Altenheimbewohner und Angestellte von Landhaus Keller demonstrieren gegen die Pläne der Verwaltung

RAESFELD. Sie trotzten dem Wetter und marschierten trotz Regenwetter am Donnerstag vom Landhaus Keller zum Rathaus. Damit soll der Druck vonseiten aller Betroffenen auf die Verwaltung und die Kommunalpolitik erhöht werden.

Demo Raesfeld gegen Schließung Landhaus Keller

RAESFELD. „Wir sind keine Menschen zweiter Klasse, sondern wir sind Menschen, die man nicht hin und her schiebt“, oder, „Wir wollen nicht vertrieben werden“, und „Wir haben ein Recht hier zu leben“.

Mit diesen großflächigen Transparenten machten die Bewohner auf die derzeitige Situation im Landhaus Keller auf sich aufmerksam. Die rund 35 Mitarbeiterinnen, Bewohner und Angehörige des Altenheims Keller wollten in Form einer Demonstration einfach ihrem Unmut darüber Luft machen, dass sie nicht zu den Menschen zweiter Klasse gehören.

Demo Raesfeld gegen Schließung Landhaus Keller
Einrichtungsleiterin Brigitte Pohl hat die Demo bei der Polizei angemeldet.

Allen voran die Einrichtungsleiterin Brigitte Kohl. Sie und einige Mitstreiter zeigten sich enttäuscht darüber, dass weder Martin Tesing, noch Bürgermeister Andreas Grotendorst vor Ort waren. Sie verwies darauf, dass sie bereits eine Genehmigung zu dieser Demo am 10. Februar erhalten habe.

Allerdings sei zwar die Polizei benachrichtigt worden, nicht aber die Gemeinde, so Claudia Weßeling (Gemeindesprecherin), die alle Fragen der Anwesenden aufnahm und diese weiterleiten werde, so Weßeling.

Demo Raesfeld gegen Schließung Landhaus Keller

Das bestätigten auch am Mittwoch unisono Bürgermeister Grotendorst und der Erste Abgeordnete Tesing. Sie hatten einen Termin in Stadtlohn, so Grotendorst, der schon seit drei Monaten feststand und Grotendorst als Vorsitzender nicht fernbleiben konnte.

Nicht verständlich für die Demonstranten. Stadtlohn sei ja nicht so weit, und einer hätte heute mal kurz kommen können“, wurden die Stimme der Demonstranten laut.

„Das Haus wird geschlossen, das Altenheim kommt weg. Wir hätten es auch gerne, dass man sich unsere Argumente und die der Menschen anhört und diese auch als Menschen wahrnimmt. Nicht als lästige Plagegeister, die nichts in Raesfeld zu suchen haben“, so Brigitte Pohl.

Demo Raesfeld gegen Schließung Landhaus Keller

Keller-Beohner haben Familie in Raesfeld gefunden

Das Leid aller Betroffenen ist groß, besonders mit Blick in die Zukunft. Zum einen sorgen sich die Angestellten um die Bewohner, die teilweise unter starker Demenz leiden, und für die ein Umzug in diesem Zustand nicht mehr zumutbar sei. Einige der Bewohner kommen unter anderem auch Holsterhausen und haben, so sagte eine Demo-Teilnehmerin, hier in Raesfeld ihr neues Zuhause und ihre Familie gefunden.

Demo Raesfeld gegen Schließung Landhaus Keller

Auf der anderen Seite bangen die Angestellten auch um ihre Arbeitsplätze denn, so Brigitte Pohl, habe nicht jeder der Angestellten ein Auto, um zig Kilometer in eine andere Stadt zur Arbeit zu fahren, zumal die Busverbindung Raesfeld auch nicht so besonders seien.

Groß ist auch der Druck des Insolvenzverwalters. Hier scharren die Gläubiger bereits mit den Hufen und so sei es normal, so Martin Tesing, dass dieser einen möglichst hohen Preis für das Anwesen erzielen möchte. Der Sprecher des Insolvenzverwalters Thomas Schulz jedoch bezweifelt, wie er heute sagte, dass Raesfeld für dieses Objekt einen Investor für den Betrieb eines Hotels finden werde.

Demo Raesfeld gegen Schließung Landhaus Keller

Gleichzeitig betonte Schulz, dass die Demonstration, die mit dem Insolvenzverwalter Rolf Weidemann abgesprochen gewesen sei, etwa ganz besonderes sei. Diese könne allerdings die Konsequenzen haben, dass dadurch erst recht Investoren für ein Hotel abgeschreckt werden.

Aktueller Stand

Der derzeitige Stand ist, dass sich im Planungsausschuss die Politiker der Fraktionen CDU, SPD, Grüne und UWG am 20. Januar einstimmig für eine Änderung des Bebauungsplans dazu entschlossen haben, dass Landhaus Keller wieder nur als Hotelstandort genutzt werden solle. Dies war bereits schon bei der ersten Baugenehmigung im Jahre 1986 der selbige Stand. Das Grundstück wurde seinerzeit als „Sondergebiet für eine Hotelanlage in attraktiver Lage am Ortsrand in günstiger Nähe zum Ortskern und zu der südwestlich anschließenden Schlossanlage“ ausgewiesen.

Demo Raesfeld gegen Schließung Landhaus Keller

Das am 01.07.2019 gegen die Keller-Gruppe eröffnete Insolvenzverfahren ändert insofern nichts an der Bedeutung des Hotelstandortes und der Einschätzung der Gemeinde Raesfeld, so Tesing. Solange allerdings das Hotel in dieser Form, sprich Altenheim betrieben wird, gilt der als Bestandschutz.

Derzeit sind 20 Plätze im Landhaus Keller von Seniorinnen und Senioren bewohnt. Davon kommt ein Bewohner aus Raesfeld.  

Petra Bosse

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