Klartext – CDU-Gemeindeverband Raesfeld-Erle-Homer lud alle Bürgerinnen und Bürger am Montag in den Saal nach Brömmel-Wilms ein.

Auf dem Podium saßen neben Bürgermeister Andreas Grotendorst, Dr. Ulrike Janßen-Tapken (stellvertretende Leiterin der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer NRW); Dr. Ansgar Hörster (Kreisdirektor des Kreises Borken) und Bernhard Bölker (CDU-Fraktionsvorsitzender der Gemeinde Raesfeld-Erle).

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Dorfentwicklung Erle und Dorfplatzgestaltung war eines der zentralen Themen, neben Landwirtschaft und Klimaschutz, was den Gästen auf dem Herzen lag.

Raimund Stroick (bekannt aus dem Lokal-Radio) moderierte zum zweiten Mal die Podiumsdiskussion.

Zum Thema Dorfentwicklung habe es tolle neue Wege gegeben. Die Pläne seien von vorne bis hinten öffentlich durchleuchtet worden. Was gibt es Neues zum Aelkeshof, wollte Moderator Raimund Stroick wissen. Hier sei der Ideenwettbewerb angelaufen. „Es werden Vorgaben gemacht, und wir achten genau darauf, dass diese eingehalten werden“, so Grotendorst.

Julia Koppers Gesamtschule

Beim Generationstreffpunkt gebe es, so Bölker, noch Gesprächsbedarf. Die Pläne sollen aber schnell umgesetzt werden. Für die Pläne Umgestaltung Schulplatz der Julia Koppers Gesamtschule sollen mehr als 1 MIO. Euro eingesetzt werden. Dazu gehören laut Bernhard Bölker die Aula, Bushaltestelle und die kleine Turnhalle. „Wir haben viel vor und lange dafür in der Gemeinde gespart. Jetzt können wir das noch schöner machen, als es schon ist“.

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Große schulische Veränderungen im Kreis

Mit Blick auf die Größe der Schule und Bedarf mit Blick in die Zukunft betonte Grotendorst, „Klein denken, aber langsam weiter entwickeln“. Im Kreis Borken habe es in den letzten Jahren die größten Veränderungen in NRW der Schulformen gegeben. „Viele Schulformen wurden aufgelöst. Schule ist nicht mehr das, was sie noch vor 20 Jahren war. Und das kostet viel Geld und ist für den Kreis ein hoher Investitionsbereich, denn die Schule ändert sich in so einem hohen Umfang, am Ende wird eine gutfunktionierende Schule das Aushängeschild für eine Gemeinde sein“, so Kreisdirektor Ansgar Hörstel. Als ein Phänomen bezeichnet Hörstel die steigende Geburtenrate. „Wir brauchen mehr Wohnraum und Schulen“.

Qualitativ hochwertige Spielplätze

Mit Blick auf Spielplätze in der Gemeinde sagte Grotendorst, dass es auch hier Veränderungen gebe. Es muss nicht in jeder Sackgasse einen Spielplatz geben. Als ein gutes Beispiel nannte Grotendorst den Naturpark-Spielplatz im Tiergarten. Dieser sei ein echter Treffpunkt. „In großen Wohngebieten brauchen wir ganz klar einen Spielplatz, aber lieber dann einmal viel Geld ausgeben, als für fünf kleine Geräte. Das ist auch gut für den Tourismus“.

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Neubaugebiete – Flächenfraß?

Raesfeld baut. Überall wo man in der Gemeinde hinschaut, wird derzeit gebaut, so Stroick. Ist das nicht ein großer Flächenfraß?

Zwar werden durch die zahlreichen neuen Baugrundstücke Fläche verbraucht werden, aber dadurch werden jungen Familien die Gelegenheit gegeben, dass sie nicht abwandern, sondern günstig Grundstücke in der Gemeinde erwerben können, so Bölker. „Es zeigt aber auch, dass der Bedarf in der Gemeinde groß ist. Raesfeld dreht sich weiter, trotz gegenteiliger Prognose“.

Gewerbefläche – hohes Gut für die Gemeinde

Mit Blick auf die Gewerbeflächen, die laut eines Zuhörers teilweise sehr großzügig gestaltet seien, betonte Grotendorst, dass hier die Gemeinde darauf achtet und im Vergleich zu anderen Gemeinden sparsam bei der Vergabe umgehe. „Die Gewerbeflächen sind ein sehr hohes Gut für Raesfeld und nicht nur interessant für heimische Firmen. Wir achten aber darauf, dass hier, was die Größe anbelangt, nicht geaast wird“.

Landwirtschaftlich Fläche sei ein knappes Gut“, unterstrich Dr. Ulrike Janßen-Tapken.

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Landwirtschaft und Verbraucher

Die Landwirtschaft versorgt uns mit Lebensmitteln, sie schafft Arbeitsplätze, ist aktiv in den Bereichen Umwelt- und Naturschutz und übernimmt damit eine wichtige Aufgabe in unserem täglichen Leben.

Gibt es aber trotzdem Themen, die uns Sorgen machen?

„Vielen Landwirten stehe das Wasser bis zur Kante Oberlippe. Traurig sei mit anzusehen, dass teilweise bei Hofübergaben der Nachwuchs fehlt“, so Ulrike Janßen-Tapken. Gleichzeitig räumte sie auch mit herkömmlichen Argumenten auf wie: Landwirte sind doch alle Millionäre. Denen geht es doch im Münsterland gut, oder?

Bernhard Bölker glaube nicht, dass so immens auf die Bauern „draufgekloppt“ werde. Es sei immer noch genügend Mensschen, seiner Meinung nach, da, die der Landwirtschaft und den Bauern vertrauen. Allerdings verwies er auch darauf, dass in der Lebensmittelproduktion Übermenschliches von den Landwirten erwartet werde. Das funktioniere aber nicht, besonders nicht zu diesen Preisen.

Mit Blick auf die Billig-Produkte aus Fernost sehe Bölker schwarz. Wenn die Landwirte weiter so unter Preisdruck stehen, dann wird es demnächst nur noch Fleisch und Lebensmittel aus Fernost geben. „Die Lebensmittel in Deutschland werden sich verändern. Es wird zum Beispiel Fleisch auf dem Markt kommen, wo die Tiere mit Medikamenten behandelt wurden, die hier nicht zulässig sind“, so Bölker.

Teuer produzieren und als Bio-Produkte verkaufen, sei schwierig, da Bioprodukte so gut wie keine Abnehmer finden. „Der Verbraucher ist nicht bereit, für Lebensmittel mehr Geld auszugeben“. Allerdings betonte Bölker auch, dass hier im Kreis die Wertschätzung höher sei, als beispielsweise in Berlin.

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Bienensterben, Klimaschutz und Blühflächen

Norbert Sabellek wollte wissen, ob es in Sachen Klimaschutz und Bienensterben keine goldene Mitte für Bürger, Landwirte und Verwaltung gebe. „Die Bevölkerung hat es gerne sauber und aufgeräumt. Dazu gehört auch neuerdings auch der Schottergarten“, so Dr. Ulrike Janßen-Tapken.

Grotendorst sagte dazu, dass bei Kaufverträgen bereits betont werde, dass die Erwartung da sein, dass keine Steingärten angelegt werden. Ein festgeschriebenes Verbot sei, so Grotendorst, sehr schwierig umzusetzen. Wer soll das alles kontrollieren? Mittlerweile habe man insgesamt 20 Steingärten in der Gemeinde fotografisch festgehalten, und die Verwaltung plädiere an die Bürger, freiwillig auf groß angelegte Steingärten zu verzichten.

Geflochtene, plastikgraue Gartenzäune

Er monierte auch die seit einiger Zeit immer mehr werdenden, geflochtenen, plastikgrauen Gartenzäune. Diese seien eine Unart in Raesfeld. Mit Blick auf die Blühstreifen in der Gemeinde sei den Landwirten dank der EU nicht nicht so viel erlaubt. Hier betonte Bölker, dass die Landwirte im Kreis schon einige Hektar Blühstreifen gepflanzt haben. Kreisweit über 500 Hektar, elf Hektar in einem Jahr in der Gemeinde.

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Dorfplatz Erle

Werner Brand wollte wissen, wie weit die Planung für die Erler Dorfgestaltung, mit Dorfplatz und Dorfgemeinschaftshaus vorangeschritten ist.

Fakt sei, so Grotendorst, dass der Ort auch in Zukunft einen Treffpunkt wie bei Arno Brömmel brauche. Er wolle ebenfalls noch eine schnelle Lösung, womit das Dorfleben erhalten bleiben könne. „Das habe ich mir noch persönlich bis zum Ende meiner Amtszeit auf die Fahne geschrieben, um das einzustielen, denn wenn es keine Kneipe mehr in Erle gibt, stirbt das ganze Dorf“.

Im ersten Quartal 2020 soll begonnen werden, Genossenschaftsanteile zu bekommen und eventuell Fördergelder zu akquirieren. Es gehe jetzt in erster Linie darum, kräftig die Werbetrommel zu rühren.

225.000 Euro Startkapital sei da. Es müsse ein kleines, praktisches Modell sein, was umgesetzt werden könne. „Dazu brauchen wir aber das Geld von Bürgerinnen und Bürger, denen der Ort so viel Wert ist, dass sich in der Genossenschaft mit Anteilen einbringen. Denn eine Gaststätte in Erle ist elementar wichtig“. Er habe, so Grotendorst, schon einige Raesfelder, die in Erle Genossen werden möchten.

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