Mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel begann am Sonntag die offizielle Eröffnungsfeier des neuen Dorfplatzes Böckenhoff in der Erler Dorfmitte.
Trotz wechselhaften Wetters kamen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste aus Politik, Verwaltung, der ehemaliger Bürgermeister Martin Tesing und Vereinen zusammen, um das neue Zentrum des Dorflebens gemeinsam einzuweihen. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur der neue Platz, sondern auch das benachbarte Dorfgemeinschaftshaus HUB Erle.

Open-Air-Gottesdienst zum Auftakt
Schon während des Gottesdienstes zeigte sich, dass der Tag eher regnerisch als sommerlich werden würde. Das hielt die Besucherinnen und Besucher jedoch nicht davon ab, an der Feier teilzunehmen. Viele nutzten die Gelegenheit, den neugestalteten Dorfplatz und das neue Dorfgemeinschaftshaus erstmals gemeinsam zu erleben.
Bürgergenossenschaft trägt das Projekt
Arno Brömmel vom Aufsichtsrat der Bürgergenossenschaft Erle eG blickte in seiner Ansprache auf die Entstehung des Projekts zurück. Besonders hob er den gemeinsamen Einsatz der Beteiligten hervor.

„Eine tolle Leistung mit tollen Leuten hier mit dem Dorfgemeinschaftshaus HUB Erle, was hier entstanden ist. Es lässt mit Stolz darauf zurückblicken, was wir da geschafft haben“, sagte Brömmel. Rund 2100 Mitglieder und 2,1 Millionen Euro stünden hinter dem Projekt. Sein Dank galt insbesondere den Mitstreitern aus Aufsichtsrat und Vorstand sowie Prokurist Peter Stöbel, der auf der Baustelle „in Einigkeit mit den Handwerkern etwas Tolles“ geschaffen habe.

Bürgermeister Kuhmann würdigt Mut und Zusammenhalt
Bürgermeister Dirk Kuhmann erinnerte in seiner Rede an die Zeit, als das Traditionshaus Brömmel-Wilms geschlossen wurde. Damals habe sich für viele Menschen die Frage gestellt, wie es mit dem Dorfleben weitergehen solle.
„So eine Gaststätte, so eine Dorfkneipe, das ist gar keine Selbstverständlichkeit. Das ist kein Luxusgut, sondern ein Ort, an dem Freud und Leid geteilt wird“, sagte Kuhmann. Der neue Dorfplatz mit dem HUB Erle sei deshalb weit mehr als nur ein Bauprojekt. Er stehe für Gemeinschaft, Tradition und Zukunft zugleich.

Besonders würdigte der Bürgermeister den Mut der Verantwortlichen. Ein solches Vorhaben umzusetzen, sei in der heutigen Zeit alles andere als selbstverständlich. Stellvertretend nannte er Andreas Grotendorst, Oliver Göttlich und Peter Stöbel, die das Projekt mit großem Engagement begleitet hätten. Gleichzeitig dankte er den zahlreichen Genossinnen und Genossen, deren finanzielle Beteiligung das Vorhaben überhaupt erst möglich gemacht habe.
Förderung stärkt die Dorfentwicklung
Auch Benedikt Brahm von der Bezirksregierung Münster sprach bei der offiziellen Eröffnung. Der Dezernent für ländliche Entwicklung und Bodenordnung betonte die Bedeutung des Projekts für die Dorfentwicklung im ländlichen Raum.

„Was Sie hier geschaffen haben, ist mehr als ein schön gestalteter Platz. Es ist ein neuer Mittelpunkt des Dorflebens“, sagte Brahm. Der neue Dorfplatz sei ein sichtbares Zeichen dafür, „was möglich ist, wenn Bürgerinnen und Bürger, Gemeinde, Politik und Land gemeinsam an einem Strang ziehen“.

Das Projekt wurde mit öffentlichen Mitteln gefördert. Besonders hob Brahm die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Bürgergenossenschaft hervor. Die Fläche für das HUB Erle sei von der Gemeinde Raesfeld im Rahmen eines Erbpachtvertrages übertragen worden. Dadurch sei eine Partnerschaft „auf Augenhöhe“ entstanden. Ziel sei es, soziale Teilhabe zu ermöglichen und die Dorfmitte als offenen Treffpunkt zu stärken.

Johannes Böckenhoff spricht über seine Verbundenheit mit Erle
Johannes Böckenhoff, ehemaliger Hofbesitzer der Anlage, zeigte sich bewegt über die Entwicklung des Projektes.
„So etwas zu erschaffen, kann man wirklich nur in Erle schaffen“, sagte er mit Blick auf das neue Dorfgemeinschaftshaus und den Dorfplatz. Für ein solches Vorhaben brauche es nicht nur Zeit, sondern auch breite Unterstützung aus der Bevölkerung.
Als festgestanden habe, was an dem Standort entstehen solle, habe er das Vorhaben gerne unterstützt. „Mein Herz hängt an Erle“, erklärte Böckenhoff.

Unterstützung weit über Erle hinaus
Im Anschluss dankte Arno Brömmel der Familie Böckenhoff für deren Beitrag zum Projekt. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Finanzierung des HUB längst nicht nur aus Erle getragen worden sei.
Beim Blick auf die Namenstafeln sei sichtbar geworden, wie viele Menschen sich beteiligt hätten, darunter Unterstützer aus Dorsten, Schermbeck, Marbeck, Reken und weiteren Nachbarorten. Selbst die altkatholische Kirche in Bottrop habe sich beteiligt.
„So viele Menschen aus Erle, Raesfeld, Marienthal, Uefte, Schermbeck oder Dorsten haben dieses Projekt unterstützt“, sagte Brömmel. Dafür sprach er allen Beteiligten erneut seinen Dank aus.

Zugleich erinnerte er daran, dass der Platz künftig offiziell den Namen „Dorfplatz Böckenhoff“ tragen werde. Zum Abschluss der offiziellen Eröffnung übergab Brömmel das Wort an die Musiker: „Jetzt geben wir das Kommando an die Raesfelder Musiker. Dafür seid ihr heute hier.“
Musik, Tanz und humorvolle Einlagen
Neben den offiziellen Reden stand auch das Feiern im Mittelpunkt des Tages. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von den Burgmusikanten. Später sorgte DJ Christian Sanders für Stimmung und lud die Gäste zum Tanzen ein.

Für Unterhaltung auf der Bühne sorgten außerdem die Breijpottspöllers des Heimatvereins Erle mit ihrer Aufführung „Die Vogelhochzeit“. Auch die Damen der Erler Allgemeinen Verunsicherung, kurz EAV, brachten mit humorvollen Sketchen rund um den Erler Dorfklatsch viele Besucher zum Lachen.














































































