Mit der Haushaltsrede des SPD-Fraktionsvorsitzenden Andreas Erzkamp hat am Montag im Rat der Gemeinde Raesfeld die politische Beratung über den Haushalt 2026 begonnen. Trotz kritischer Anmerkungen kündigte die SPD-Fraktion an, dem Haushalt zuzustimmen, um die Handlungsfähigkeit der Gemeinde zu sichern.
Haushaltsrede des SPD-Fraktionsvorsitzenden
Andreas Erzkamp machte zu Beginn seiner Rede deutlich, dass der Haushaltsplan mehr sei als eine reine Aufstellung von Zahlen.
„Ein Haushalt sieht auf den ersten Blick nach Zahlenkolonnen aus. Aber hinter jeder Zahl steht ein Mensch in Raesfeld, Erle oder Homer“, sagte Erzkamp im Rat.
Der Haushalt bilde damit die konkrete Lebenswirklichkeit vieler Bürgerinnen und Bürger ab, von Familien über Seniorinnen und Senioren bis hin zu den zahlreichen Ehrenamtlichen in der Gemeinde.
Für Erzkamp war es zugleich ein persönlicher Moment. Es sei seine erste Haushaltsrede als Vorsitzender der SPD-Fraktion. Gleichzeitig markiere der Haushalt 2025 den ersten Etat unter Bürgermeister Dirk Kuhmann und damit einen politischen Übergang.
Zahlen und Fakten zum Haushalt 2026
In seiner Rede ging Erzkamp auf die finanzielle Lage der Gemeinde ein. Der Haushaltsentwurf verfüge weiterhin über Rücklagen, enthalte jedoch erstmals eine Kreditermächtigung in der Haushaltssatzung. Diese sei als Sicherheitsnetz gedacht, falls die vorhandenen Mittel nicht ausreichen sollten.
„Wir leben nicht im finanziellen Katastrophenmodus, aber die Luft wird messbar dünner“, erklärte Erzkamp. Wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen würden, würden die Rücklagen in den kommenden Jahren spürbar abschmelzen. Die SPD-Fraktion hoffe, dass die Kreditermächtigung nicht genutzt werden müsse und der Haushalt wie in den Vorjahren aus eigenen Reserven getragen werden könne.
Politische Schwerpunkte der SPD
Erzkamp stellte klar, dass die SPD-Fraktion die vom Bürgermeister benannten Kernaufgaben grundsätzlich mittrage. Gleichzeitig betonte er die sozialdemokratischen Leitlinien für die Haushaltsberatungen. Im Mittelpunkt stünden soziale Sicherheit, bezahlbarer Wohnraum, Investitionen in Kinder, Jugend und Bildung, Klimaschutz sowie der Respekt vor dem Ehrenamt.
Bezahlbarer Wohnraum als zentrale Aufgabe
Deutlich wurde Erzkamp beim Thema Wohnen. Steigende Mieten und ein knappes Angebot träfen auch Raesfeld. 2026 dürfe kein weiteres Vertagungsjahr beim bezahlbaren Wohnraum werden. Wohnraum sei Daseinsvorsorge und könne nicht allein dem privaten Markt überlassen werden, so der SPD-Fraktionsvorsitzende.
Investitionen in Kinder, Jugend und Bildung
Positiv bewertete Erzkamp die vorgesehenen Investitionen in Kitas, Schulen und den Ausbau der Offenen Ganztagsbetreuung. Diese Ausgaben seien notwendig, um reale Bedarfe zu decken. „Jeder Euro, den wir in Kinder, Jugend und Bildung stecken, ist besser angelegt als mancher Euro Beton“, sagte Erzkamp.
Klimaschutz und Ehrenamt
Auch beim Klimaschutz forderte die SPD, von Konzepten stärker in die Umsetzung zu kommen. Energetische Sanierungen und Investitionen in erneuerbare Energien seien langfristig auch finanziell sinnvoll.
Das Ehrenamt bezeichnete Erzkamp als tragende Säule der Gemeinde. Neue Strukturen zur Unterstützung seien sinnvoll, müssten jedoch klar definiert und finanziell solide unterlegt sein.
Zustimmung zum Haushalt
Trotz kritischer Punkte kündigte Erzkamp die Zustimmung der SPD-Fraktion zum Haushalt 2025 an. Der Etat sei kein Wunschkonzert, halte die Gemeinde jedoch handlungsfähig und setze auf ehrliche Zahlen und klare Prioritäten.
Die Zustimmung sei mit Erwartungen verbunden, unter anderem beim bezahlbaren Wohnraum, beim Klimaschutz und beim Schutz der sozialen Infrastruktur.
Es gilt das gesprochene Wort. Die Rede wurde redaktionell zusammengefasst.
Die vollständige Haushaltsrede steht als PDF zum Download zur Verfügung.



























