Der Rat der Gemeinde Raesfeld hat in seiner letzten Sitzung des Jahres einstimmig beschlossen, Fördergeld für den TSV Raesfeld zu beantragen. Die Kommune will sich am Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ beteiligen und damit umfangreiche Modernisierungen auf der Sportanlage ermöglichen.
In der Sitzung machte der Erste Beigeordnete der Gemeinde Raesfeld Markus Büsken darauf aufmerksam, dass der TSV Raesfeld von dem Bundesförderprogramm profitieren könnte. Geplant sind unter anderem Investitionen in die Flutlichtanlage und den Kunstrasenplatz. Die tatsächlichen Gesamtkosten liegen nach aktueller Schätzung bei rund 750.000 Euro und damit höher als zunächst in der Vorlage angegeben.

Breite Zustimmung aus dem Rat
CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Bernhard Bonhoff begrüßte das Vorgehen ausdrücklich. „Ich finde es eine gute Idee, die Fördermittel auch auszuschöpfen“, sagte Bonhoff in der Sitzung.
Henry Tünte von den Grünen lenkte den Blick auf ökologische Aspekte der Sanierung. Bei der Erneuerung des Kunstrasens müsse besonders auf das Thema Mikroplastik geachtet werden. Dieses sei mittlerweile überall zu finden. Zudem äußerte er den Wunsch, dass die neue Beleuchtung so ausgerichtet werde, dass Insekten möglichst nicht beeinträchtigt werden. Volker van Wasen von der UWG mahnte trotz möglicher Fördermittel zur Kostendisziplin. Auch mit Zuschüssen müsse die Gemeinde die Ausgaben im Blick behalten.

Projektskizze für Bundesprogramm
Mit dem einstimmigen Beschluss beauftragte der Rat die Verwaltung, eine Projektskizze im Rahmen des Interessenbekundungsverfahrens des Bundesförderprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“ einzureichen.
Der Projektaufruf wurde am 16. Oktober 2025 veröffentlicht. Der Deutsche Bundestag hat im Wirtschaftsplan 2025 des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität Programmmittel in Höhe von 333 Millionen Euro für das neue Förderprogramm bereitgestellt. Ziel ist es, kommunale Sportstätten nachhaltig zu erhalten und zu modernisieren.
Der Förderzeitraum erstreckt sich von 2026 bis 2031. Gefördert werden Sportanlagen, die primär der Ausübung von Sport dienen. Dazu zählen neben Gebäuden auch Freibäder sowie Sport- und Tennisplätze. Neben der energetischen Sanierung von Gebäuden ist auch die Umwandlung oder Sanierung von Kunstrasenplätzen förderfähig.

Förderung bis zu 45 Prozent möglich
Der Bund übernimmt bis zu 45 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben. Der kommunale Eigenanteil beträgt mindestens 55 Prozent. Voraussetzung für einen Förderantrag sind Gesamtausgaben von mindestens 555.000 Euro. Der Bundesanteil liegt bei mindestens 250.000 Euro.
Das Verfahren ist zweistufig aufgebaut. Bis spätestens 15. Januar 2026 muss dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung eine Projektskizze vorliegen. Voraussetzung ist ein Ratsbeschluss zur Teilnahme am Förderaufruf. Nach einer Vorprüfung entscheidet der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages voraussichtlich Ende Februar 2026 über die geförderten Projekte.
Umfangreiche Maßnahmen auf der Sportanlage
Konkret geht es um die Sportanlage des TSV Raesfeld e.V.. In den kommenden Jahren stehen dort mehrere Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten an. Vorgesehen sind unter anderem:
- Flutlichtanlage: Austausch der veralteten Technik durch energieeffiziente LED-Beleuchtung zur Reduzierung von Energieverbrauch und CO₂-Emissionen sowie zur Verbesserung der Lichtqualität.
- Kunstrasenplatz: Sanierung der stark beanspruchten Spielfläche mit ökologischen Standards, unter anderem mikroplastikfreie Füllstoffe und umweltfreundlicher Unterbau.
- Sanitäranlagen: Vollständiger, barrierefreier Ausbau nach aktuellen Standards zur Förderung von Inklusion und „Sport für alle“.
- Hoch- und Weitsprunganlage: Erneuerung der sicherheitsrelevanten und veralteten Anlagen zur Verbesserung der Trainingsqualität, insbesondere für die stark wachsende Leichtathletikabteilung.
- Flachdach Umkleidegebäude: Energetische Dachsanierung mit modernem, langlebigem Aufbau zur Senkung des Energieverbrauchs und zum langfristigen Substanzerhalt.
Mit dem geplanten Projekt setzen die Gemeinde Raesfeld und der TSV Raesfeld e.V. ein klares Zeichen für die Zukunft des Sports, des Ehrenamts und des gesellschaftlichen Zusammenhalts im ländlichen Raum. Die Sanierung der kommunalen Sportstätte geht dabei über reine Baumaßnahmen hinaus. Sie ist eine gezielte Investition in Lebensqualität, Nachhaltigkeit und ein dauerhaftes Miteinander in der Gemeinde.



























