Frohe Ostern! Diese Worte hören wir heute und morgen öfter. Worte, die wie selbstverständlich von den Lippen kommen und mit denen wir schon als Kindern aufgewachsen sind. Und auch unsere Kinder geben diese Grüße weiter. Aber woher stammt das Wort „Ostern“ eigentlich? Es gibt drei Theorien zur Sprachgeschichte des christlichen Festes

Die Sprachgeschichte eines Wortes zeigt, dass diese niemals linear verläuft, sondern auf vielerlei Entwicklungen und Einflüsse zurückzuführen ist. So auch bei einem der sprachwissenschaftlich kniffeligsten Worte: Ostern.
Das Fest Ostern und verkörpert die Auferstehung Jesu Christi von den Toten und hat für Christen eine ganz besondere Bedeutung. Neben Pfingsten und Weihnachten gehört Ostern zu den drei großen christlichen Festen. [spoiler]

Pessach und Ostern
In den meisten europäischen Sprachen wird das christliche Ostern als „Pessach“, nach dem höchsten Fest der Juden, bezeichnet. Damit wird an die Herkunft und verbleibende Verwandtschaft der Zentraldaten beider Religionen erinnert. Das deutsche Wort „Ostern“ und das englische „easter“ bilden hierbei Ausnahmen. Hierzu gibt es bisher drei Theorien zur Wortklärung.


Die Göttin-Ostara-Theorie

Von dem angelsächsischen Benediktinermönch  Beda Venerabilis ausgehend der im 8. Jahrhundert Theologe und Geschichtsschreiber war, geht diese Theorie auf eine angebliche germanische Göttin Ostara zurück. Diese „Göttin des strahlenden Morgens“ (des aufsteigenden Lichtes) soll der Ursprung für die Ableitung Ostern von Ostara und im Englischen eostra gewesen sein.

Beda hat viele germanische Götternamen erfunden hat, was  also gegen diesen Namen spricht.  Unbestritten ist aber auch, dass auf die Osterzeit ein heidnisches Frühlingsfest fiel. Allerdings ist dies durch die Strategie der Christianisierung der Heiden durch die Kirche zurückzuführen: Heidnische Riten wurden somit durch die christliche Feierlichkeiten überlagert und „ausgerottet“.

Die Morgenröte-Theorie
Nach dem Sprachwissenschaftler Johann Knobloch stellt das Ostern ein Bedeutungslehnwort dar und geht vom Althochdeutschen ostarun auf das lateinische albae (der lateinisch christliche Terminus für die Osterwoche) zurück.
Der wichtigste Akt des Festes, das Taufen, sollte daher eigentlich im Mittelpunkt der Sprachgeschichte Osterns stehen.

Die Ausa-Theorie oder die Schöpf-Theorie
Der Sprachwissenschaftler Siegfried Gutenbrunner bringt das christliche Fest Ostern mit dem germanischen Schöpf- und Begießungsritus zusammen. Dadurch bezieht er Ostern auf das altnordische Wort ausa (schöpfen).  Jürgen Udolpf, Deutschlands einziger Professor für Onomastik (Namensforschung) erstellte durch einen Mix der jeweiligen Ansätze die entscheidende Weiterentwicklung in der Namensforschung des Worts Ostern dar.

Udolphs Erklärungs-Mix
Nach Udolph müssen daher einmal der Monat April, sowie der einstige Zeitraum heidnischer Frühlingsfeste eine Rolle spielen. Wichtig bei der Erklärung von Ostern muss aber auch die Taufe als zentrales Ereignis des christlichen Festes sein und nicht als Randereignis in der Nacht oder im Morgengrauen. Des Weiteren bietet die ausa-Theorie und damit die Schöpf-Semantik neue Perspektiven der Worterklärung. Als reine Erfindung kann in diesem Zusammenhang Bedas Theorie und die erfundene Göttin Ostara gesehen werden. [/spoiler]

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