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Femeiche in Raesfeld-Erle bekommt neue Stützen

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An der Femeiche in Raesfeld-Erle müssen vier marode Stützen erneuert werden. Die Arbeiten sollen zwischen Mitte August und Anfang September 2026 stattfinden. Nach Angaben des Kreises Borken befindet sich die rund 1.000 Jahre alte Eiche weiterhin in einem guten Zustand.

Vier Stützen der Femeiche in Raesfeld-Erle sind marode und müssen ausgetauscht werden. Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Borken hat dafür die Firma Gewers Baumpflege GmbH beauftragt.

Voraussichtlich zwischen Mitte August und Anfang September 2026 sollen vier Stützen und zwei Fundamente erneuert werden. Auch die übrigen Stützen werden kontrolliert und bei Bedarf ersetzt.

Die Kosten belaufen sich voraussichtlich auf 9.000 Euro. Davon werden 70 Prozent über Fördermittel der Förderrichtlinie Naturschutz finanziert. Die übrigen 30 Prozent trägt der Kreis Borken.

Historische Femeiche in Erle mit Stützen
Foto: Petra Bosse

Femeiche in Raesfeld-Erle entwickelt sich weiterhin gut

Trotz ihres hohen Alters befindet sich die Femeiche nach Einschätzung des Kreises in einem guten Zustand.

„In den vergangenen Jahren hat sich die Femeiche für ihr Alter weiterhin gut entwickelt“, erklärt Hanna Lösing aus dem Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises Borken, die die Femeiche seit fünf Jahren betreut. „Die Krone ist in einem hervorragenden Zustand. Wer genau hinsieht, erkennt, dass der Baum im Wesentlichen nur noch aus den Rindenresten des ursprünglichen Stammes besteht. Diese wachsen jedoch kontinuierlich weiter.“

Warum die Femeiche Stützen benötigt

Erste Skizzen für ein Ständerwerk, das den Baum stützen sollte, stammen aus dem Jahr 1911. Bereits damals zeigte sich, dass der Baum von innen heraus faulte und ohne Unterstützung keine Überlebenschance haben würde.

Seitdem wird die alte Eiche mit verschiedenen Maßnahmen erhalten und gepflegt.

Zahlreiche Pflegemaßnahmen seit den 1960er Jahren

In den vergangenen Jahrzehnten wurden immer wieder Arbeiten an der rund 1.000 Jahre alten Femeiche in Raesfeld-Erle vorgenommen.

In den 1960er Jahren entfernten Baumpfleger abgestorbene Baumteile und tauschten den Boden aus.

  • 1986 wurde im Umfeld des Baumes Lavagranulat eingebracht. Außerdem wurde der Großteil der Stützen erneuert.
  • 2011 wurden vier weitere Stützen ausgetauscht und Totholz vom Reststamm zurückgenommen.
  • 2014 folgte ein neues Fundament mit einem Lagerbalken für eine Stütze.

Darüber hinaus wurde der Boden regelmäßig gelockert und mit Bodenorganismen angereichert. Sie erleichtern den Wurzeln die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Pflegeschnitte in der Krone und am Stamm sollen zudem das Wachstum lenken und den guten Zustand des Baumes erhalten.

Femeichenpark Erle in Münsterland
Foto: Daniel Bosse/Archiv

Femeichenpark wurde 2025 eröffnet

Die Femeiche ist als Naturdenkmal und als „Nationalerbe-Baum“ ausgewiesen. Mit der Eröffnung des Femeichenparks im April 2025 erhielt der Baum ein neu gestaltetes Umfeld.

Der Park zieht inzwischen Besucherinnen und Besucher aus der Region und darüber hinaus nach Raesfeld-Erle.

Die historische Femiche in Erle um 1860. Foto: Petra Bosse/Repro

Rund 1.000 Jahre alte Eiche mit langer Geschichte

Experten schätzen das Alter der Femeiche auf etwa 1.000 Jahre. Der Kreis Borken führt sie in seinem Verzeichnis der Baum-Naturdenkmale.

Bis ins 16. Jahrhundert tagte unter der Eiche das Femegericht. Dort wurde über Schwerverbrechen wie Mord und Brandstiftung geurteilt.

Um den Hohlraum im Stamm ranken sich zahlreiche Geschichten. Eine der bekanntesten berichtet vom preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm, der dort im Jahr 1819 mit zwei Generälen gefrühstückt haben soll.

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