Projekt „Stolpersteine NRW”4 – Zur Erinnerung an die jüdischen Familien in Raesfeld hat der Heimatverein viele Informationen und Fotos zum jüdischen Leben in Raesfeld zusammengetragen.

Der Künstler Gunter Demnig hat aufgrund privater Initiative ab 2009 vor vier Häusern in der Gemeinde 19 Stolpersteine verlegt.

Viele Orte in Raesfeld, an denen Juden bis zur Shoa lebten, ihre Religion ausübten und begraben wurden, sind von Richard Beering auf der Internetseite des Vereins zu einem informativen Spaziergang verbunden worden. Man findet so auch die Stolpersteine, das Denkmal an der Kirche, die Mikwe am Platz der früheren Synagoge und den Jüdischen Friedhof.

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Familie des Jost Schwarz um 1900. Repro: Heimatverein Raesfeld

Mobile App BIPARCOURS

Bereits 1971 hat Adalbert Friedrich, langjähriger Vorsitzender des Heimatvereins, ein Buch über die jüdische Gemeinde von Raesfeld veröffentlicht, welches Grundlage zu dem Spaziergang gewesen ist.

Um die Orte zu finden und die Informationen abzurufen, hat Richard Beering zudem einen Parcours für die Mobile App BIPARCOURS2 erstellt. Der Parcours wurde für Schüler*innen erstellt, ist aber auch für deren Eltern und Großeltern geeignet. Die Informationen sind auch im Browser auf den Internetseiten3 des Heimatvereins einsehbar.

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Eheleute Rosenbaum auf dem Stenkamp. Repro: Heimatverein Raesfeld

Einzelne Stationen

Ausgangspunkt des Spaziergangs ist das Museum in der Schlossfreiheit. Von dort geht es an den Plätzen vorbei, wo die Familien Nathan, Emanuel, Abraham und Max Rosenbaum, die Familien Nathan, Moses und Herz Elkan sowie die Familien Moses und Levi Schwarz ihre Wohnhäuser hatten.

Der Weg führt auch zur Pfarrkirche St. Martin, wo auf Initiative des Heimatvereins im Juli 1987 an der Borkener Straße nahe der Stelle, wo von 1863 bis 1938 die Synagoge stand, ein Gedenkstein errichtet wurde. Hier sind die Namen von 36 jüdischen Mitbürgern verzeichnet, die von 1942 – 1945 in den Konzentrationslagern umgekommen sind.

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DJK Raesfeld, Erich Rosenbaum erster in der 2. Reihe von rechts. Repro: Heimatverein Raesfeld

Synagoge der jüdischen Gemeinde

Gegenüber des Gedenksteines, an der Stelle des heutigen Ärztehauses, stand von 1863 bis 1938 die Synagoge der jüdischen Gemeinde in Raesfeld. 2004 wurde dort die Mikwe gefunden, die als weitere Gedenkstätte hinter dem Ärztehaus aufgestellt wurde.

Die letzte Station des Rundgangs ist der jüdische Friedhof. Die Heidefläche befindet sich im Brook, am Pölleken. 1940 wurden von Nationalsozialisten zahlreiche Grabsteine zerstört, elf Steine blieben bis heute erhalten. Der Friedhof wird im Auftrag der Gemeinde Raesfeld unterhalten und gepflegt Eigentümer ist der Landesverband der jüdischen Gemeinden Westfalens.

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Erich Rosenbaum mit Motorrad. Repro: Heimatverein Raesfeld

Projekt „Stolpersteine NRW”4

Der Künstler Gunter Demnig hat aufgrund privater Initiative ab 2009 vor fünf Häusern in der Gemeinde 19 Stolpersteine verlegt. Der Westdeutsche Rundfunk – WDR – will die mit den Stolpersteine verbundenen Schicksale digital zugänglich machen. Das Projekt „Stolpersteine NRW”4 soll in Kürze publiziert werden und ebenfalls als Mobile App und im Desktop-Browser nutzbar sein. Auf Anfrage des WDR wurden die Raesfeld betreffenden Informationen vom Heimatverein übermittelt.

Weitere Angaben über jüdische Spuren in Raesfeld finden sich im Internet unter: www.heimatverein-raesfeld.de

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