Gleich zwei Schermbecker wurden Dienstagabend im benachbarten Raesfeld geehrt: Steffen Stadthaus für seine literaturwissenschaftlichen Arbeiten und Gustav Sack für sein literarisches Schaffen im frühen 20. Jahrhundert.

28-05.2013-447
Ehrung für den Schermbecker Dr. Steffen Stadthaus im Info-Zentrum Raesfeld (Foto: Scheffler)

Der Kulturausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hatte Anfang des Jahres in Münster beschlossen, seinen mit 3100 Euro dotierten Förderpreis für westfälische Landeskunde in diesem Jahr an den 39-jährigen Steffen Stadthaus zu vergeben. Mit diesem Preis honoriert der Landschaftsverband die Bemühungen des Schermbeckers um die Bekanntmachung des Schermbecker Dichters Gustav Sack. Im Rahmen einer Feierstunde, an der etwa 70 geladene Gäste teilnahmen, wurde der Preis am Dienstag im Informations- und Besucherzentrum Tiergarten am Schloss Raesfeld überreicht. Für die musikalische Untermalung sorgte Ralf Werner. Ralf Thenior rezitierte Passagen aus Gustav Sacks erstem Roman „Ein verbummelter Student“, dessen Handlungsstränge auch das Schloss Raesfeld berühren, aus Gedichten, aus Sacks Betrachtungen zu Schriftstellern und Literaten sowie aus seinem Tagebuch.

 

Die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale überreichte dem Schermbecker Dr. Steffen Stadthaus am Dienstag in Raesfeld den Förderpreis des LWL. Foto Scheffler
Die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale überreichte dem Schermbecker Dr. Steffen Stadthaus am Dienstag in Raesfeld den Förderpreis des LWL. Foto Scheffler

Als Kulturdezernentin des LWL stellte Dr. Barbara Rüschoff-Thale zunächst zahlreiche Bemühungen des LWL vor, Westfalen als ein „Literatur-Land“ zu präsentieren, bevor sie die Begründung für die Vergabe des Förderpreises an Dr. Steffen Stadthaus erläuterte. Dieser habe sich nicht nur intensiv mit dem Werk des 1885 geborenen Schermbecker Dichters Gustav Sack befasst, sondern im Rahmen von Autorenlesungen und Publikationen auf westfälische Autoren aufmerksam gemacht. Außerdem pflege er regelmäßig Kontakte zu Autoren.

Die erfolgreichen mehrjährigen Bemühungen Steffen Stadthaus`, Gustav Sack in seiner Heimat bekannt zu machen, stellte Professor Dr. Walter Gödden als Geschäftsführer der Literaturkommission für Westfalen vor. Die eindrucksvolle Laudatio schilderte den am 9. Dezember 2008 begonnenen Kontakt zwischen ihm und Steffen Stadthaus ebenso wie die gemeinsamen Aktivitäten zur Würdigung des Dichters Gustav Sack im Umfeld des 125. Geburtstages des Dichters im Jahre 2010. Viel Lob gab es für Stadthaus` Ausstellungen im Schermbecker Heimatmuseum, im Haus Nottbeck und im Düsseldorfer Heine-Institut sowie für die Neuausgabe der Werke Gustav Sacks.

Ralf Thenior rezitierte Passagen aus Gustav Sacks erstem Roman „Ein verbummelter Student“, dessen Handlungsstränge auch das Schloss Raesfeld berühren, aus Gedichten, aus Sacks Betrachtungen zu Schriftstellern und Literaten sowie aus seinem Tagebuch. Foto Scheffler
Ralf Thenior rezitierte Passagen aus Gustav Sacks erstem Roman „Ein verbummelter Student“, dessen Handlungsstränge auch das Schloss Raesfeld berühren, aus Gedichten, aus Sacks Betrachtungen zu Schriftstellern und Literaten sowie aus seinem Tagebuch. Foto Scheffler

Seinen Dank ließ der Preisträger mit Empfehlungen an die Schermbecker ausklingen: „Zu hoffen ist, dass diese Verankerung im Falle Gustav Sacks weiter vorangetrieben wird.“ Kein anderer Autor habe „die Landschaft zwischen Schermbeck und Raesfeld derart kunstvoll literarisch verewigt.“ Dr. Stadthaus empfahl, Gustav Sack wegen seines Einbezugs in den Ersten Weltkrieg und wegen seiner kritischen Bewertung der Kriegsmaschinerie im Jahre 2014 anlässlich der 100. Gedenkjahres des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges zu würdigen. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass der Dichter 1916 an der Front in Rumänien starb. Sein Todestag biete im Jahre 2016 eine Möglichkeit für eine weitere vertiefte Auseinandersetzung mit dem Dichter an.

Der Förderpreis, den der LWL jährlich vergibt, ist für Personen gedacht, die nicht an einer Universität tätig sind und in ihrer Freizeit Landesforschung betreiben oder die ehrenamtliche Forschung besonders fördern. Es soll diejenigen unterstützen, die meist ohne den ideellen und finanziellen Rückhalt einer großen Universität wesentliche Arbeitsergebnisse erbringen.

 

 

Vorheriger Artikel20-jähriger Pkw-Fahrer überschlug sich -Erler Straße
Nächster ArtikelDie Haut vergisst nicht – auf dem Stuhl von Dagmar Breil
avatar
Netiquette - Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzten Sie dabei keine anonymen Namen. Mailadressen und andere persönliche Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die gegen unsere Richtlinien verstoßen. Mit dem Abgeben eines Kommentars erklären Sie Ihr Einverständnis, dass Ihr Benutzername und der Kommentartext in Gänze oder in Auszügen auf Heimatreport zitiert werden kann. Achten Sie auf einen sachlichen Umgangston! Beleidigende, diskriminierende oder anstößige Kommentare, die gegen das Gesetz verstoßen, löscht die Redaktion.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here