gleichzeitig nutzten sie die Gelegenheit, um auf den nächsten großen Termin aufmerksam zu machen: den Kappesmarkt in Raesfeld 2025, der am Samstag, 8. November, ab 11 Uhr beginnt und am Sonntag, 9. November, bis 18 Uhr andauert.


Zufriedener Gastgeber
So war der Bauernmarkt auf dem Hof Stegerhoff nicht nur ein Treffpunkt für Menschen aus der Region und dem Ruhrgebiet, sondern auch ein Fest für die Sinne mit Farben, Gerüchen und Eindrücken, die den Herbst in Erle spürbar machten. Am Ende des Tages zeigte sich auch Johannes Stegerhoff zufrieden. Kein Wunder, denn wie in den Jahren zuvor auch, spielte das Wetter beim 32. Bauernmarkt mit.








