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Geklaute Fahne wieder aufgetaucht

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Sekretärin Cornelia Büsken und Hausmeister Stefan Nagel freuen sich über die Fahne, die am vergangenem Freitag per Post kam. Foto: Petra Bosse

Geklaute Fahne wieder aufgetaucht. Schlechtes Gewissen oder späte Einsicht? An der Silvesterschule in Erle sorgt ein anonymer Brief für Gesprächsstoff. Jahrzehnte nach dem Verschwinden ist eine alte Fahne wieder da.

Ein Umschlag, kein Absender, dafür ein überraschender Inhalt. An der Silvesterschule in Erle ist letzten Freitag (7.2.) eine alte Fahne eingetroffen, beigelegt ein persönlicher Brief. Der Verfasser bezeichnet sich als ehemaliger Schüler und gesteht offen: Er habe die Fahne einst mitgenommen. Genauer gesagt, gestohlen.

Geklaute Fahne wieder aufgetaucht in Erle

Die zurückgesandte Fahne zeigt zwei Eichhörnchen, wie sie auch im Wappen der Gemeinde Raesfeld zu sehen sind. Nach der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen im Jahr 1975 wurden die Gemeinden Raesfeld und Erle zusammengeschlossen. Das Wappen der neuen Gemeinde Raesfeld wurde am 30. Oktober 1986 offiziell genehmigt und zeigt zwei Eichhörnchen.

Offenbar stammt die Fahne aus dieser Zeit oder kurz danach. Wo genau sie früher hing, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Ehemalige erinnern sich, dass an der damaligen Erler Grundschule bei besonderen Anlässen geflaggt wurde. Gut möglich, dass die Fahne ihren Platz am Fahnenmast auf dem Schulhof hatte oder bei Veranstaltungen an der Schule aufgehängt war.

Ein Brief ohne Humorlosigkeit

Der Fahne beigelegt war ein Brief, nicht ohne Selbstironie, aber sichtlich ernst gemeint. Der Inhalt im Wortlaut, sprachlich leicht überarbeitet:

Liebe Menschen in der Silvesterschule Erle,
vor einigen Jahrzehnten bin ich mit großer Freude auf Ihre Schule gegangen und hatte eine wundervolle Lehrerin, die mich bis heute tief geprägt hat. Dafür bin ich unsagbar dankbar. Es war für mich als Kind eine Zeit großen Heils, der Bestärkung und des Glücks.

Mit der weiterführenden Schule begannen andere Zeiten, und es dauerte lange Jahre, wieder etwas zu finden, das sich für mich so anfühlte wie die damalige Zeit in der Grundschule. Mit der Pubertät begannen die körperlichen und geistigen Kapriolen, die nicht selten von zu viel Energie durch Schützenfeste und deren manchmal zu berauschender Wirkung begleitet waren.

Bei einem solchen Höhen- und Tiefenstreifzug ist mir dann diese schöne Fahne der Heimat in die Hände gefallen. Und ja, ich habe sie geklaut. Das tut mir bis heute sehr leid, aber ich möchte sie, wenn auch etwas spät, zurückgeben.

Ich habe meinen Weg gefunden, auch gerade wegen der fruchtbaren Zeit in der Grundschule, und spüre heute wieder viel öfter dieses schöne Gefühl.

Ein alter Schüler.

Schlechtes Gewissen oder spätes Dankeschön?

Ob schlechtes Gewissen, Nostalgie oder einfach der Wunsch nach einem sauberen Abschluss mit der eigenen Schulzeit, die Fahne ist nun wieder dort, wo sie hingehört. In der Schule sorgt die Geschichte für Schmunzeln und Nachdenklichkeit zugleich.

Vielleicht meldet sich der ehemalige Schüler ja doch noch persönlich. Und vielleicht erinnert sich auch jemand aus den damaligen Jahrgängen der Erler Grundschule daran, wo genau die Fahne früher an der Schle angebracht war.

Wer sich noch erinnert oder selbst einmal die Schulbank in Erle gedrückt hat, darf sich gerne bei Heimatreport melden.

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