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Feierliche Einsegnung: Neue Sternenkindergrabstätte in Erle berührt Herzen

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Am Samstagvormittag wurde die Sternenkindergrabstelle auf dem Erler Friedhof von Pastor Dr. Fabian Tilling eingeweiht. Bewegende Momente für alle Anwesenden, besonders für Eltern, die erst kürzlich, aber auch schon vor längerer Zeit ihr Kind verloren haben.

Die neu errichtete Sternenkindergrabstätte bietet all den Sternenkindern, deren irdische Existenz nur von kurzer Dauer war und die dennoch einen unvergesslichen Platz im Herzen ihrer Eltern einnehmen, einen Ort der letzten Ruhe.

Gedenkstätte-Sternengrab-Erle

Schmerzhafte Erinnerungen

Mitten auf der Grabstelle ziert ein großen Stein in Form eines Tors, die Gedenkstelle. Ergänzt wird das Ensemble von einer Schaukel, die laut Pastor Fabian Tilling eigentlich ein Symbol für Lebensfreude ist. „Wer erinnert sich nicht gerne daran, als Kind geschaukelt zu werden? Für Eltern, die ein Kind verloren haben, ist dieser Anblick schmerzhaft: Auf dieser Schaukel könnte mein Kind sitzen. Es ist ein leerer Platz“, führte Tilling weiter aus.

Der Alltag jedoch gehe weiter – wie viele wissen überhaupt, dass wir ein Kind während der Schwangerschaft verloren haben? „Der Alltag geht schnell darüber hinweg, doch meldet sich immer wieder der Gedanke an das kleine Lebewesen, das wir mit Freude erwartet hatten“.

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Pastor Dr. Fabian Tilling bei der Einsegnung auf dem Erler Friedhof am Samstag. Foto: Petra Bosse

Sternenkinder war vor Jahren noch kein Thema

Was bedeutet Sternenkind? Diese Frage stellte Seelsorger Klaus Elsner in den Raum. „Sternenkinder sind Kinder, die während der Geburt oder kurz nach der Geburt versterben“. Bis vor einigen Jahren sei dies kein Thema gewesen, so Klaus Elsner. „Am besten sprichst du gar nicht darüber, dann vergisst es du ganz schnell wieder“, so Elsner.

Seine Erfahrungen als Seelsorger hätten ihm jedoch gezeigt, dass es eben nicht vergessen ist, dass Kind. „Viele Mütter besonders denken im Alter darüber nach: Was ist denn wohl aus meinem Kind geworden, was nicht Leben durfte“.

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Klaus Elsner (r.) gedachte der zahlreich verstorbenen Sternenkinder. Foto Petra Bosse

Rund 50 Sternenkinder im Jahr

Jede zehnte Geburt gehe nicht glücklich aus. Rückblickend seien das im Krankenhaus Borken bei rund 400 bis 500 Geburten im Jahr rund 50 Sternenkinder. Deshalb habe man schon seit längerer Zeit gemeinsam darüber nachgedacht, wie man so eine Gedenkstätte errichten kann, um diesen Kindern einen würdigen Platz zu schaffen.

Mit Pastor Tilling und der Gemeinde konnte das dann schnell weiter umgesetzt und auf den Weg gebracht werden. „Sternenkinder sind Kinder, die in unseren Herzen weiterleben und, so glauben wir Christen daran, dass wir diese Kinder irgendwann wiedersehen, wenn wir ins Paradies gehen“, so Elsner.

Grabstelle-Sternenkinder-Erler-Friedhof

Gedenkstätte mit einem Tor

Die neue Gedenkstätte mit dem torförmigen Stein fällt auf dem Friedhof sofort ins Auge. Das Tor symbolisiert für Christen bei einer Geburt das „Tor zum Leben“, ebenso, wie der Tod als „Tor zum Tor in ewiges Leben“.

„Kinder gehören einfach in unsere Gesellschaft und sind unsere Zukunft. Auch wenn unsere Kinder nicht mehr da sind, sind sie trotzdem auch in unserer Mitte und ich finde gerade auch auf einem Friedhof, gehören auch die Sternenkinder dazu, die früh verstorben sind“, betont Judith Kolschen vom Verein „TrauerHalt ev“.

Einsegnung-Sternenkindergrab-Erle-Pastor-Tilling

Sternenkinder bleiben immer in unserem Gedächtnis

Und weiter führt sie aus: Für die Menschen, die um ihre Kinder trauern und sie immer im Gedächtnis habe, egal wie viele Jahre es her ist, eine Mutter und ein Vater, sie werden immer wissen, wie alt das Kind jetzt wäre, was es jetzt gerade für Entwicklungsschritte machen würde.“ Deshalb sei es für trauernde Eltern wichtig, einen Ort zu haben, an dem sie sich zurückziehen und gezielt an ihr Kind denken können – und das gehöre auf einen Friedhof, so Kolschen weiter.

Mit Blick auf die neue Gedenkstätte freut sich Bürgermeister Tesing, dass das Sternengrab auf dem Erler Friedhof sehr gelungen und schön geworden ist. „Besonders alle Teilnehmer haben zu diesem schönen Ergebnis beigetragen“, so Tesing.

Steinmetz-Löchteken-Raesfeld
Der Gedenkstein vor der Bearbeitung durch Steinmetz Guido Löchteken. Foto: Privat

Dank an die Mitinitiatoren

Besonderer Dank von Pastor Tilling geht an die Mitinitiatoren. An erster Stelle Judith Kolschen vom Verein TrauerHalt e. V. für die Spende des Steins sowie an Steinmetz Guido Löchteken, Firma Bernd Brömmel, Karl-Heinz Baumeister (Gala Bau), Birgit Kölking (Glas, Sterne und Schmetterlinge), dem Pfarreirat Erle (Friedhofscafé), Team Froschkönig sowie Raimund Uhlig und den Einzelspendern.

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Hier an der Schaukel finden alle Sternenkinder einen Platz. Foto: Petra Bosse

Info

In Nordrhein-Westfalen besteht eine Bestattungspflicht für Totgeburten sowie lebend geborene Kinder ab einem Gewicht von 500 Gramm.

Nach dem Wunsch der Eltern können jedoch auch unabhängig vom Gewicht Fehlgeburten, Totgeburten oder Schwangerschaftsabbrüche bestattet werden. Die Gedenkstätte hat somit eine wichtige Funktion erfüllt, und sie trauernden Eltern die Möglichkeit bietet, ihren verstorbenen Kindern einen angemessenen Ort der Erinnerung und des Abschieds zu geben.

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